Finanzen - Ökonom Spengel zur Einführung einer Mindeststeuer

„Viele Details zu klären“

Von 
Alexander Jungert
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Mannheim. Der Mannheimer Steuerexperte Christoph Spengel hat Pläne der G7-Finanzminister zu einer globalen Mindeststeuer für große Unternehmen begrüßt – und gleichzeitig wichtige Detailarbeit angemahnt. Es sei gut, „einheitliche internationale Standards in der Steuerpolitik zu suchen und nationale Alleingänge, wie beispielsweise die Digitalsteuer in Frankreich oder Italien, zu verhindern“, sagte Spengel laut Mitteilung des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). „Bis zum Erreichen einer globalen Einigung werden allerdings noch viele kontroverse und komplexe Details zu klären sein.“ Die Ausgestaltung dieser Details entscheide im Wesentlichen, welche Unternehmen von der Reform getroffen seien.

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Eine konsequente Umsetzung der globalen Mindeststeuer könnte tatsächlich die Attraktivität der Verlagerung von Einkommen in Niedrigsteuerländer verringern, erklärte Spengel weiter. „Allerdings nur, wenn weltweit alle Länder in den Konsens einwilligen.“ Der Ökonom von der Uni Mannheim warnte zudem davor, „dass die Reformvorschläge die Komplexität der Unternehmensbesteuerung erhöhen und unnötige Kosten für Unternehmen und die Finanzverwaltungen produzieren“. 

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.