DAS NACHRICHTENPORTAL

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Urban Gardening: Würzburger Stadtindianer verwandeln tristes Grau in lebendiges Grün /Renaissance des Selbermachens

Gärtnern für die essbare Stadt

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 21.08.2013

Von unserer Mitarbeiterin Pat Christ

Renaissance des Selbermachens: Stadtindianerin Cornelia Uhlig inmitten des Gartens im Innenhof des Würzburger Jugendkulturhauses Cairo.

© Pat Christ

Linda Kehrer bringt Rucola zum Einpflanzen mit.

Würzburg. Als Wassertank dient eine grüne Tonne mit der Aufschrift "Urban Gardening". Eines der Hochbeete besteht aus alten Paletten und einem roten Bettlaken. Sogar ein verrostetes Mischpult wurde kurzerhand zu einem Beet umfunktioniert.

Die Würzburger Stadtindianer sind äußerst kreativ, wenn es darum geht, tristes Grau in Grün zu verwandeln. 15 Menschen - fast ausschließlich Frauen - machen mit. Als erstes Projekt hat sich das Team den Innenhof des Jugendkulturhauses Cairo ausgeguckt.

Man muss kein versierter Gärtner sein, um bei den Stadtindianern mitmachen zu können. Das Knowhow tragen die Aktivistinnen aus eigenem Erfahrungsschatz, Büchern und dem Internet zusammen. Das weltweite Netz dient auch der Organisation, so Stadtindianerin Cornelia Uhlig: "Wer da war und gegossen hat, der teilt das über Internet den anderen mit."

Tomaten statt Blumen

Statt rot blühender Rosen, gelber Tulpen oder anderer feiner Blumen wachsen im Garten der Stadtindianerinnen Pflücksalat und Erdbeeren, Tomaten, Stangenbohnen und Rucola. Kräuter wie Petersilie und Basilikum gedeihen an diesem Ort, wo sich junge Leute treffen, um Musik zu hören, sich an den Gerichten der veganen Volksküche zu laben oder miteinander Improtheater zu spielen.

Wie viel besser schmecken Tomaten vom Strauch als solche aus der Konservenbüchse! Davon sind alle Stadtindianerinnen fest überzeugt. Ihre Mission ist es, anderen Menschen vorzumachen, dass man auf kleinstem Raum, in dichtester Stadt und mit geringsten Mitteln Gesundes wachsen lassen kann.

Während in "echten" Gärten Rondells abgezirkelt werden, recyceln die Stadtindianerinnen alles Ausrangierte, das irgendwie bepflanzt werden kann. Alte Eimer oder Weinkisten zum Beispiel. Eine "essbare Stadt", in der an allen möglichen Stellen Gemüse und Obst wächst und von jedermann gepflückt werden kann, das ist die Vision von Stadtindianerin Claudia Gabel.

Für alle Menschen ohne Eigenheim, aber mit grünem Daumen wünscht sich ihre Mitstreiterin Angela Kleinfeld Mietergärten. Die könnten, so der große Wunsch der Gartenaktivistin, im neuen Stadtteil auf dem Hubland entstehen: "Zum Bespiel entlang eines Weges um ein Haus." Kleinfeld selbst erlebt, wie viel Freude es macht, etwas von eigener Hand Gepflanztes wachsen zu sehen.

Nicht zuletzt für Kinder sei es wichtig, zu erfahren, wie unterschiedlich Früchte, Gemüse und Kräuter schmecken: "Ganz besonders im Vergleich zu gekauften Lebensmitteln."

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Versionen des Projekts "Urban Gardening". Alle haben miteinander gemein, dass es nicht um üppige Ernteerträge geht. Zum einen soll Gesundes gepflanzt werden. Zum anderen wird "Urban Gardening" als eine Möglichkeit gesehen, mit Menschen zusammen zu kommen, denen man sonst nie begegnet wäre. Dabei ist die Szene mehr und mehr dabei, sich auszudifferenzieren.

"Guerilla Gardening"

Beim "Guerilla Gardening" zum Beispiel werden, teilweise nachts, heimlich Gewächse aller Art als subtiles Mittel des politischen Protestes in der Stadt ausgesät oder angepflanzt. Es gibt interreligiöse Kräutergärten, interkulturelle und "nomadische" Gärten, Nachbarschafts-, Mieter- und Firmengärten sowie kleine Parks auf Stelzen.

In immer mehr Städten regt sich die neue Lust am Grün als Alternative zur industrialisierten Nahrungsmittelproduktion.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 21.08.2013
  • Drucken
 
 
TICKER

Das Wetter im Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim - Prognose für 0 Uhr

Das Wetter am 23.3.2017 in Tauberbischofsheim: bedeckt
MIN. 6°
MAX. 12°
 

Uraufführung

Intensives musikalisches Erlebnis

Die Hoffnung und der Wunsch nach Liebe gehören zusammen. Sie sind das verbindende Element, das sich wie eine Klammer um die drei Teile des Konzerts "Hoffnung" des Monteverdichors Würzburg unter Leitung von Matthias Beckert legte. Es war eine vielumjubelte Uraufführung in der Neubaukirche, als… [mehr]

„Lommbock“

Würzburg spielt wieder eine Hauptrolle

Vor 16 Jahren drehte der aus Würzburg stammende Regisseur Christian Zübert in seiner Heimatstadt die Kifferkomödie "Lammbock". Die Geschichte um die beiden Kumpel Kai und Stefan, die über einen Schein-Pizzaservice Drogen verkaufen, wurde schnell Kult. Damals schon in den Hauptrollen: Moritz… [mehr]

Hier hat der Leser das Wort

Märchen vom menschengemachten Klimawandel in die Welt gesetzt

Kein vernünftiger Mensch bezweifelt, dass sich unser Klima ändert. Seit der letzten Eiszeit vor gut 10 000 Jahren hatten wir ein dutzend Mal abwechselnd Warm- und Kaltzeiten, die Temperaturen schwankten etwa um drei Grad Celsius. Zuletzt hatten wir die "kleine Eiszeit", begleitet von Missernten… [mehr]

In eigener Sache

Klare Regeln für Leserbriefe in den FN

Liebe Leserinnen und Leser, die Fränkischen Nachrichten erfüllen als Tageszeitung eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Unsere Berichterstattung ist darauf ausgerichtet, zu Ihrer Meinungsbildung über das Tagesgeschehen und aktuelle Entwicklungen beizutragen. Teil dieses Prozesses ist es auch… [mehr]

Stellenabbau

Keine Kündigungen bei GE in Mannheim

Es ist ein kleiner Trost für die über 1000 GE-Mitarbeiter, die in Mannheim ihren Job verlieren werden. Der Vorstand sicherte in einem Brief an die Belegschaft zu, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. [mehr]

Kontakt zu den Redaktionen

 
 

DAS NACHRICHTENPORTAL