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Siebenbürgisches Museum Gundelsheim: Ausstellung „Der Komponist Waldemar von Baußnern. Herkunft – Leben – Werk“

Reiches und vielfältiges Musikschaffen

Archiv-Artikel vom Freitag, den 03.01.2014

Reiches und vielfältiges Werk: Waldemar von Baußnern in einem Porträt von Ottilie W. Roederstein (um 1920).

© Siebenbürgisches Museum Gundelsheim

Differenziertes Bild: Blick in die Gundelsheimer Ausstellung.

Gundelsheim. Das Siebenbürgische Museum Gundelsheim auf Schloss Horneck würdigt in Kooperation mit dem Siebenbürgen-Institut Gundelsheim noch bis 16. März den Komponisten Waldemar von Baußnern mit einer Sonderausstellung, die seine siebenbürgische Herkunft, sein Leben und sein reiches und vielfältiges Werk näher beleuchtet.

Der 1866 in Berlin geborene Komponist, Dirigent und Musikpädagoge entstammte einer bedeutenden siebenbürgischen Patrizierfamilie, deren Mitglieder das gesellschaftliche Leben Siebenbürgens seit der Reformation entscheidend beeinflusst haben.

Zu seinen Vorfahren zählte der Arzt, Philosoph und Theologe Bartholomäus Georg Bausner (1629 - 1682), der im Jahr 1676 zum Generaldechanten und 1679 zum Superintendenten der Evangelischen Landeskirche in Siebenbürgen gewählt wurde. Dessen Sohn Simon Edler von Bausznern (1677 - 1742) wurde 1718 durch Kaiser Karl VI. in den Reichsadelsstand erhoben und 1733 zum Königsrichter und Sachsenkomes ("Graf der sächsischen Nation") gewählt. Diese Ämter begleitete ab 1764 auch sein Sohn Samuel Edler von Bausznern (1713 - 1780), der Urgroßvater Waldemars von Baußnern.

Waldemars Eltern verließen Berlin aufgrund der politischen Spannungen zwischen Österreich und Preußen kurz nach der Geburt ihres Sohnes. Daher verbrachte Waldemar seine Kindheit in Hermannstadt, Kronstadt und Budapest. Nach dem Tod des Vaters kehrten Mutter und Sohn wieder nach Berlin zurück, wo Waldemar von Baußnern 1882 sein Kompositionsstudium an der Königlichen Hochschule für Musik begann.

Seine erste Stelle führte ihn 1891 als Chorleiter nach Mannheim. Es folgten Stationen als Chorleiter in Dresden und Lehrer am Kölner Konservatorium, bevor er 1909 zum Direktor der Großherzoglichen Musikschule in Weimar aufstieg. 1916 wurde er Direktor des berühmten Dr. Hoch'schen Konservatoriums in Frankfurt am Main und schließlich 1923 zweiter Sekretär der Akademie der Künste in Berlin.

Neben seinen vielen Verpflichtungen als Musikpädagoge und Dirigent arbeitete Waldemar von Baußnern unermüdlich an eigenen Werken. Sein umfangreiches Œuvre umfasst nicht weniger als fünf Opern, neun Symphonien und eine Vielzahl an Orgelwerken und Chormusikstücken, die zu seinen Lebzeiten große Anerkennung fanden. Obwohl er bereits im Jugendalter Siebenbürgen verlassen hatte, blieb von Baußnern der Heimat seiner Familie zeitlebens verbunden.

In seinem Werk verarbeitete er vielfältige musikalische Eindrücke und kehrte dabei immer wieder zu seinen siebenbürgischen Wurzeln zurück. So finden sich neben Motetten und Orgelfugen, wie sie zur Tradition evangelischer Kirchenmusik gehören, auch von ungarischen Klängen inspirierte Tänze, Märsche und Lieder.

In der Ausstellung werden neben persönlichen Gegenständen und Porträts des Komponisten aus dem Besitz des Siebenbürgischen Museums auch zahlreiche Originaldokumente aus den Beständen des Siebenbürgen-Instituts präsentiert. Die Exponate wurden 2007 aus dem Nachlass des Komponisten von seiner Enkelin Susanne Sarma den beiden Institutionen geschenkt. Sie zeigen ein differenziertes Bild des Musikers und gewähren Einblick in die Herkunft und das musikalische Werk Waldemars von Baußnern.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 03.01.2014
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