Neckar-Odenwald

Stellungnahmen der Fraktionen Schritte sollen schnellstmöglich umgesetzt werden / Corona-bedingte Mehrbelastung angesprochen

„Kliniken noch mehr als umfassenden Versorger wahrnehmen“

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Zufrieden, aber durchaus auch kritisch und mit Fokus auf eine schnellstmögliche Umsetzung der Maßnahmen, äußerten sich die Sprecher der Fraktionen zum Zukunftskonzept der Neckar-Odenwald-Kliniken. So lobte Rainer Houck (CDU), dass Chancen und Risiken intensiv abgewogen und nach dem besten Konzept für die optimale Versorgung der Patienten wie auch für eine wirtschaftlich leistbare Führung der Kliniken gesucht wurde. „Es leuchtet ein, dass bei Leistungen, die praktisch von allen Krankenhäusern in vergleichbarer Qualität erbracht werden, die örtliche Nähe ein wesentlich wichtigeres Kriterium ist als bei spezialisierten Operationen, die oft lange vorher geplant werden“, meinte er. Er hofft, dass die Klinikstandorte von der Bevölkerung noch mehr als umfassende Versorger wahrgenommen werden. Der hohe Anteil an geplanten Operationen an einem Standort lasse die fachliche Qualifikation in den Vordergrund rücken.

Volker Rohm (Freie Wähler) mahnte, so bald wie möglich die weiteren Maßnahmen umzusetzen. Allerdings sei es schon unter normalen Umständen nicht verwerflich, sondern notwendig, Pläne an den Verlauf anzupassen. Durch Corona gelte dies umso mehr. „Weder zeitliche Verzögerungen noch örtliche Anpassungen dürfen zu Lasten oder zu Gunsten eines Standortes ausgelegt werden. Das Handeln muss der optimalen Versorgung der ganzen Kreisbevölkerung dienen.“

„Erleichtert über die Entwicklung, die nach derzeitigem Stand eine Privatisierung ausschließt“, äußerte sich Kreisrat Georg Nelius (SPD). Das Umsetzungskonzept habe durchaus einige „Rohrkrepierer“ produziert, doch man müsse und dürfe optimistisch bleiben. „Ich bitte nur darum, die Ängste des Personals ernst zu nehmen“, so Nelius.

Für das Bündnis90/Die Grünen sprach Gabriele Metzger, welche die Leistungen der Beschäftigten und der Klinikleitung würdigte. Sie begründete die Enthaltungen aus ihrer Fraktion unter anderem damit, dass deren Bedenken vor allem hinsichtlich der Beurteilung der finanziellen Auswirkung der Umstrukturierung nicht ausgeräumt seien. Den Antrag ihrer Partei auf eine weitere Vorberatung im Ausschuss lehnten sowohl Verwaltung als auch der Kreisrat mehrheitlich ab. Dass die Qualität bei speziellen Operationen wichtiger sei als eine wohnortnahe Versorgung, bezeichnete Tobias Eckert (AfD) als „plausibel“. ms

Zum Thema