Wertheim

Seniorenbeirat Senioren-Kino, EDV-Treff, Spielenachmittag oder „offener Bücherschrank“ bewirken positive Resonanz / Neuen Vorstand gewählt

Weitere Rollatorstrecken gewünscht

Archivartikel

Der Seniorenbeirat konnte in seiner Versammlung auf viele erfolgreiche Maßnahmen verweisen, die sehr gut angenommen werden. Dazu zählt unter anderem das ins Leben gerufene Senioren-Kino.

Wertheim. Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Jürgen Küchler, freute sich, dass er zu seiner siebten Mitgliederversammlung eine große Zahl von Interessierten begrüßen durfte. Als Vertreterin des Oberbürgermeisters Brigitte Kohout teil. Sie lobte in ihrem Grußwort die ehrenamtliche Tätigkeit des Beirats in Interesse der älteren Bevölkerung.

In seinem Rechenschaftsbericht ging Jürgen Küchler auf die vielfältigen Aktivitäten der vergangen Monate ein. Zunächst konnte er von einer erfreulichen Zunahme der Mitglieder auf jetzt 92 berichten. Angesichts von rund 6000 Bürgern über 60 Jahre in der Stadt sieht er durchaus noch Steigerungsmöglichkeiten.

Küchler bedauerte sehr, dass das Erzählcafé nicht fortgeführt werden kann. Der Grund hierfür ist eine Änderung des Lehrplans der Johanniter-Altenpflegeschule, die bisher das Programm gestaltet hatte. Er dankte dem Initiator und Vertreter der Johanniter Ralf Nafroth für den Einsatz in den vergangenen drei Jahren.

EDV für Senioren

Erfolgreicher dagegen sind andere Aktivitäten wie die Senioren-EDV, ein wöchentliches Treffen von Interessierten im Jugendhaus. Auch der Spiele-Nachmittag im Bürger- und Vereinstreff in Bestenheid, der alle zwei Wochen stattfindet, wird gut angenommen.

Der „offene Bücherschrank“, der vom Rotary-Club in der alten englischen Telefonzelle eingerichtet wurde, wird vom Seniorenbeirat gepflegt und immer wieder aufgefüllt. Gemeinsam mit der VHS wurden die monatlichen „Seniorenkino“-Vorstellungen im Roxy angeregt, die ebenfalls gut besucht werden.

Im letzten Jahr fand auf Einladung des Seniorenbeirats eine überregionale Veranstaltung zum Thema Sicherheit im Internet statt, die ebenfalls im Arkadensaal viele Besucher angesprochen hat.

Im Juni fuhr der Beirat mit 50 Personen zum Landesseniorentag in Heilbronn und hat neben den interessanten Vorträgen auch die Bundesgartenschau in Heilbronn, besucht.

Noch attraktiver

Die 5. Seniorenmesse im September konnte deutlich mehr Ständen als während der vergangenen Messen aufweisen, war dadurch attraktiver und zählte deutlich mehr Besucher. Die nächste Messe ist schon in Vorbereitung und soll 2012 in der Main-Tauber-Halle stattfinden.

Ein wichtiges Thema ist für den Beirat der Straßenbelag in den Gassen der Altstadt, weil die groben Pflastersteine oft ein erhebliches Stolperrisiko darstellen. Küchler betonte, dass die sogenannten Rollatorstrecken in der Gerber- und in der Rathausgasse gut angenommen werden und sprach die Hoffnung aus, dass bald weitere Bereiche entsprechend gestaltet werden. Eine Liste von kritischen Stellen liegt der Verwaltung vor.

Ein weiteres Problem wurde thematisiert, das viele Senioren betrifft, aber vermutlich aus Scham selten angesprochen wird, die Entsorgung von Inkontinenzwindeln. Eine Abholung nur alle vier Wochen sei für die Betroffenen eigentlich unzumutbar. Hier müsse dringend eine Lösung gefunden werden.

Zum Schluss dankte der Vorsitzende der Verwaltung und insbesondere Angela Steffan, die von Anfang an den Beirat begleitete für die Unterstützung und sprach die Hoffnung aus, dass Matthias Fleischer, der aufgrund einer Umorganisation der Verwaltung der neue Ansprechpartner ist, die gute Zusammenarbeit fortsetzen wird.

Die Wahlen

Die fälligen Wahlen wurden von Brigitte Kohout und Matthias Fleischer durchgeführt. Sie ergaben folgende neue Vorstandschaft für die kommenden drei Jahre: Vorsitzender Jürgen Küchler, Stellvertreter Walter Ruf und Gerald Strauß, Beizende Erika Knittel, Ursula Link, Ralf Nafroth und Anette Dietrich-Wenzel. Der wiedergewählte Vorsitzende Jürgen Küchler dankte besonders Birgit Eichner für Ihre Mitarbeit. Eichler gehörte von Anfang an dem Beirat an. Küchler bedauerte ihr Ausscheiden.

Im Anschluss an die offizielle Veranstaltung sprach Wolfgang Eble als Leiter der Außenstelle Main-Tauber-Kreis über Aufgaben, Ziele und auch Finanzierung des Weißen Rings. Leider wird in unserem Rechtssystem zunächst mehr für die Täter gesorgt als für die Opfer, die sich mehr oder weniger selbst helfen müssen, so Eble.

Hier setzt der Weiße Ring ein und unterstützt ideell und wo nötig auch materiell. Die Organisation berät und unterstützt die Betroffenen und sorgt für Überbrückungshilfen in Notlagen. Der vom Fernsehmoderator Eduard Zimmermann („Aktenzeichen XY ... ungelöst“) 1976 initiierte Verein hat heute 3000 ehrenamtliche und 100 hauptamtliche Mitarbeiter, ist bundesweit organisiert und kann mit seinem Etat von über 10 Millionen Euro oftmals das persönliches Leid Betroffener lindern.

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