Weikersheim

Großangelegte Themenwoche Prävention und Medienbildung am Gymnasium Weikersheim / Zahlreiche Angebote und Aktionen für Schüler

Konstruktive und kreative Strategien

Archivartikel

Auf neue Wege begaben sich die Klassenstufen 5 bis 8 des Gymnasiums Weikersheim gemeinsam mit ihren Lehrern bei einer Themenwoche zum Thema Prävention.

Weikersheim. Bereits seit vielen Jahren wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Schüler neben der fächerspezifischen Ausbildung auch in ihrer Persönlichkeit gestärkt und ihren Lebenskompetenzen gefördert werden.

Der Prävention und Gesundheitsförderung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu, für die man nun am Gymnasium Weikersheim ein spezielles Konzept erarbeitet hat: „Um den Schülerinnen und Schülern die besondere Bedeutung dieser Themen zu verdeutlichen, ihnen eine intensivere Beschäftigung mit den verschiedenen Inhalten zu gewährleisten und gleichzeitig eine breitgefächerte Expertise zu ermöglichen, haben wir uns als Schule ganz bewusst dafür entschieden, eine eigene Themenwoche mit inner- und außerschulischen Fachkräften zu konzipieren“, so die Präventionsbeauftragte des Gymnasiums, Elisabeth Walz, die gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Birgit Schmitt für die Organisation der Themenwoche verantwortlich zeichnete.

Für die Klassen 5 bis 8 stand in der Woche kein regulärer Fachunterricht, sondern eine Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten mit altersentsprechender Schwerpunktsetzung auf dem Programm.

Für die Klassenstufen 5 und 7 standen die Tage ganz unter dem Motto der Klassengemeinschaft und der Sozialkompetenz. Während sich die siebten Klassen verstärkt dem Themenkomplex Gewaltprävention, etwa durch das polizeiliche Präventionsprogramm „Herausforderung Gewalt“, widmeten, beschäftigten sich die fünften Klassen im Schloss Weikersheim gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen und ihren Paten aus der zehnten Klasse mit dem Verhalten in Konfliktsituationen. Das durchgeführte Programm zielt darauf ab, Problemsituationen konstruktiv und kreativ zu bewältigen, Entscheidungen auf Grundlage allgemeingültiger Werte zu treffen und verantwortungsvoll am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

In der zweiten Wochenhälfte wurden die Computerräume genutzt: Der Medienbasiskurs ist fester Bestandteil des Unterrichts in Klasse 5. Hier wurden Schreibprogramme und Recherchemöglichkeiten ausgetestet, bekannte Methoden aufgefrischt sowie neue Arbeitsweisen und Abläufe erlernt.

Verantwortungsvoller Umgang

Im Zuge des Schwerpunktes „digitale Medien“ beschäftigte sich die Klassenstufe 6 verstärkt mit Themen der Medienbildung. Neben Grundlagen der Videoproduktion und Tipps zum verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones und sozialen Netzwerken stand auch die von Sabine Hönninger durchgeführte polizeiliche Präventionsveranstaltung „Verklickt!“ auf dem Programm. Hier wurde den Kindern ebenfalls die Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien vermittelt und sie wurden für deren Gefahren sensibilisiert. Ein Workshop über die Gefahren der Computerspielsucht setzte einen weiteren Schwerpunkt in dieser Kompaktphase. Die erlernten Grundzüge des Filmemachens können die Sechstklässler in den kommenden Wochen in der Praxis testen, indem sie kleine Filme über ihre Schule sowie in den Fremdsprachen kreieren.

Eine absolute Neuheit war jedoch die Suchtpräventionswoche für die Klassenstufe 8. Hier ist Vorsorge besser als Nachsorge, weshalb ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen außerschulischen Experten zusammengestellt wurde.

Den Auftakt gestaltete das Präventionstheater „Wilde Bühne“ aus Stuttgart mit zwei Szenen, die von ehemals Abhängigen gespielt wurden. Im Anschluss konnten Fragen gestellt werden, was die Schüler intensiv nutzten. Um auch rechtliche Fragen kompetent beantworten zu können, war zudem Bernhard Haag vom Polizeipräsidium Heilbronn, Referat Prävention in Tauberbischofsheim, anwesend. Er übernahm die Aufklärung zu den Gefahren, Wirkungsweisen und Risiken verschiedener Drogen. Aus eigener Erfahrung berichteten mehrere ehemals Süchtige. Die Möglichkeit zum Dialog mit Sucht-Betroffenen stellte für die Schüler eine wertvolle und bereichernde Erfahrung dar.

Süchte und Störungen

Neben der Drogen- und Alkoholsucht gibt es auch Süchte, die ohne verbotene Substanzen auskommen. Drei Fachkräfte der Kitzberg-Kliniken Bad Mergentheim stellten ihr Expertenwissen zur Verfügung. Engagiert referierten sowohl Chefärztin Dr. Lucia Bliznak als auch Psychologin Hanna Sophie Lang sowie Oecotrophologin Amrita Diehl über das Thema Essstörungen. Im Plenum wurde interessiert nachgefragt und mitgearbeitet. Ihr neuerworbenes Wissen konnten die Schüler in bei der Vorbereitung und Durchführung eines gesunden Frühstücks austesten. Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Stärkung und die Achtung des Selbstwerts von Jugendlichen. Dieser Part wurde den Achtklässlern durch Schulsozialarbeiterin Birgit Schmitt in Kooperation mit dem Schulsozialarbeiter der Gemeinschaftsschule, Mathias Paul, nähergebracht.

Da auch Sport und Bewegung wertvolle Bestandteile der Prävention und Gesundheitsförderung sind, wurden zahlreiche Sportveranstaltungen und Angebote zur Entspannung von Lehrern des Gymnasiums durchgeführt. Die Gefahren des Sports in Bezug auf Doping und Medikamentenmissbrauch, gerade im Amateur- und Freizeitsportbereich, wurden anschaulich von Michael Geidl, dem Sportkreisjugendreferenten des Sportkreises Mergentheim, erläutert.

Verschiedene Workshops, etwa zur Persönlichkeitsstärkung, zu Prüfungsängsten, zu kreativen Problemlösestrategien, zur Achtsamkeit im Medienkonsum oder zur Manipulation durch Medien rundeten das breitgefächerte Angebot ab.

Schulleiterin Christiane Ballas-Mahler würdigte das Engagement „unserer älteren Schüler, unserer motivierten Lehrkräfte und die entgegenkommende Unterstützung unserer teils langjährigen Kooperationspartner.“ gyw