Main-Tauber

Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken Markt- und Kooperationserkundungsverfahren eingeleitet

Durch Glasfaser gigabitfähig werden

Archivartikel

Heilbronn.Die Region Heilbronn-Franken soll flächendeckend mit Glasfaser bis zu den Haushalten und den Unternehmen ausgestattet werden und somit eine gute Grundlage für die Gigabit-Zukunft erhalten. Bis 2027 sollen 100 Prozent der Unternehmen Zugang zu einem glasfaserbasierten gigabitfähigen Internetzugang erhalten. Dies soll auch für die privaten Haushalte möglich sein. Dafür lautetet die Zielsetzung bis 2027 rund 60 Prozent und bis 2032 rund 95 Prozent der Haushalte zu erschließen. Darüber hinaus wird auch der Mobilfunk in den Blick genommen.

Durch ein flächendeckendes 5G-Mobilfunknetz soll zudem bis 2035 das Surfen in Gigabitgeschwindigkeit ermöglicht werden. Darauf haben sich nun die Gesellschafter der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) und die IHK Heilbronn-Franken verständigt.

Unter Federführung der WHF wurde jetzt ein Markterkundungsverfahren zur Identifizierung von Kooperationsmodellen, Lösungsansätzen und Ausbaukonzepten für eine Rahmenkooperation zwischen der Region Heilbronn-Franken und der Privatwirtschaft zur Erreichung der vorgenannten Ausbauziele ausgeschrieben.

„Digitale Infrastrukturen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem sehr bedeutsamen Standortfaktor entwickelt. Dabei spielt die digitale Infrastruktur sowohl bei der Standortfrage nach Wohnraum als auch im unternehmerischen Kontext und damit im gesamtgesellschaftlichen Gefüge eine wichtige Rolle“, fasst der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der WHF, der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel, die bereits bestehende Herausforderung für die Region Heilbronn-Franken zusammen.

Entscheidender Standortfaktor

„Für unsere Unternehmen wird, im Rahmen des derzeit stattfindenden Transformationsprozesses hin zu einer digitalen Wirtschaft, die Bereitstellung eines flächendeckenden Gigabit-Netzes in der Region Heilbronn-Franken immer mehr zum entscheidenden Standortfaktor, der über ihren Erfolg oder Misserfolg entscheidet“, beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring die Herausforderung.

Damit die Region Heilbronn-Franken auch weiterhin wettbewerbsfähig aufgestellt sein kann, bedarf es bei dieser zentralen Infrastruktur der Zukunft ein gemeinsames Vorgehen der regionalen Stakeholder. Dieses gemeinsame Handeln entlang einer abgestimmten Zielsetzung ist bedeutsam, um den interessierten Blick von Anbietern aus dem Bereich der Telekommunikationswirtschaft auf die Region Heilbronn-Franken zu lenken. Technologisch gesehen bietet Glasfaser die einzige Breitbandversorgung, die den Anforderungen gerecht werden kann, heißt es weiter in einem Pressebericht der WHF.

Dabei soll der flächendeckende Breitbandausbau sowohl eigenwirtschaftlich durch die Telekommunikationsanbieter als auch durch den geförderten Ausbau umgesetzt werden. Überall dort, wo aufgrund der aktuellen Versorgung keine Förderung möglich ist, jedoch der eigenwirtschaftliche Ausbau unattraktiv ist, soll im kooperativen Verfahren die Gigabitfähigkeit durch Glasfaser hergestellt werden.

Aktuell wurde nun durch die WHF ein EU-weites, freiwilliges Markt- und Kooperationserkundungsverfahren eingeleitet. Ziel des Verfahrensschrittes ist es, einschlägige Dienstleister zu identifizieren, die anhand von Konzepten mögliche Kooperationsmodelle vorschlagen mit denen die von der Region definierten Ziele erreicht werden können. Diese Ausschreibung läuft bis zum 7. August 2020. Dabei ist dieses Verfahren in Ergänzung zu den laufenden, den bereits bewilligten beziehungsweise zur Förderung beantragten Ausbaumaßnahmen in den Kommunen zu sehen.