DAS NACHRICHTENPORTAL

Sonntag, 29.05.2016

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Kissinger Sommer: Ausverkauftes Haus

David Garrett spielt Brahms

Archiv-Artikel vom Montag, den 15.07.2013

Völlig ausverkauft war der Regentenbau in Bad Kissingen beim Konzert des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi unter dem Dirigenten John Axelrod. Der Grund für den großen Zulauf war der Auftritt des Geigers David Garrett. Der 32-jährige Jungstar trat bereits mit neun Jahren beim Kissinger Sommer auf. Eine jüngst erschienene CD stellt den Geiger als 14-jährigen Wunderknaben vor, der die hohen Hürden des klassischen Repertoires schon damals bewundernswert erklomm.

Dass er von der Klassik kam, ist sicher nicht allen Musikenthusiasten dieses Violinisten bekannt, begibt er sich doch erfolgreich auf die Pfade des Crossover mit Arrangements von Opernarien über Filmmusik zu Eigenkompositionen. Mit diesem Kultstatus freilich erobert er sich sein junges Publikum, das ihm förmlich zu Füßen liegt.

Sein lässiges Auftreten täuscht nicht über die Ernsthaftigkeit hinweg, mit der dieser Ausnahmekünstler das große romantische Konzertrepertoire mitreißend und besänftigend schön beherrscht. Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms gestaltete er mit einer Souveränität und einer Intensität, mit einem ausgeglichenen Feinschliff der Bogenführung und in lupenreiner Intonation, sowie mit einer ungeheuren Sicherheit auch im Wechselspiel mit dem fabelhaft parierenden Orchester. Garrett erwies sich als Meister des schlanken Tones, des romantischen Wohlklangs und geschmeidigen Übergangs der Solopartien zu dem darauf antwortenden Orchester.

Der von Brahms so dicht ins sinfonische Geschehen verstrickten Solostimme gewährte der Geiger ihr eigenes Recht. Souverän spielte er in und mit dem Orchester, nutzte Freiräume für Spontaneität und persönliche Akzente und behauptete sich gleichwohl als Primus inter pares. Das Orchester harmonierte mit dem Geiger auf Augenhöhe.

Garrett ließ sich in diesem Konzert nicht zu einer üppigen Klangorgie hinreißen, brillierte vielmehr mit einer Delikatesse auf der Basis einer breit angelegten Farbpalette.

Dieses Orchester aus Mailand war eine Wonne, sein Dirigent ein fulminanter Imperator mit sportiver Zeichengebung und exakter Hingabe an die Musik. Zu Beginn erklang mit sprühendem italienischen Temperament Giuseppe Verdis Ouvertüre zur Oper "La forza del destino", auf die formbewusst und echt kämpferisch Beethovens Sinfonie Nr.5 c-Moll folgte. Man erfuhr ein urkräftiges Forte bei gleichzeitiger Sensibilität für lyrische Passagen sowie eine Motivationskraft, die die Musiker zu einem erfreulich lebhaften Spiel begeistern ließ. Das Orchester zeigte sich als agil und schlagkräftig, im Klangbild auch auf die Bläser konzentrier. Das Ereignis ließ auf ein stürmisches Gefecht schließen, blieb aber auch leichtfüßig, reaktionsfreudig in den akkuraten Sforzati und in den punktgenauen Fortissimo-Ausbrüchen. Klaus Linsenmeyer

© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.07.2013
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 18 Uhr

18°

Das Wetter am 29.5.2016 in Tauberbischofsheim: örtlich leichte Gewitter
MIN. 13°
MAX. 25°
 

Eishockey

Aus der Hamburg Freezers beschäftigt die Adler

Hamburg/Mannheim. Die Hamburg Freezers wurden nur 14 Jahre alt, Klub-Besitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) hat den Stecker gezogen und keine Lizenz mehr für den Klub aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beantragt. "In Anbetracht der Tatsache, dass wir in den vergangenen 14 Jahren alleinig… [mehr]

Im Test

Die Optik verfeinert

schwalbach. Der Range Rover Evoque zog von Beginn an die Blicke auf sich. Sein markantes Karosseriedesign überzeugte die Kundschaft. In nur fünf Jahren fand das britische Kompakt-SUV (Sport Utility Vehicle) über 520 000 Käufer. Das auffällige Modell schreibt somit für Land Rover eine einzigartige… [mehr]

28. Internationales Africa Festival

Wetter gut, alles gut

Es war heiß. Rechtzeitig. Chef-Organisator Stefan Oschmann von Afro Project hatte noch im Vorfeld auf das Wetter als größten Risikofaktor hingewiesen. Zur Eröffnung des Internationalen Africa Festivals am Donnerstag schien jedoch die Sonne: Wetter gut, alles gut. Die Besucher strömten in Scharen… [mehr]

Pop

Rea Garvey begeistert in Mannheim

Mannheim. "Get Loud" hat Rea Garvey seine Open-Air-Tour benannt. Hinter diesem Titel verbirgt sich kein rockistischer Imperativ, die Lautstärkeregler möglichst weit aufzudrehen, sondern man darf ihn vielmehr als ermutigenden Appell auffassen, aufrecht zu bleiben, die eigene Stimme gegen… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL