Rosen im Herbst

Ein Genuss für das Auge

Die „Königin der Blumen“ gehört in jeden Garten

Von 
lwg
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Wer sagt, dass Juni der Rosenmonat ist? Im Herbst zeigen sich noch viele Rosen von einer sehr schönen Seite. Späte Blüten und Hagebutten schmücken jetzt den herbstlichen Garten, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Rose gehört in jeden Garten. Dank ihrer Vielgestaltigkeit lässt sie sich in großen und kleinen Gärten verwenden. Dort erfreut sie die Menschen mit wunderschönen Blüten, teilweise mit Früchten, und oftmals auch mit einem unvergleichlichen Duft.

Blütenschönheiten im Herbst

Niederschläge im Spätsommer und Frühherbst haben den Garten aufleben lassen, so dass neben späten Astern und filigranen Gräsern jetzt vereinzelte Blüten von öfterblühenden Rosensorten den Garten schmücken. Und wie kräftig sind nun die Farben. Viele Kulturrosen-Sorten behalten ihre grünen Laubblätter sehr lange, manchmal über den ganzen Winter hinweg. Wildrosen hingegen verlieren in der Regel das Laub im Herbst.

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Veröffentlicht
Von
Mona Contzen
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Jetzt zeigt sich, welche Rosensorten besonders robust sind und noch eine Vielzahl grüner Blätter besitzen. Pflanzen, die trotz Blüten blattlos stehen oder deren Blätter dunkle Flecken aufweisen, sind häufig mit dem Sternrußtau befallen. Entfernen sollte man erkrankte Blätter von der Pflanze und auch vom Boden, jetzt oder spätestens vor Austrieb im Frühjahr. Werden die Rosen immer wieder von dieser Pilzkrankheit befallen, empfiehlt sich eine Neupflanzung mit robusten Rosensorten.

Wenn viele Gehölze ihr Laub verloren haben und sich der Garten allmählich auf den Winter vorbereitet, entdeckt man die Hagebutten (Rosenfrüchte) an den mehr oder weniger stacheligen Trieben. Einfach blühende und einmalblühende Rosensorten entwickeln oft besonders schöne Hagebutten; doch auch manche gefüllte Rose trägt Früchte. Hagebutten können sehr vielfältig sein. Üblicherweise sind sie rot. Aber es gibt auch Rosensorten, die schwarze oder orangefarbene Früchte ausbilden.

Die Hagebuttengröße kann je nach Sorte und Art sehr unterschiedlich sein: Manche sind klein mit einem Durchmesser von einem halben Zentimeter, andere Früchte werden bis zu drei Zentimeter groß. Sie hängen einzeln oder in Büscheln. Auch die Fruchtform unterscheidet sich: kugelig, länglich, birnen- oder flaschenähnlich. Nicht nur starkwachsende Wildrosen bilden schöne Hagebutten aus, auch Gartenrosen zeigen im Herbst ihre attraktiven Früchte. Deswegen sollte man bei öfter blühenden Rosen den Flor gleich nach der ersten Blüte leicht zurückschneiden. Den zweiten Blütenflor belässt man und erhält so später die Hagebutten.

Zur Herbstdekoration gehören Hagebutten dazu. So schmücken sie das Haus oder Terrasse und Balkon. Doch erfreuen die Menschen sich auch an den Früchten im Garten, denn sie sind später Nahrung in der kalten Jahreszeit. Nicht nur verschiedene Vögel, auch andere Tiere schätzen die Rosensträucher als Futterquelle in der sonst nahrungsarmen Herbst- und Winterzeit. Im dichten Geflecht stacheliger Triebe suchen Vögel Unterschlupf.

Pflanzzeit für Rosen

Lust auf Rosen? Jetzt ist eine gute Zeit für eine Neupflanzung, denn sie wachsen bei herbstlichen Bedingungen gut an. Selbst in trockenen Gebieten gibt es nun ausreichend Wasser und der Boden ist nicht gefroren, so dass die Rosen sogar noch einige Wurzeln bilden können. Auswählen sollte man robuste Sorten, die auch im Herbst noch gesunde Laubblätter besitzen. Hilfestellung kann die ADR-Auszeichnung bieten. Hierfür werden Rosensorten über mehrere Jahre ohne Pflanzenschutz vor allem auf Gesundheit und Zierwert getestet. Darüber hinaus ist ein optimaler Standplatz die beste Voraussetzung für lange Freude an gesunden Rosen.

Das Rosenangebot ist riesig. Baumschulen vor Ort oder im Onlineshop verkaufen jetzt vor allem wurzelnackte Ware. Direkt vom Anbaufeld ausgegraben, kommen die Pflanzen in den Betrieb und Versand. Wurzelnackt, also ohne Erde und mit eingekürzten Trieben, lassen sich die Pflanzen nicht nur besser transportieren und verschicken, sie sind oftmals kostengünstiger in der Anschaffung. Am besten pflanzt man sofort, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Entfernen sollte man schwache oder abgebrochene Triebe. Auch das Anschneiden der dicken Wurzeln ist wichtig. Deswegen gequetschte oder beschädigte Wurzeln einkürzen, anschließend die Pflanze in einen Eimer mit Wasser stellen. Nun ist ausreichend Zeit, sich um die Pflanzstelle zu kümmern: Das Pflanzloch wird etwa 40 Zentimeter lief ausgehoben und zusätzlich gelockert. Die Wurzeln hängen dann frei nach unten und die Veredlungsstelle liegt knapp zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche. Dies schützt die Veredlung vor Frost und Austrocknen. Nun gießt man an, um Bodenschluss zu erreichen. Zusätzlichen Winterschutz für die Veredlungsstelle und den unteren Triebbereich bietet das Anhäufeln mit Erde oder Laub. Das Abdecken mit Nadelgehölzzweigen (zum Beispiel vom Weihnachtsbaum) schützt die Triebe vor Wintersonne. lwg