Hardheim

Virtueller Spendenlauf Daniel Nohe und Moritz Reinhard sammeln über „We Can Do More“ Spenden für eine Einrichtung in Uganda

Laufen für den guten Zweck

Archivartikel

Bretzingen/Höpfingen.Manchmal braucht es nur ein Telefonat, um auf eine gute Idee zu kommen. Moritz Reinhard war im vergangenen Jahr für den guten Zweck in Europa unterwegs. Zwei Jahre zuvor hatte Daniel Nohe ein soziales Projekt gestartet. Beide Sportler telefonierten miteinander – „We Can Do More“ ging in seine nächste Runde. Mitte Dezember 2019 entschieden sie sich, das soziale Projekt von Pfarrer Thomas Barungi in Uganda zu unterstützen. Die Entscheidung fiel auf einen virtuellen Spendenlauf, der zum 1. Mai gestartet wurde.

Keine Anmeldung notwendig

„Wir möchten Menschen aktiv dazu motivieren, sich etwas Gutes zu tun und sich zu bewegen. Menschen können joggen, walken, wandern oder spazieren gehen und diese sportliche Tätigkeit an uns schicken“, erklären Reinhard und Nohe. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Teilnehmer sind an keine zeitlichen Bedingungen gebunden. Auch die Strecke und Streckenlänge sind frei wählbar.

„Die sportlichen Aktivitäten sind nicht an Unternehmensspenden gekoppelt. Jeder, egal welches Alter, kann entscheiden, was er macht und wie viel er spendet.“ Mehrmals laufen ist auch möglich. Via Instagram, Whatsapp, Mail oder über die Plattformen Strava und Runtastic können die Ergebnisse mit Bildern geteilt werden, auch um Freunde und Angehörige zu motivieren. Wie die Initiatoren erzählen, werde die ganze Aktion keinen Cent kosten, jeder Euro gehe eins zu eins an die Einrichtung in Uganda. Dort soll die „Blessed Adolf Kolping Education Foundation“ (Bakef) von Pfarrer Thomas Barungi unterstützt werden.

Unterricht und Ausbildung

Die Wahl auf dieses Projekt fiel deshalb, weil Barungi in Nohes Heimatort Höpfingen bekannt ist und für sein Engagement große Aufmerksamkeit erhält. Die Bildungseinrichtung, an welche die Spendengelder geschickt werden, befindet sich in Kakumiro, 180 Kilometer nordwestlich von der Haupstadt Kampala. Dort erhalten 375 Jungs und Mädchen normalen Unterricht und lernen erste Schritte in den Bereich Handwerk, Landwirtschaft und Holzverarbeitung. Auf dem Gelände befinden sich neben dem 2018 eingeweihten Schulgebäude eine kleine Werkstatt, eine Farm und eine Schreinerei. Die Kinder werden nicht nur unterrichtet, sondern erhalten vor Ort auch Essen und können dort übernachten. Ein weiterer Grund, weshalb das Projekt so wichtig für die Region ist: Die Verantwortlichen vor Ort leisten einen wichtigen Beitrag, um die Zwangsheirat junger Mädchen zu verhindern.

„Eigentlich wollten wir den Spendenlauf bis Ende März durchziehen, aber da hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Projekt abzusagen kam für uns aber nicht in Frage“, so Reinhard und Nohe, die Pfarrer Thomas persönlich kennen. Ein Besuch vor Ort in Uganda soll erfolgen, sobald es wieder möglich ist.

Eine Person auf jedem Kontinent

Der Spendenlauf geht noch bis zum 30. Juni. Bisher haben sich über 200 Läufer beteiligt, die insgesamt mehr als 2400 Kilometer gelaufen sind. Über 1600 Euro wurden bereits eingenommen. „Wir sind zufrieden mit dem Verlauf und hätten nicht erwartet, so schnell schon mehr als 200 Teilnehmer zu haben“. Natürlich erhoffen sich Nohe und Reinhard, der aus Bretzingen stammt, eine größtmögliche Summe übergeben zu können. Ein zusätzliches Ziel haben sie sich noch gesteckt: mindestens eine Person auf jedem Kontinent erreichen. Bisher haben überwiegend Läufer aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland mitgemacht. Doch wer den Instagram-Kanal von „We Can Do More“ verfolgt wird feststellen: In den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und sogar in China haben bereits Läufer mitgemacht.

„Wir hoffen natürlich, dass das Projekt noch bekannter wird, um mehr Menschen erzählen zu können, was Leben und Schulbildung in Uganda bedeuten. Und das dort die Zwangsheirat von jungen Mädchen immer noch ein großes Problem ist“, betonen Nohe und Reinhard.

„Der Zugang zu Bildung kann nicht nur dieses Problem minimieren, sondern auch viele andere Dinge im Land verbessern. Wie schon Nelson Mandela sagte: ,Education is the most powerful weapon we can use to change the world’.“

Weitere Informationen, auch zum Spendenkonto, finden sich auf der Homepage https://www.wecandomore.de/ und auf dem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/wecando_more/.