Gleichstellung - Bei vielen börsennotierten Unternehmen sitzt keine Frau im Vorstand / Bundestag stimmt über Quote ab

Vorständinnen bleiben rar

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dpa
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Einzige Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns: Belen Garijo, Chefin des Darmstädter Pharma-Konzerns Merck. © dpa

Berlin. Mit Absichtserklärungen alleine scheint es nicht zu gehen, oder nur viel zu langsam: Einer aktuellen Studie zufolge hat mehr als die Hälfte der großen börsennotierten Unternehmen in Deutschland keine Frau im Vorstand. Wie die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) auf der Grundlage von 186 börsennotierten Konzernen herausfand, gab es in 103 der untersuchten Firmen keine einzige Frau in der Vorstandsetage.

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Gesetzliche Regelung wirkt

Für den aktuellen Women-on-Board-Index ausgewertet haben die Studienautoren Konzerne in den Börsenindizes Dax, MDax und SDax sowie die im regulierten Markt notierten, paritätisch mitbestimmten Unternehmen. „Wir untersuchen die Dax-Unternehmen seit nunmehr zehn Jahren. Das Ergebnis ist nur dort zufriedenstellend, wo die gesetzlichen Regelungen zahlenmäßig wirken“, sagt Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Bei den Unternehmen, für die bereits seit 2015 eine Frauenquote für Aufsichtsräte gilt, liegt der Frauenanteil auch in Vorständen mit 14,1 Prozent etwas höher als in den Konzernen ganz ohne gesetzliche Quote, wo er bei 11,3 Prozent liegt. Insgesamt stieg der durchschnittliche Frauenanteil in den Vorständen im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozentpunkte auf 13 Prozent.

Das Bundeskabinett hatte Anfang des Jahres nach langem Ringen eine verbindliche Frauenquote für Unternehmensvorstände auf den Weg gebracht. Nach Angaben des Bundesfrauenministeriums könnte der Bundestag das Gesetz in der übernächsten Woche absegnen. Laut Fidar hat es bereits vor Inkrafttreten einen Effekt: Seit Bekanntgabe des Vorhabens hätten die Konzerne Adidas, Bayer, Eon, Infineon, Fielmann und Südzucker eine Frau in den Vorstand berufen. Das seien sechs von 66 Konzernen, für die die geplanten neuen Regeln für Vorstände gelten würden, rechnen die Autoren der Studie vor. 25 Konzerne in dieser Gruppe haben demnach noch keine Frau im Vorstand. 12 von ihnen haben bislang auch nicht vor, Frauen in ihre Vorstände zu berufen - sie haben sich die sogenannte Zielgröße Null gesetzt.

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Auch die Gesamtbetrachtung offenbart Lücken: 62 von 186 Börsen-Unternehmen planen der Erhebung zufolge weiter ohne Frauen im Vorstand. Als Beispiele für diese Zielgröße-Null-Politik nennt Fidar auch die Dax-30-Unternehmen Delivery Hero und RWE.

Wie aus einer Erklärung des Energiekonzerns hervorgeht, hatte sich der Aufsichtsrat von RWE 2017 für die Zeit bis Mitte 2022 für den Frauenanteil im Vorstand tatsächlich die Zielgröße Null gesetzt. Der Beschluss ist von der Realität aber schon überholt worden: Seit 1. November 2020 ist einer von drei Vorstandsposten von einer Frau besetzt.

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