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Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (5)

Spiele-Tipps in Serie: „Gift Trap“ – Partyspaß mit der Geschenkefalle

Von 
Uwe Schwab
Lesedauer: 
"Gift Trap" überzeugt durch relativ aufwendige Ausstattung. © Heidelberger Spieleverlag

Mannheim. Hinter "Monopoly", "Spiel des Lebens", "Die Siedler von Catan"  oder "Trivial Pursuit" geht's weiter: Brettspiel-Spezialist Uwe Schwab stellt in den nächsten Monaten seine Auswahl der 20 besten Spiele vor, die im 21. Jahrhundert erschienen sind. Darunter  ausgezeichnete Klassiker, Geheimtipps, aufwendige Brettspiele, kleine Karten- oder Würfelspiele für zwischendurch, Familien, Freundeskreise oder Spielezirkel. Passend zu  geht es in „Gift Trap“ um Geschenke.

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Spielinfo und Bewertung

Das 2006 von Michael Kellet nach einer Idee seiner Tochter designte Party-Brettspiel eignet sich für drei bis acht Spieler ab acht Jahren.

In Deutschland ist „Gift Trap“ 2009 im Heidelberger Spieleverlag erschienen und wurde im selben Jahr zum „Partyspiel des Jahres“ gewählt.

Bei der Anschaffung muss man mit circa 45 Euro rechnen.

Spielspaß: 4

Einstiegshürde: 5

Langzeit-/Wiederspiel-Reiz: 3

(Bewertungsskala: 1-5)

 

 

Das Material:

„Na toll, Du schenkst mir eine Putzfee für ein Jahr - willst Du mir damit sagen, dass ich nicht richtig putze?“  ... Und schon sind Sie in die Geschenkefalle getappt. Passend zu  Weihnachten  geht es bei  „Gift Trap“ ums Schenken und Beschenktwerden. Als klassisches Partyspiel passt Nick Kellets im Heidelberger Spieleverlag erschienenes Werk auch perfekt zu Silvester.

Schon das Auspacken der Bestandteile aus der quadratischen Spieleverpackung ist noch mal wie Weihnachten. Für das Wiedereinpacken hinterher braucht man dann allerdings eher eine Ikea-Bauanleitung. Drin ist ein Spielbrett sowie acht Beutel in so schönen Farben wie Barbierrosa und Giftgelb, die die Spielutensilien pro Spieler enthalten. Und natürlich gibt es die Geschenke, allerdings nur in Form von 300 doppelseitigen Karten. Selbige in vier Kategorien - von „Wer braucht denn so was?“, über „Ganz nett“ und „Noch netter“ bis „Wow, will haben!“. Diese gehen fließend ineinander über. Mag ja nicht jeder jedes.

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Von neuer Frisur bis Schlammringen

Kartenbeispiele gefällig? Neue Frisur, Schlammringkampf (ja, aktiv),  selbstreinigende Toilette, Besuch des Oktoberfestes, Tandem-Fallschirmsprung, ein Dalmatiner, endlich die eigene Insel, der perfekte Mann, und, und und…

Am meisten Spaß macht „Gift Trap“ mit Menschen, die sich gut zu kennen glauben, gerne Paare oder gute Freunde – typisch Partyspiel halt. Aber schaun mer mal, klappt häufig eher nicht. Und sonst wäre es ja auch nicht so witzig.

Der Ablauf

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Wie wird’s nun gespielt?  Zunächst mal gerne in größerer Runde. Der Verlag gibt 3 bis 8 Personen an. Ab fünf macht's richtig Spaß. Sitzen alle? Spielplan aufgedeckt, auf ein Kartendeck geeinigt? Farbbeutel verteilt? Dann kann's losgehen. Es werden eine Karte (Geschenke) mehr als Teilnehmer vorhanden aufgedeckt, wobei der Aufdecker jeweils die Wahl zwischen Vorder- und Rückseite hat, um das Ganze etwas zu steuern. Alle Mitspielenden überlegen nun, wer sich wohl über welches der aufgedeckten Geschenke freuen würde, und verteilen die Marker in der eigenen Farbe mit der Zahl der entsprechenden Geschenkekarte in der Runde (hier geht's zu einer ausführlicheren Spielanleitung).

Danach schauen wir, ob es das auch beschenktenkongruent war – also zum Empfänger passt (siehe oben - die Putzfrau). Dafür gibt es jeweils vier Chips in der eigenen Farbe mit +3, +2, +1 und -4. Diese legt dann jeder und jede verdeckt auf die entsprechende Geschenkekarte auf den Spielplan – eben von „Finde ich für mich ein tolles Geschenk“ bis „Bäh, bloß nicht“.

Nun wird reihum aufgedeckt und verglichen -  und sich entweder gemeinschaftlich gefreut. Oder man stellt gemeinsam peinlich berührt kleine oder größere Diskrepanzen fest. Denn wenn ein Geschenk auf seine passende +3 trifft, geht es für beide, Beschenkte und Beschenker, mit der jeweiligen Spielfigur die entsprechende Anzahl an Schritten voran. Oder auch nicht – „Gift Trap“ bedeutet nun mal auf Deutsch so etwas wie Geschenkefalle.

Noch ein aktuelles Beispiel einer Fehleinschätzung gefällig?: „Du schenkst mir ernsthaft eine Mount Everest Besteigung? Da habe ich extra meine -4 drauf gelegt. Schlangestehen bei dünner Luft? Ökologisch fragwürdig. Und Du weißt, dass das gefährlich ist, willst Du mich loswerden?“

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Ziel des Spiels

Gewonnen hat, bei wem sich zuerst der Beschenkt- und Beschenktwerden-Pöppel auf der Rundenleiste treffen. Das Gewinnen ist aber meist nicht so wichtig. Denn wie bei anderen Partyspielen hängt es nicht nur vom Alkohleinfluss ab, wie witzig es wird.

Wenn jeder die Auflösung der Geschenkewahl etwas zelebriert und niemand es wirklich ernst und persönlich nimmt (wer nimmt freiwillig den Gutschein fürs Fettabsaugen?) steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg. Selbiges dauert dann meist so zwischen 45 und 60 Minuten.

Auch mit nicht jugendfreier Variante

Falls sie Ihre Partnerin oder Ihre Freunde noch etwas besser kennenlernen möchten (und wenn die Kinder schon im Bett sind), können Sie auch gerne mal einen Blick auf die Black Edition werfen – die „Gift Trap“-Erweiterung mit Geschenken für Erwachsene.

Und wenn Sie jetzt der Meinung sind, das Spiel können Sie sich schenken (sorry, musste sein): Es ist zwar schon Baujahr 2009 (merkt man zum Beispiel am Geschenk Drahtloses Internet - wow...), aber ansonsten zeitlos und überall erhältlich.

 

 

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Freier Autor Spiele-Experte

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