Niederstetten

Photovoltaik-Anlagen Gemeinderat bestimmt Mitglieder einer Projektgruppe, die jetzt einen Kriterienkatalog erarbeiten und dem Gemeinderat vorlegen soll

„Solarparks nur mit Augenmaß verteilen“

Archivartikel

Rinderfeld.Eine Projektgruppe mit Vertretern aus Gemeinde- und Ortschaftsrat wird einen Kriterienkatalog für Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf dem Niederstettener Stadtgebiet ausarbeiten.

Der Gemeinderat wählte in seiner Sitzung am Mittwochabend jeweils vier Vertreter für das Gremium.

Zuvor hatte man auf die Erkenntnisse zurückgeblickt, die man aus der Bürgerversammlung in der Alten Turnhalle Ende Juli gezogen hatte, die vom „Energiedialog Baden-Württemberg“, einer Initiative des Landes Baden-Württemberg, moderiert worden war. Als „zentrale Erkenntnisse“ aus der Veranstaltung nannte Bürgermeisterin Heike Naber unter anderem, dass das Landwirtschaftsamt eingehend prüfe, bevor es eine Fläche für einen Solarpark freigebe. Diese Parks dürften nicht in Schutzgebieten gebaut werden. Betreiber müssten nicht nur auf den Einklang mit Artenvielfalt und Naturschutz achten, sondern auch einen ökologischen Ausgleich vorweisen. Stadtrat Roland Landwehr sprach sich für eine „positive Grundhaltung“ gegenüber Solarparks aus, betonte aber auch, dass man sich „die Landschaft nicht verbauen“ dürfe.

Denkbar sei etwa, nur einen neuen Park pro Jahr zuzulassen. Niederstetten solle sich als „Stadt darstellen, die ausgewogen und verantwortungsvoll mit der Natur umgeht“. Um die Flut der Anträge einzudämmen, schlug er vor, von den Antragsteller eine Bearbeitungsgebühr zu verlangen.

Stadtrat Klaus Lahr betonte, dass er Photovoltaikanlagen „schon immer“ befürwortet habe, wenn sie „naturverträglich“ seien. Die Projektgruppe müsse einen „Leitfaden“ erarbeiten, damit es „nicht immer ein Hü und Hott“gebe. „Ein Investor braucht Sicherheit“, betonte er. Wichtig sei es ihm, dass die „Wertschöpfung wenn es irgendwie geht in der Stadt“ verbleibe.

Stadträtin Annette Schindler mahnte, „mit Augenmaß“ vorzugehen. So solle man nicht nur „bei der Bewertung der Flächen präziser werden“, sondern auch gewisse Größen nicht überschreiten und die Parks „mit Augenmaß verteilen“. Ortsvorsteher Karl Heil machte deutlich, dass es wichtig sei, dass die Ortschaftsräte an der Kriterienausarbeitung beteiligt seien, „weil die Anlagen auf den Dörfern und um unsere Häuser herum stehen“.

Die Projektgruppe wird sich aus vier Mitgliedern des Gemeinderats, Heidrun Beck, Harald Dietz, Karl Martin Dimler und Silke Preuninger sowie aus den vier Ortsvorstehern Gerhard Hauff, Jürgen Striffler, Jürgen Schuler und Gerhard Kleider zusammensetzen. sem