Fahrerlose Elektrobusse: Die Zukunft startet jetzt

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mid Groß-Gerau - Sieht so die Mobilität der Zukunft aus? Der Elektrobus Navya Arma kann schon heute völlig ohne Fahrer Personen von A nach B befördern.

© Navya

E-Mobilität funktioniert nur für Kurzstrecken-Pendler, und autonomes Fahren ist nur in der Wüste von Nevada möglich? Der französische Fahrzeughersteller Navya und das Büro AutoBus wollen nun auf einer Tour quer durch Deutschland das Gegenteil beweisen: mit dem ersten vollständig autonomen Serienfahrzeug, dem Elektrobus Navya Arma. Startpunkt der Promo-Veranstaltung ist in Chemnitz, danach geht es über Oberhausen ganz im Westen der Republik, Bad Zwischenahn in Niedersachsen und das Nordseebad Dangast bis nach Leipzig.

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Anfang Mai ist der erste Probebetrieb mit dem autonom fahrenden Bus auf dem Gelände des Klinikums Chemnitz gestartet. Das im Oktober 2015 vorgestellte fahrerlose Shuttle befördert bis zu 15 Personen bei bis zu zugegeben sehr gemütlichen 45 km/h.

Möglich machen das Sensoren der neuesten Generation, mit denen sich das Fahrzeug räumlich orientieren (mit Hilfe von Lidar-Sensoren), exakt positionieren (via GPS) und Hindernisse auf der Fahrbahn oder Verkehrszeichen erkennen (über Kameras) kann. Außerdem kommuniziert der kleine Bus über Signalleuchten und Bildschirme mit der Außenwelt.

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen ist ein Betrieb bislang allerdings nur auf Privatgeländen und nicht im öffentlichen Verkehr möglich. In Chemnitz wurde ein Linienbetrieb daher auf dem Betriebsgelände des Klinikums simuliert. Und das sei heute auch bereits problemlos möglich, besonders gut, wenn das Gelände vom öffentlichen Straßennetz getrennt ist. Diese Form des Shuttle-Service soll sich zum Beispiel für große Kliniken, Freizeitparks, Fabrikgelände und Standorte anbieten, bei denen "der allgemeine Kfz-Verkehr beschränkten Zugang hat". Technisch aber könne der Navya Arma laut dem Büro AutoBus schon heute auch auf öffentliche Straßen fahren.

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In weiteren Tests sollen die Anwendungsmöglichkeiten auch in anderen Bereichen vorgestellt werden - unter anderem als Zubringer auf Parkflächen, im touristischen Umfeld und weitläufigen Einkaufszentren. So könnten auch Beschäftigte innerhalb eines riesigen Industriekomplexes von ihrem Arbeitsplatz zur Kantine gelangen. Langfristig ist ein Einsatz außerdem in Gebieten geplant, die mit den regulären öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar sind, wie zum Beispiel verkehrsfreie Stadtzentren. Auch Flughäfen bieten sich als Einsatzort an.

Die Tests zeigen: Vielleicht ist die Zukunft des autonomen Verkehrs gar nicht mehr so weit entfernt wie viele Skeptiker heute meinen.