Sicher auf dem Motorrad

Von 
Lars Wallerang
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mid Groß-Gerau - Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen locken vermehrt Motorradfahrer auf die Straße. © Dekra

Der Frühling startet sommerlich. Und Motorradfahrer lassen sich jetzt besonders gern den milden Wind um die Nase wehen. Doch vor allem Saison-Fahrer sollten dem Thema Sicherheit noch einmal Aufmerksamkeit schenken.

Das Unfallrisiko auf dem Motorrad ist deutlich größer als etwa im Pkw: Bezogen auf die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge kommen in Deutschland rund viermal so viele Motorradfahrer ums Leben wie Pkw-Insassen. Umso wichtiger ist es, auf dem Motorrad besonders sicherheitsbewusst zu fahren - nicht nur, aber auch zum Saisonstart.

Experten von Dekra geben Tipps. Auf die Checkliste gehören dabei Reifen, Bremsen, Elektronik und mehr. Die optimale Vorbereitung auf die neue Saison bietet aus Expertensicht ein Sicherheitstraining. Dabei bekommt der Fahrer ein Gefühl für sein Zweirad und macht sich wieder neu mit den physikalischen Besonderheiten vertraut. Er lernt unter anderem einzuschätzen, mit welcher Geschwindigkeit er eine Kurve anfahren kann, um beim Bremsen nicht aus der Spur zu geraten.

Auch ohne Sicherheitstraining empfiehlt Dekra-Unfallforscher Ancona Bikern, es zum Start langsam angehen zu lassen und sich zunächst in vertrauter Umgebung einzufahren, bis das Gefühl für Gewicht und Handling des Motorrads wieder da ist. "Natürlich verlernt man Motorradfahren über den Winter nicht wirklich, aber auch als versierter Fahrer brauche ich nach der Pause eine Aufwärmphase."

Thema Reifen: Der Gesetzgeber verlangt zwar nur mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe, empfehlenswert ist aber deutlich mehr. Wichtig ist außerdem natürlich der richtige Reifendruck. "Gerade in Kurven verändert zu geringer Fülldruck das Fahrverhalten spürbar", so Dekra-Unfallforscher Luigi Ancona. Zeigen die Reifen Auffälligkeiten - wie etwa Beschädigungen oder Risse, Einstiche oder Beulen - oder ist der Reifen über sechs Jahre alt, ist der Fachmann gefragt.

Bremsen: Für sichere Fahrt ist auch ein Top-Zustand der Bremsen unverzichtbar. Neben dem Check der Bremsanlage steht eine Prüfung der Bremsflüssigkeit auf der Agenda. Sinnvoll ist ein Austausch der Bremsflüssigkeit spätestens alle zwei Jahre, sofern der Hersteller nicht sogar einen jährlichen Wechsel verlangt. Auf einer Probefahrt in sicherer Umgebung mit scharfen, aber stets kontrollierten Bremsmanövern zeigt die Anlage, ob sie zuverlässig arbeitet. Nicht nur für die Bremsprobe, sondern auf jeder Ausfahrt gilt übrigens: Vor dem Bremsen sollte der Blick kurz in den Rückspiegel gehen.

Beleuchtung: Bevor es losgeht, sollten auf jeden Fall Scheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung überprüft werden.

Flüssigkeitsstände: Vor der ersten Ausfahrt sind unbedingt auch die Füllstände von Motoröl und Kühlflüssigkeit zu checken.

Elektronik: Wird nach dem Winter die Batterie wieder eingebaut, gilt es, beim Starten der On-Board-Diagnose die Funktion wichtiger Sicherheitssysteme wie Schlupfkontrolle und ABS zu kontrollieren und bei Fehlermeldungen der Fahrzeugelektronik die Fachwerkstatt zu kontaktieren.

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