DAS NACHRICHTENPORTAL

Donnerstag, 01.09.2016

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Kissinger Sommer: Ausverkauftes Haus

David Garrett spielt Brahms

Archiv-Artikel vom Montag, den 15.07.2013

Völlig ausverkauft war der Regentenbau in Bad Kissingen beim Konzert des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi unter dem Dirigenten John Axelrod. Der Grund für den großen Zulauf war der Auftritt des Geigers David Garrett. Der 32-jährige Jungstar trat bereits mit neun Jahren beim Kissinger Sommer auf. Eine jüngst erschienene CD stellt den Geiger als 14-jährigen Wunderknaben vor, der die hohen Hürden des klassischen Repertoires schon damals bewundernswert erklomm.

Dass er von der Klassik kam, ist sicher nicht allen Musikenthusiasten dieses Violinisten bekannt, begibt er sich doch erfolgreich auf die Pfade des Crossover mit Arrangements von Opernarien über Filmmusik zu Eigenkompositionen. Mit diesem Kultstatus freilich erobert er sich sein junges Publikum, das ihm förmlich zu Füßen liegt.

Sein lässiges Auftreten täuscht nicht über die Ernsthaftigkeit hinweg, mit der dieser Ausnahmekünstler das große romantische Konzertrepertoire mitreißend und besänftigend schön beherrscht. Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms gestaltete er mit einer Souveränität und einer Intensität, mit einem ausgeglichenen Feinschliff der Bogenführung und in lupenreiner Intonation, sowie mit einer ungeheuren Sicherheit auch im Wechselspiel mit dem fabelhaft parierenden Orchester. Garrett erwies sich als Meister des schlanken Tones, des romantischen Wohlklangs und geschmeidigen Übergangs der Solopartien zu dem darauf antwortenden Orchester.

Der von Brahms so dicht ins sinfonische Geschehen verstrickten Solostimme gewährte der Geiger ihr eigenes Recht. Souverän spielte er in und mit dem Orchester, nutzte Freiräume für Spontaneität und persönliche Akzente und behauptete sich gleichwohl als Primus inter pares. Das Orchester harmonierte mit dem Geiger auf Augenhöhe.

Garrett ließ sich in diesem Konzert nicht zu einer üppigen Klangorgie hinreißen, brillierte vielmehr mit einer Delikatesse auf der Basis einer breit angelegten Farbpalette.

Dieses Orchester aus Mailand war eine Wonne, sein Dirigent ein fulminanter Imperator mit sportiver Zeichengebung und exakter Hingabe an die Musik. Zu Beginn erklang mit sprühendem italienischen Temperament Giuseppe Verdis Ouvertüre zur Oper "La forza del destino", auf die formbewusst und echt kämpferisch Beethovens Sinfonie Nr.5 c-Moll folgte. Man erfuhr ein urkräftiges Forte bei gleichzeitiger Sensibilität für lyrische Passagen sowie eine Motivationskraft, die die Musiker zu einem erfreulich lebhaften Spiel begeistern ließ. Das Orchester zeigte sich als agil und schlagkräftig, im Klangbild auch auf die Bläser konzentrier. Das Ereignis ließ auf ein stürmisches Gefecht schließen, blieb aber auch leichtfüßig, reaktionsfreudig in den akkuraten Sforzati und in den punktgenauen Fortissimo-Ausbrüchen. Klaus Linsenmeyer

© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.07.2013
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 9 Uhr

22°

Das Wetter am 1.9.2016 in Tauberbischofsheim: stark bewölkt
MIN. 17°
MAX. 29°
 

Fußball

Superstars mit neuem Antrieb

Belo Horizonte. Lionel Messi erklärte den Rücktritt vom Rücktritt, Neymar legte dagegen nach Olympia-Gold in Rio die Kapitänsbinde ab: Die Protagonisten des südamerikanischen Fußballs sind bei der Fortsetzung der Eliminatorias zur WM-Endrunde 2018 die gleichen, aber doch irgendwie anders. Und nicht… [mehr]

mid Serock/Polen - Aufschlagbild: Toyota bringt den Proace in der zweiten Modell-Generation auch als Großraum-Limousine Proace auf den Markt.

Testberichte

Toyota hat ein neues Ass im Ärmel

Toyota macht den Proace schick: Mit reichhaltiger Ausstattung, besserer Dämmung und einigen optischen Retuschen verwandelt sich das bisher nur als Kastenwagen oder karger Kleinbus verkaufte Modell in eine echte Alternative für Großfamilien, Shuttle-Services oder auch Vereine. Der neue Proace Verso… [mehr]

Konzert

Indie-Pop irgendwie anders

Als "aufstrebende Berliner Indie-Band" werden sie gern von der Presse betitelt. Das kann so nicht ganz korrekt sein, schließlich müssten sie dazu möglichst aus Großbritannien, Australien oder wenigstens Mühlheim an der Ruhr nach Berlin gezogen sein, um nach drei Monaten zwar völlig… [mehr]

Philosophischer Salon

Verstehen und verstanden werden

Mit dem Thema "Verstehen: Die Kunst der Horizontverschmelzung" startet die von Birgitte Erna Maria Funk veranstaltete Reihe "Philosophischer Salon" mit Christoph Quarch am Mittwoch, 14. September, ab 19 Uhr im Kirchnerhaus gegenüber dem Hauptbahnhof in Aschaffenburg. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL