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Fechten: Morgen vor 25 Jahren feierten Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser den grandiosen Dreifach-Erfolg bei den Olympischen Spielen in Seoul

Der größte Triumph des „FC TBB“

Archiv-Artikel vom Samstag, den 21.09.2013

22. September 1988: Es war der Tag des größten Triumphes für den FC Tauberbischofsheim: Bei den Olympischen Spielen in Seoul holten Anja Fichtel (Mitte) Gold, Sabine Bau (links) Silber und Zita Funkenhauser Bronze.

© dpa

Die Erinnerung schmeckt auch 25 Jahre danach noch lecker.

© von Ahsen

"Dass es ein Dreifach-Erfolg wird, hätte sich niemand erträumt", erinnert sich Zita Funkenhauser gern zurück. Morgen vor 25 Jahren schrieb die Florettfechterin bei den Olympischen Spielen in Seoul mit ihren Mannschaftskameradinnen Sabine Bau und Anja Fichtel mit Mannschaftsgold sowie allen drei Einzelmedaillen Geschichte. Bis heute ist der Erfolg von Seoul unerreicht, dass drei Fechterinnen eines Sportvereins alle Medaillen im Einzel und auch die Mannschaftsgoldmedaille abräumten.

Es war der 22. September 1988. Glücklich und zu Tränen gerührt standen die Tauberbischofsheimer Fechterinnen nach einem unglaublichen Wettkampf gemeinsam im Einzel und in der Mannschaft auf dem Podest. 25 Jahre später erinnerten sich die Sportlerinnen an diesen Augenblick zurück. "Bei mir sind einige Momente gut in Erinnerung, andere weniger. Ich finde es ganz witzig, wenn dem einen das Eine in Erinnerung ist und dem anderen das Andere. Da kann man sich etwas austauschen. Im Alltag tritt es eher in den Hintergrund", verriet Sabine Bau und ihre ehemalige Mannschaftskollegin Zita Funkenhauser ergänzte: "Es ist immer noch präsent, weil mich meine Tochter oft danach fragt. Sie will immer die Fotos und den Film sehen."

Während sie sich den leckeren Olympiakuchen schmecken ließen, den der Fecht-Club ihnen zu Ehren des Jubiläums mit Logo von Seoul hat backen lassen, mussten die beiden Damen jedoch zugeben, dass so manche Erinnerung nur noch verschwommen da ist. "Ich könnte keinen Namen sagen, gegen wen ich im K.o gefochten habe. Ich habe gerätselt, wie es damals mit der Direktausscheidung war. Den Weg habe ich aus dem Gedächtnis gelöscht. Den Weg zum Treppchen und die Siegerehrung natürlich nicht", gestand Zita Funkenhauser, die in Seoul Bronze gewann. Und die damalige Silbermedaillengewinnerin Sabine Bau ergänzte: "Uns war es schon immer sehr bewusst gewesen, da damals schon Emil Beck gesagt hatte, dass es etwas Einmaliges in der Fechtgeschichte war."

Immer mal die Waffe in der Hand

Längst haben aber die drei Damen den Sprung in den beruflichen Alltag geschafft. "Wir haben alle unseren Beruf, daher ist es immer wieder schön in die Halle zu kommen. Es ist immer noch toll, die Bilder von früher zu sehen oder die heutigen jungen Mädchen im Training", betonte Zita Funkenhauser, die heute als Zahnärztin praktiziert. Ihre Teamkollegin Dr. Sabine Bau, die heute als Fachärztin für Orthopädie arbeitet, gesteht: "Ich denke gerne zurück und nehme auch noch das ein oder andere Mal die Waffe in die Hand. So bleibe ich auch weiterhin mit dem Fechtsport verbunden."

Die Dritte im Bunde, die zweifache Goldmedaillensiegerin Anja Fichtel steht nach wie vor auf der Planche, aber wollte nicht mehr so recht ans Feiern denken. "Es war eine schöne Zeit, aber es hat nichts mehr mit meinem heutigen Leben zu tun", sagte die Ex-Florettfechterin und Mutter, die sich inzwischen hauptsächlich um ihre Familie kümmert. Als Nachwuchstrainerin des FC Tauberbischofsheim betreut sie die kommenden Fechtstars.

"Ich würde mir wünschen, dass ein solcher Erfolg wiederholt wird. Vielleicht sind es dann nicht nur deutsche Florettfechterinnen, sondern auch einige Mädchen aus Tauberbischofsheim", so Zita Funkenhauser.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 21.09.2013
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