Niederstetten

Geschichte Von der Synagoge zur Kapelle / Umwidmungen als Machtdemonstration

Anschauliches Beispiel aus Rothenburg

Rothenburg.Religiöse Gebäude sind schon öfter umge widmet worden. In Rothenburg gibt es ein Beispiel dafür.

Umwidmungen wie die der Hagia Sophia in Istanbul hat es Forscherinnen aus Münster zufolge in der Geschichte bereits häufiger gegeben. So seien etwa im Mittelalter Synagogen in Kirchen umgewandelt worden, erklärten die Judaistinnen Katrin Kogman-Appel und Franziska Kleybolte in einem Online-Beitrag der Universität Münster.

Die Wissenschaftlerinnen verweisen auf die Synagoge auf dem Kapellenplatz in Rothenburg ob der Tauber, die im 15. Jahrhundert zu einer Kirche umgewandelt wurde. Bei der Umwandlung sei darauf geachtet worden, dass „alles Jüdische aus den Mauern vertrieben“ wurde, erklären Kogman- Appel und Kleybolte. Innen und außen sei die Tünche von den Wänden abgeschlagen, diese seien neu gestrichen worden. Solche Umwidmungen seien als politische Akte der Macht zu verstehen und drückten den Triumph der Kirche über das Judentum aus. „Aber auch wirtschaftliche Motive spielten eine Rolle“, schreiben die Wissenschaftlerinnen.

Die jüdische Gemeinde habe mit der Synagoge oft ihren Besitz verloren.

Die Hagia Sophia war fast 1000 Jahre lang die größte Kirche des Christentums. 1453 machten die osmanischen Eroberer daraus eine Moschee. Seit einer Umwidmungs-Zeremonie ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee. kna