DAS NACHRICHTENPORTAL

Freitag, 01.07.2016

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Kissinger Sommer: Ausverkauftes Haus

David Garrett spielt Brahms

Archiv-Artikel vom Montag, den 15.07.2013

Völlig ausverkauft war der Regentenbau in Bad Kissingen beim Konzert des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi unter dem Dirigenten John Axelrod. Der Grund für den großen Zulauf war der Auftritt des Geigers David Garrett. Der 32-jährige Jungstar trat bereits mit neun Jahren beim Kissinger Sommer auf. Eine jüngst erschienene CD stellt den Geiger als 14-jährigen Wunderknaben vor, der die hohen Hürden des klassischen Repertoires schon damals bewundernswert erklomm.

Dass er von der Klassik kam, ist sicher nicht allen Musikenthusiasten dieses Violinisten bekannt, begibt er sich doch erfolgreich auf die Pfade des Crossover mit Arrangements von Opernarien über Filmmusik zu Eigenkompositionen. Mit diesem Kultstatus freilich erobert er sich sein junges Publikum, das ihm förmlich zu Füßen liegt.

Sein lässiges Auftreten täuscht nicht über die Ernsthaftigkeit hinweg, mit der dieser Ausnahmekünstler das große romantische Konzertrepertoire mitreißend und besänftigend schön beherrscht. Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms gestaltete er mit einer Souveränität und einer Intensität, mit einem ausgeglichenen Feinschliff der Bogenführung und in lupenreiner Intonation, sowie mit einer ungeheuren Sicherheit auch im Wechselspiel mit dem fabelhaft parierenden Orchester. Garrett erwies sich als Meister des schlanken Tones, des romantischen Wohlklangs und geschmeidigen Übergangs der Solopartien zu dem darauf antwortenden Orchester.

Der von Brahms so dicht ins sinfonische Geschehen verstrickten Solostimme gewährte der Geiger ihr eigenes Recht. Souverän spielte er in und mit dem Orchester, nutzte Freiräume für Spontaneität und persönliche Akzente und behauptete sich gleichwohl als Primus inter pares. Das Orchester harmonierte mit dem Geiger auf Augenhöhe.

Garrett ließ sich in diesem Konzert nicht zu einer üppigen Klangorgie hinreißen, brillierte vielmehr mit einer Delikatesse auf der Basis einer breit angelegten Farbpalette.

Dieses Orchester aus Mailand war eine Wonne, sein Dirigent ein fulminanter Imperator mit sportiver Zeichengebung und exakter Hingabe an die Musik. Zu Beginn erklang mit sprühendem italienischen Temperament Giuseppe Verdis Ouvertüre zur Oper "La forza del destino", auf die formbewusst und echt kämpferisch Beethovens Sinfonie Nr.5 c-Moll folgte. Man erfuhr ein urkräftiges Forte bei gleichzeitiger Sensibilität für lyrische Passagen sowie eine Motivationskraft, die die Musiker zu einem erfreulich lebhaften Spiel begeistern ließ. Das Orchester zeigte sich als agil und schlagkräftig, im Klangbild auch auf die Bläser konzentrier. Das Ereignis ließ auf ein stürmisches Gefecht schließen, blieb aber auch leichtfüßig, reaktionsfreudig in den akkuraten Sforzati und in den punktgenauen Fortissimo-Ausbrüchen. Klaus Linsenmeyer

© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.07.2013
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 9 Uhr

20°

Das Wetter am 1.7.2016 in Tauberbischofsheim: leicht bewölkt
MIN. 16°
MAX. 27°
 

Meisterspieler von 2015 kehrt nach Mannheim zurück

Plachta greift mit Adlern neu an

Mannheim. Im Endeffekt ging es schneller, als es die Adler noch am Mittwoch zu hoffen gewagt hatten: Nach einem Jahr in Nordamerika kehrt Matthias Plachta nach Mannheim zurück. Der Vertrag bis 2020, den der Stürmer vor seinem Wechsel in die Organisation des NHL-Klubs Arizona Coyotes unterschrieben… [mehr]

mid Groß-Gerau - Sparsam, flott und komfortabel: der Opel Astra mit neuem Biturbo-Dieselmotor.

Testberichte

Opel Astra 1,6 CDTI Biturbo: Nachdrücklich komfortabel

Opel hat Luxus demokratisiert: Im aktuellen Astra bieten die Rüsselsheimer nahezu alle technischen Glanzlichter, die bislang nur in Premium-Fahrzeugen höherer Klassen zu finden waren. Dazu offeriert die Marke mit dem Blitz eine Dieselmaschine, die manchem Wettbewerber das Fürchten lehrt. Aus nur 1… [mehr]

Würth Open Air

Namika: Stargast ohne Starallüren

Als Namika am späten Samstagabend kurz vor 22 Uhr die Bühne in ihrem weinroten Abendkleid betritt, feiern sie rund 3700 begeisterte Fans. Namika ist der Stargast beim Würth Open Air. Noch vor zwei Jahren hätte die 24-Jährige Deutsch-Marokkanerin wahrscheinlich nicht einmal zu träumen gewagt, vor… [mehr]

Deutschordensmuseum Bad Mergentheim

Fundament der abendländischen Werte

Die Gestalten der Bibel faszinierten Künstler aller Zeiten. Bibelillustrationen aus sechs Jahrhunderten zeigt das Bad Mergentheimer Deutschordensmuseum ab dem morgigen Samstag in einer Sonderausstellung. Höchst unterschiedliche Stile und Techniken sind zu sehen in den Werken von Martin Schongauer… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL