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Podiumsdiskussion im Joseph-Martin-Kraus-Saal: Bundestagskandidaten standen Rede und Antwort / Projekt „Juniorwahl“ soll Interesse wecken

Keine Spur von Politikverdrossenheit

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 18.09.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Maximilian Münster

Bei einer Podiumsdiskussion der ZGB im Joseph-Martin-Kraus Saal im Rahmen der "Juniorwahl" kam es zu regen Diskussionen zwischen Schülern und Bundestagskandidaten.

© Münster

Keine Spur von Politikverdrossenheit: Die Schüler der ZGB waren interessiert an den Themen, die den Wahlkampf bestimmen.

Buchen. Politisches Desinteresse oder gar Politikverdrossenheit - von solchen Phänomenen ist an der Zentralgewerbeschule in Buchen keine Spur. Im Gegenteil: Mit dem deutschlandweiten Projekt der "Juniorwahl", an dem die Schule teilnimmt, beschäftigen sich Schüler von Technischem Gymnasium, Berufskolleg und Berufsschule intensiv mit Politik. Dass das gut bei den zwölf Klassen ankommt, zeigte eine Podiumsdiskussion, bei der gestern die Bundestagskandidaten der Region den Jugendlichen Rede und Antwort standen.

Unter der Moderation von Schülersprecher Florian Trabold und Jennifer Sorensen äußerten sich die Politiker im Joseph-Martin-Kraus-Saal zu NSA-Affäre, Eurokrise und anderen Themen, die den Wahlkampf bestimmen. Dabei bildeten Leitfragen der Moderatoren den Einstieg in die Diskussion.

Zunächst mussten die Kandidaten zum Thema Datenschutz Stellung nehmen. "Nach den Grundrechten ist die Ausspähung von Daten einfach nicht erlaubt. An dieses Recht müssen sich auch die Amerikaner halten", sagte Volker Bohn (Linke) und war damit einer Meinung mit Piratin Susanna von Dewitz. "Wir sind gegen die Überwachung und jegliche Form der Vorratsdatenspeicherung", so die Kandidatin. Um Sicherheit zu garantieren, müsse man gewisse Maßnahmen in Kauf nehmen, fand Dr. Dorothee Schlegel (SPD). "Die Freiheit muss es Wert sein." Die "Datensammelwut" müsse jedoch eingegrenzt werden.

Datenschutz thematisiert

"Eine Vorratsdatenspeicherung darf nur auf begründeten Verdacht hin erfolgen", fand Hans-Detlef Ott von den "Grünen". "Wir brauchen Geheimdienste, Kontrolle ist wichtig", bemerkte MdB Alois Gerig, wobei er auf eine sensible Nutzung der Daten hinwies. Eine Speicherung dürfe jedoch nur aus einem konkreten Anlass erfolgen. Ulrike Quoos (FDP) stimmte dem zu: "Persönliche Daten sind ein Bürgerrecht. Deshalb darf kein Generalverdacht gegenüber den Menschen bestehen", ergänzte die Liberale.

Das Thema Arbeit bestimmte die weitere Gesprächsrunde. "Der Niedriglohnsektor ist eine Fehlentwicklung. Ein flächendeckender Mindestlohn würde mehr Gerechtigkeit bedeuten", erläuterte Ott die grüne Position. "Jeder muss von seiner Arbeit leben können", sagte Gerig und verteidigte die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung. "Wir haben ein gutes Sozialsystem. Ein Mindestlohn ist nicht sinnvoll." Das Thema Zeitarbeitsfirmen dürfe man hierbei nicht nur negativ betrachten. "Es gibt auch positive Beispiele, bei denen Leiharbeiter mehr verdienen als Festangestellte", bestätigte Quoos. Schlegel stellte sich dem entgegen. Leiharbeit dürfe nicht zunehmen. Dazu fordere die SPD einen flächendeckenden Mindestlohn.

Weiter beschäftigten Frauenquote und Kitaplätze die Diskussion mit den Schülern. Frauen und Männer sollten gleichermaßen die Chance haben sich zu verwirklichen, eine Quote sei deshalb nicht sinnvoll. Dieser Meinung waren auch Dewitz , Gerig und Quoos. Immerhin sei die Gleichberechtigung in den Grundrechten verankert. Dagegen setzten sich Bohn und Ott klar für eine Frauenquote ein. Parteiintern habe man diese bei Linken und Grünen bereits verwirklicht. Einig waren sich die sechs Kandidaten, dass ein breites Betreuungsangebot für Kinder in Form von Kita und Ganztagesschulen geschaffen werden müsse. Nur so könnten Arbeit und Familie vereint werden.

Eine Stellungnahme forderten die Schüler zum Thema "Homo-Ehe". Akzeptanz sei wichtig, meinte MdB Alois Gerig. "Die sexuelle Orientierung ist Privatsache, deshalb muss der Staat diese akzeptieren", fand Volker Bohn von der Linken. Die anderen Parteien schlossen sich dem an.

Geteilte Meinungen gab es zur Rente. FDP und Union glaubten an ein System aus staatlichen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen. "Wichtig ist, dass man selbst vorsorgt", mahnte Ulrike Quoos die Schüler. Das könne sich aber nicht jeder leisten, sagten Ott und Schlegel. Außerdem müssten die Beiträge angeglichen werden. Die Vertreterin der Piraten forderte sogar eine Reformation des Rentensystems. "Im Moment herrscht Ungerechtigkeit", so Dewitz. Das Ende der Diskussionsrunde wurde von der Europäischen Union bestimmt. "Wie soll der Weg aus der Schuldenkrise aussehen", fragten sich die Schüler. Für SPD-Kandidatin Schlegel ist die Lösung klar. "Wir müssen in die Wirtschaft investieren. Staaten, die nichts haben, können auch nichts kaufen", sagte sie.

"Die Hilfsgelder erreichen nur die Banken, nicht das Volk in den betroffenen Ländern", war Volker Bohn überzeugt. Mehr Steuergerechtigkeit im europäischen Raum war einer seiner Lösungsansätze. Ott hingegen war der Meinung, dass die Energiewende eine Chance darstelle: " Man muss Investitionen in regenerative Energien und nicht in teuere Mineralstoffe tätigen." MdB Gerig sprach sich klar gegen gemeinschaftliche Schulden in der EU aus. Man sei schon auf dem besten Weg aus der Krise. "Die Regierung hat schon viel erreicht", so Gerig. Dewitz war von einem Schuldenschnitt für arme Länder als Lösung überzeugt.

Zahlreiche Fragen und Handmeldungen begleiteten die Diskussion der Kandidaten - das Interesse der Schüler war groß.

"Die Jugendlichen waren begeistert von der Veranstaltung", bestätigte Dorothee Rittmann-Minninger, Organisatorin des Projekts "Juniorwahl" an der Zentralgewerbeschule. Das Projekt soll politisches Interesse bei Jugendlichen wecken. Seit den Sommerferien setzen sich die Schüler intensiv mit der Bundestagswahl auseinander. Morgen müssen sie sich für eine Partei entschieden haben. Da geht es nämlich in die Wahlkabine. Die Ergebnisse der "Juniorwahl" stehen dann am Sonntag fest.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 18.09.2013
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