Neckar-Odenwald

Tierheim Dallau Fire Hawks überreichten mehrere Sachspenden und einen Scheck in Höhe von 1300 Euro / Geburtstagsaktion mit ungeahnten Ausmaßen

Der Bikerclub sorgte für Sprachlosigkeit

Dallau.„Ich bin ja selten sprachlos, aber heute bin ich es“, freute sich die erste Vorsitzende des Fördervereins Tierheim Dallau, Stefanie Lörsch, vor einigen Tagen, als der Bikerclub Fire Hawks seine angekündigte Spende vorbeibrachte. Denn die Säcke mit Hundefutter, Katzenfutter, Spielzeug und Streu stapelten sich auf vier Paletten gut eineinhalb Meter hoch. „Hier ist auch noch was“, lachte einer der Biker und schob einen Heuballen vor sich her.

Mit Geburtstagen fing es an

Begonnen hatte alles mit den Geburtstagen dreier Biker im Januar. Statt Geschenken wünschten diese sich Futterspenden für das Tierheim. „Ist ja auch blöd, dieses ,ich schenk dir was, du mir’“, erläuterte Thorsten Windisch, der mit einer zweiten Spendenaktion nun an den Erfolg angeknüpft hat. Denn bereits im Januar kamen viele Spenden zusammen.

„Diesmal haben wir vier Wochen lang gesammelt, und es war unglaublich, wie viele sich beteiligt haben“, so Windisch. Nachdem er sein Vorhaben auf Facebook publik gemacht habe, seien immer wieder Freunde bei ihm vorbeigekommen und hätten Futtersäcke gebracht oder ihm Geld für die Aktion gegeben. „Einfach unglaublich“, freute sich Windisch, der aber auch froh war, nun alle Spenden im Tierheim abgeben zu können. Denn langsam wäre es bei ihm zu Hause im Flur und im Wohnzimmer eng geworden.

Befreundete Clubs machten mit

Besonders toll findet er, dass befreundete Bikerclubs auf den Zug aufgesprungen sind. Die Mitglieder der Blazes MC Roughland, des Gremium MC Mosbach, der Blood Brothers MC Walldürn, Main-Tauber, Nomads sowie die Black Pistons MC Mainfront unterstützten die Aktion ebenfalls.

Mit ihrer und der Hilfe der Hauptspender, Pflanzenkölle Heilbronn, Südstern Möbel, Heizungsbär aus Neckarzimmern, Brauhaus Mosbach sowie Tatoostudio Trigonom Gundelsheim, konnten Sachspenden im Wert von rund 2500 Euro gesammelt werden. Gespendet hatten aber auch „dutzende Privatleute“. „Rund 70 Personen“, meinte der Organisator.

Als Höhepunkt überreichten die Clubs noch einen Spendenscheck in Höhe von 1300 Euro. Eine „unerwartete Barspende“, für die sich Lörsch sehr bedankte. Vermutlich wird das Geld für die geplante Sanierung des Nagerhauses im kommenden Jahr verwendet.

„Bei uns anders“

Der Präsident der Fire Hawks dankte Windisch und hoffte, dass die Aktion „in der Bikerszene die Runde macht“. Lachend meinte ein Bikerkollege: „Wir sind nämlich gar nicht so bös’ wie wir aussehen“. Er spricht damit vielen Bikern aus der Seele. „Oft hört man in den Medien von rivalisierenden Bikerclans“, weiß Windisch. Dass es gerade in großen Städten regelrechte Kriege um bestimmte Viertel gibt, dass Bikerclubs in dubiose Geschäfte und Straftaten verwickelt sind. „Bei uns hier ist das zum Glück anders.“ Dies zeige die Spendenaktion. Ein für die Biker willkommenes und wichtiges Signal gerade auch an die regionale Bevölkerung. Mit einem kleinen Imbiss sagte das Tierheim Danke und Stephanie Lörsch freute sich zu hören, dass die „bösen Jungs“ dem Tierheim auch weiter verbunden bleiben werden. nak

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