Osterburken

70 Jahre Sportverein Bofsheim Festakt mit Gottesdienst im Zelt / Langjährige Mitglieder geehrt / Werner Geiger zum Ehrenmitglied ernannt

„Nur als große Familie kann ein Verein bestehen“

Archivartikel

Im Rahmen des Jubiläumssportfests „70 Jahre Sportverein Bofsheim“ fand am Sonntagvormittag im Festzelt ein Gottesdienst mit Festakt statt.

Bofsheim. Dabei ging Ortsvorsteher Werner Geiger auf die Geschichte des SV Bofsheim ein und sagte: „Unsere Hochachtung gilt nicht nur denjenigen, die am 21. Mai 1949 den Verein gründeten, sondern auch denen, den es gelang, den Verein durch Höhen und Tiefen zu führen und zu dem zu machen, was er heute ist – ein Sportverein, der neben den sportlichen Aktivitäten durch viele Veranstaltungen die dörfliche Gemeinschaft bereichert und nicht mehr wegzudenken ist“.

Nachdem der Posaunenchor Adelsheim-Rosenberg unter Arthur Kunkel die Besucher musikalisch begrüßt hatte, hießen Vorsitzender Rico Griebaum und Pfarrer Thomas Schnücker die Gäste willkommen.

Die Chorvereinigung „Eintracht“ Bofsheim (Leitung Margit Hettinger) und der Schülerchor der Astrid-Lindgren-Schule, geleitet von Beate Volk und Daniela Kaiser-Hauk und unterstützt von Heidi Ehrenfried, Pia Berberich und Tatjana Schlegel, sang „Schön ist es, auf der Welt zu sein“.

Pfarrer Schnücker betonte bei seiner Predigt, dass bereits vor 3000 Jahren in Griechenland Menschen in Kampfbahnen gelaufen seien. Der Sport in der Antike lasse sich auch auf heute übertragen. „Setzt Euch Ziele und trainiert, bis Ihr Euer Ziel erreicht“, so Schnücker. Ein Sieg sei im Leben und im Sport nur mit „Fairplay“ wertvoll. Jeder Spieler sei ein Teil des Ganzen. Den eigenen Ruhm auf Kosten der Mannschaft dürfe es nichtgeben. „Wenn jeder als Teil einer Gemeinschaft etwas beiträgt, tragen wir alle mit zum Sieg bei“, stellte Pfarrer Schnücker fest.

Im Anschluss erklang von der Chorvereinigung „Eintracht“ Bofsheim und dem Schülerchor „Ich wollte nie erwachsen sein“. Nach dem Segen blickte Ortsvorsteher Werner Geiger auf die Geschichte des SV zurück (siehe gesonderter Bericht), übermittelte die Grüße des Ortschaftsrats und der Bürger und gratulierte zum 70. Geburtstag.

Bei seinen Grußworten befasste sich Bürgermeister Jürgen Galm mit den Ablösesummen im Profibereich im zweistelligen Millionenbereich. Vereinstreue tauche da in keinem der Verträge auf. Deren Laufzeit und die vertragliche Bindung seien schnell Makulatur und dienten nur dazu, die Ablösesumme nach oben zu schrauben. Man sei hier nicht im Profifußball und auch nicht im höheren Amateurbereich, wo neben dem Ball ja auch der eine oder andere Euro rollen soll, so Galm.

Wenn in Bofsheim ein junger Mann dem Fußballsport nachgehe, dann werde er nicht mit viel Geld von einem anderen Verein losgekauft. Dieser junge Spieler sei entweder in Bofsheim aufgewachsen oder in den Verein hineingewachsen. Oder er komme von außerhalb und spiele hier, weil ihm die familiäre Struktur, der Zusammenhalt und die Geselligkeit im Verein gefalle.

„Elf Freunde“

„Ja, ich denke, beim SV hat über die 70-jährige Vereinsgeschichte der Geist des vielzitierten ’Elf Freunde müsst ihr sein’ geherrscht“. Elf Mann genügen heute weder für eine Fußballmannschaft noch für einen Verein. Da bedürfe es einer größeren Zahl an Mitstreitern. Es bedürfe einer „großen Familie, wie hier beim SV“, sonst könne ein Verein nicht über so viele Jahre erfolgreich bestehen. Der Erfolg eines Sportvereins definiere sich aber nicht nur über die Ergebnisse seiner ersten Fußballmannschaft, sondern über die gesamten Aktivitäten und natürlich auch über die Ausgangsvoraussetzungen. Insofern sei der SV Bofsheim ein überaus erfolgreicher Verein, stellte das Stadtoberhaupt fest. Er habe es geschafft, Höhen und Tiefen zu meistern und zu einem bedeutenden Teil des Lebens in Bofsheim zu werden.

Der SV bedeute jahrelange Jugendarbeit, zwischendurch Tischtennis und mittlerweile Damengymnastik mit Turnen, Wandern, Nordic Walking. Aerobic und einer Freizeitsportgruppe.

Der SV biete unter anderem einen Fastnachtsabend, jedes Jahr ein Sportfest, Ausflüge und unterstütze andere Vereine bei Veranstaltungen. „Welcher Verein der Größe des SV Bofsheim kann das in der heutigen, für Vereine schwieriger gewordenen Zeit von sich behaupten?“, fragte das Stadtoberhaupt.

Gerne und mit großer Freude gratuliere er deshalb namens der Stadt und des Gemeinderats, verbunden, mit einem Dank an alle, die den Übungsbetrieb und die Vereinsführung in diesen 70 Jahren möglich gemacht haben, so Galm. Der Sprecher der Osterburkener Vereine, Hubert Heffele, übermittelte seine persönlichen Glückwünsche und die aller Osterburkener Vereine. Der SV dürfe getrost auf eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte zurückblicken. Der SV verdiene Respekt und Anerkennung.

Der SV habe im vielfältigen Vereinsleben der Stadt und der Stadtteile nicht nur einen festen Platz inne, sondern erfülle auch wichtige gesellschaftliche Aufgaben zum Wohle der Bürger, lobte Heffele. Der Vorsitzende der Chorvereinigung „Eintracht“ Bofsheim, Thomas Frey, gratulierte im Namen aller Sänger und der Feuerwehrabteilung Bofsheim und wünschte viel Erfolg Freude am weiteren Vereinsleben.

Lohn für Treue

Danach ehrte der Vorstand langjährige Mitglieder. 30 Jahre sind Boris Geiger und Harald Volk dabei, für 40 Jahre wurden Gerald Klein, Gunter Krämer, Heinz Geiger, Helmut Kispert, Manfred Geiger, Werner Schwab, Reinhold Wörner und Wolfgang Klein geehrt.

Eine Auszeichnung für 50 Jahre Treue erhielten Berthold Schwab, Emil Hartmann, Erhard Kolesinski, Erich Märker, Fritz Stähle, Günter Gramlich Herbert Sündermann, Josef Schestak, Karl Kunesch und Reinhold Senk. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Erich Geiger, Heinz Keller, Karl Bernhardt, Kurt Rudolf, Erich Wissinger und Albert Hettinger geehrt.

Bürgermeister Jürgen Galm stellvertretender Vorsitzender des Badischen Fußballverbands, übermittelte die Grüße von Ronny Zimmermann, dem Vorsitzenden des Badischen Fußballverbands, vom Badischen Sportbund, vom Sportkreis Buchen und Fußballkreis Buchen.

Galm ehrte danach Steffen Griebaum, Rico Griebaum und Ralf Senk mit der Verbandsehrennadel. Danach wurde Ortsvorsteher Werner Geiger zum Ehrenmitglied ernannt. Zuletzt dankte Griebaum allen, die zum Gelingen des Sportfestes und Festakt beigetragen haben. jüh