Wertheim

Ortschaftsrat Noch einige Umbauten am neuen Dietenhaner Feuerwehrhaus notwendig / Trotz Schließung werden immer noch Abfälle zum Häckselplatz angeliefert

Umzug der Feuerwehr in vollem Gange

Archivartikel

Proppevoll war die Tagesordnung bei der Sitzung des Dietenhaner Ortschaftsrats. Ortsvorsteher Jan Behner informierte unter anderem über den Umzug der Feuerwehr.

Dietenhan. Ortsvorsteher Jan Behner war erstaunt, zur Ortschaftsratssitzung im Bürgerhaus so viele Besucher begrüßen zu dürfen. Nach dem Corona-bedingten Ausfall der öffentlichen Sitzung im März war es die erste öffentliche Zusammenkunft des Ortschaftsrates. Entsprechend voll war die Tagesordnung.

Zuerst gab Behner einen Rückblick auf die Ereignisse seit der letzten Zusammenkunft im Herbst 2019. Er lobte die Teilnahme des Ortes am Messeumzug in Wertheim mit großer Beteiligung der Bevölkerung.

Nach mehreren Jahren Pause wollte man das Anliegen der Feuerwehr unterstützen, die ein neues Fahrzeug benötigte. Dies wurde im Januar in Dienst gestellt, musste aber wegen der Coronakrise gleich weiter an die Feuerwehr Bettingen ausgeliehen werden. Das ist vielleicht auch ganz gut, denn der Umzug der Feuerwehr von ihrem alten Standort in das Anwesen Köhler ist noch in vollem Gange.

Es seien noch einige Umbauten notwendig, so der Ortsvorsteher, wie beispielsweise die Umkleiden oder das Schlauchlager. Trotzdem ist man froh, dass der Umzug jetzt schon eingeleitet zu haben, denn man gewinnt dadurch das Dreifache an Fläche gegenüber dem bisherigen Standort.

Im Dorf blühen Blumen

Das alte Gebäude soll größtenteils in Eigenregie zu einer Dorfstube umgebaut werden. Über weitere Spenden freut sich der Ortschaftsrat für diese Umbaumaßnahme, so Behner, der seine Aufwandsentschädigung als Ortsvorsteher selbst zur Verfügung stellt.

Die Blumenzwiebelpflanzaktion habe im Frühjahr wieder für viel Aufmerksamkeit gesorgt. An mehreren Stellen im Ort wurden unter der Leitung von Marco Oberdorf Tulpen, Narzissen und andere Frühlingsblütler gepflanzt. Außerdem wurde im Bürgerhaus ein Rollladen für das Getränkelager eingebaut, so dass bei Fremdvermietungen die Getränke nicht mehr umständlich in das Untergeschoss transportiert werden müssen. Ebenso wurde eine Abtrennung mit Tür für das Lager am Bürgerhaus angebracht, wo nun Bierbänke, Tische und weiteres Material sicher gelagert werden können.

Schlüssel hätten die jeweiligen Vereinsvorsitzenden. Allerdings müsste die Wand noch einmal gestrichen werden. Behner sucht hierfür noch Freiwillige.

Befragungen pausiert

Die historische Interessengemeinschaft, die im vergangenen Jahr gegründet wurde, hat ihre Arbeit zwar aufgenommen, aber wegen Corona finden derzeit keine Befragungen der älteren Bürger statt, die noch vieles aus der Dorfgeschichte zu erzählen wissen. Sobald es die Situation wieder zulässt, werden die Befragungen allerdings wieder aufgenommen.

Stillgelegt ist derzeit der Häckselplatz. Wie in anderen Ortsteilen auch wurde hier nicht nur Häckselgut abgeliefert, sondern auch Gartenabfälle allgemein. Diese kann die Stadt Wertheim nicht verwerten, und von daher wurde der Platz kurzerhand geschlossen.

Trotzdem, so Behner, werden noch immer ganze Wagenladungen an Müll angeliefert. Er bat seine Mitbürger um vermehrte Aufmerksamkeit und gegebenenfalls auch Anzeige der Übeltäter.

Für das Haushaltsjahr 2021 habe man bei der Stadt Wertheim keine neuen Haushaltsmittelanforderungen eingestellt. Die derzeit geplanten Maßnahmen müssen erst wieder abgearbeitet werden, und im kommenden Jahr könne man wegen der angespannten Finanzsituation der Stadt wieder über neue Anträge nachdenken.

Zu tun gebe es genug, hieß es aus dem Publikum. In diesem Jahr wird beispielsweise die Ortsdurchfahrt saniert. Geplant ist die Baumaßnahme in den ersten beiden Augustwochen. Dann ist die Ortsdurchfahrt komplett gesperrt. Die Vorarbeiten laufen bereits, wie Auswechseln der Abflussgullys oder das Einbringen von Leerrohren. Außerdem wird die Bushaltestelle sicherer gemacht und eine Verkehrsinsel in der Straßenmitte installiert, damit beim Halt des Schulbusses keine Autos mehr überholen können.

Jugendraum wieder geöffnet

Der im Frühjahr geschlossene Jugendraum wird langsam wieder geöffnet. Grund der Schließung waren Auswüchse beim Feiern, vor allem von auswärtigen Jugendlichen. Scherben und menschliche Ausscheidungen nahmen in den Nachbargärten einfach überhand. Es habe einfach „zu viele Touristen von außen“ gegeben, begründete der Ortsvorsteher die Maßnahme. Mit den örtlichen Jugendlichen ist man jetzt überein gekommen, wie ein zukünftiges geordnetes Nutzungskonzept aussehen könnte.

Diskutiert wurde mit den Bürgern über die Schaffung von neuen Bauplätzen, nachdem der Verkauf der erst im vergangenen Jahr erschlossenen Grundstücke schon fast wieder abgeschlossen ist. Aktuell sind nur noch fünf freie Bauplätze im Ort.

Die Frage stand im Raum, ob man lieber in Richtung Osten wachsen will oder den Lückenschluss zur Kirche in Angriff nimmt. Man einigte sich darauf, dass der Ortschaftsrat beide Varianten prüfen lassen soll, um bei Bedarf schnell auf die Situation reagieren zu können.

Thema war auch das angespannte Grünflächenbudget. Dies habe der neue Ortschaftsrat mit einem satten Minus von 3500 Euro übernommen, und man geht nun daran, diese Altschuld abzutragen. In diesem Zusammenhang informierte Jan Behner die Bürger, dass der seit mehreren Jahren nicht mehr genutzte Bolzplatz in eine Blumenwiese umgewidmet wird, da derzeit kein Bedarf an dem Platz besteht. Somit wird er nur noch einmal im Jahr gemäht und bietet in der restlichen Zeit vielen Insekten Nahrung und Zuflucht.

Thema war ebenfalls der geplante Radweg durch das Kembachtal. Von der Landesgrenze bis Dietenhan sollen in Kürze die Bauarbeiten beginnen für das drei Meter breite Asphaltpflaster und eine jeweils 50 Zentimeter breite Schotterung an der Seite. Doch viel wichtiger ist den Dietenhaner Bürgern die Weiterführung nach Urphar.

Ihre Forderung nach einem sicheren Weg für Radfahrer würde schon seit vielen Jahren verhallen, übten einige Bürger Kritik an der Stadt Wertheim. Doch Ortsvorsteher Behner versuchte zu erklären, warum es hier keine einfache Lösung geben kann. Die Topografie sei einfach ungünstig, so das Hauptargument.

Marco Oberdorf geehrt

Außerdem wurde in der Sitzung Marco Oberdorf für 25-maliges Blutspenden geehrt. Besonders in Krisenzeiten wie jetzt sei es notwendig, sein Blut für andere zur Verfügung zu stellen, lobte der Ortsvorsteher den ehrenamtlichen Einsatz seines Ortschaftsratskollegen. Anders als sonst üblich bei Ortschaftsratssitzungen gab es dieses Mal keinen Nachsitzung, denn die Abstands- und Hygieneregelungen der Coronakrise machten dies unmöglich.

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