Mannheimer Glaswerk - Termin vor Einigungsstelle ohne Ergebnis Ringen um Sozialplan bei Saint-Gobain geht weiter

Von 
Frank Schumann
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Mannheim. Der Streit um einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für Beschäftigte des Saint-Gobain-Werks in Mannheim geht in die nächste Runde. Wie Patrick Schütze, Gewerkschaftssekretär der IG BCE, auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte, blieb ein Termin vor der Einigungsstelle am Dienstag ohne Ergebnis. „Der Arbeitgeber hat aber endlich Verhandlungsbereitschaft gezeigt“, sagte Schütze.

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Ein Interessenausgleich stellt die Basis für den Sozialplan dar, der unter anderem Abfindungen oder Weiterbildungsangebote für die Betroffenen regelt. Wichtiger Punkt in den Verhandlungen bei Saint-Gobain ist nach Schützes Worten die vom Betriebsrat geforderte Transfergesellschaft, in der die rund 70 von der Schließung der Gussglasproduktion betroffenen Mitarbeiter für künftige berufliche Tätigkeiten qualifiziert werden sollen. Dies sei dringend notwendig, da in der Saint-Gobain-Sparte viele ungelernte Mitarbeiter beschäftigt waren, erklärte Schütze. Nach seinen Worten ist das Unternehmen einer Transfergesellschaft „nicht mehr generell abgeneigt“.

Schichten nach wie vor besetzt

Weitere Streitpunkte vor der Einigungsstelle sind dem Gewerkschaftssekretär zufolge das endgültige Schließungsdatum des Saint-Gobain-Werks sowie die bislang nur teilweise Freistellung von Beschäftigten. Das Schließungsdatum spielt zum Beispiel bei der Berechnung der Abfindungen eine Rolle. Dass Beschäftigte der Früh- und Mittelschicht weiter anwesend sein müssen, obwohl nicht mehr produziert wird, hält Schütze vor dem Hintergrund der Corina-Pandemie für nicht vertretbar.

Die Herstellung von Gussglas war im vergangenen September eingestellt worden, zum Jahresende war auch für die rund 50 Mitarbeiter der Solarsparte Schluss – gut 167 Jahre nach der Gründung des Werks. 

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