Wertheim

Stadtjugendring Werner Aeschbach vom Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg war zu Gast

Kinder folgten den Spuren des Klimas

Archivartikel

Die Wertheimer Kinderuni gab ihren Juniorstudenten kürzlich Einblicke in die Klimaforschung.

Wertheim. Der Klimawandel ist ein bedeutendes Thema unserer Zeit. In der Kinderuni von Forscherkids Wertheim und Stadtbücherei bekamen die Juniorstudenten einen Einblick in die Thematik aus wissenschaftlicher Sicht. Die Kinderuni fand am Samstag unter Einhaltung der Coronaauflagen im gut belüfteten Kulturhaussaal statt.

Werner Aeschbach vom Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg unternahm als Klimaforscher mit den Kindern eine Reise durch die Erdgeschichte. „Wir sind Detektive, die versuchen, den Spuren des Klimas nachzugehen“, beschrieb der die Aufgaben der Forscher. Einleitend ging er auf die zeitlichen Unterschiede zwischen aktuellem Wetter, Witterung und dem Klima ein. „Betrachten wir das Klima sprechen wir von den Durchschnittswerten über mindestens 30 Jahre.“ Am Beispiel der Temperaturentwicklung in der Schweiz von etwa 1860 bis in die 2010er erklärte er die Modelle und zeigte die Temperaturrekorde der mittleren Jahrestemperatur ab den 1990er Jahren auf. „Klimawandel bedeutet, die mittlere Temperatur im Jahresdurchschnitt verändert sich.“

Gemeinsam mit den Juniorstudenten wertete er eine ähnliche Messreihe für Deutschland aus, auch hier war die Steigerung der Durchschnittstemperatur sichtbar. Ausführlich ging er darauf ein, wie die Forscher das Klima längst vergangener Zeiten erforschen. Dabei berichtete er auch von Untersuchungen seines Instituts.

Klimaarchive der Natur

Die Wissenschaftler nutzten sogenannte Klimaarchive. Diese fänden sich zum Beispiel im Sediment am Grund von Seen und Meeren. So könne man durch Kalkschalen von Tieren oder von Pollenfunden im Sediment auf Tiere und Pflanzen der Vergangenheit und somit auf die klimatischen Bedingungen schließen. Nadelbäume sprächen beispielsweise für ein kälteres, Laubbäume für ein wärmeres Klima.

Ein weiteres Klimaarchiv sind die Lufteinschlüsse in Eisschichten, die man durch Bohrungen erhält. In der Antarktis finde man Eisschichten mit einem Alter von bis zu 400 000 Jahren, mit Hilfe des Eises auf Grönland könnte man bis zu 120 000 Jahre zurück gehen. Eisuntersuchungen gebe es auch in Gletschern in den Alpen. Die Untersuchung von Tropfsteinen lieferten Klimainformationen. Weiter erklärte er, wie die natürliche Veränderung der Schrägachse der Erde zum Klimawandel beitragen.

Nach der Erklärung des Treibhauseffekt und seiner Ursachen verdeutlichte er die Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre und deren Auswirkungen: „Der Anteil des Kohlenstoffdioxid erhöhte sich in den letzten 150 Jahren um 50 Prozent, das treibt den Kimawandel an, da es als Isolationsschicht wirkt.“

Die Folgen der globalen Erwärmung stellte er unter anderem am Beispiel Deutschlands vor. So nehmen die Sommer mit Hitzetagen über 30˚C zu, weitere Folgen seien beispielsweise Trockenheit, mehr Extremwetterereingnisse und Zerstörung von Lebensraum. Gemeinsam mit den Kindern sammele er Möglichkeiten, was man selbst tun kann um den Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern. sjr

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