Im Test - Die vierte Generation des Audi A3 präsentiert sich sportlich und sparsam / Knackiges Fahrwerk und hohe Kurvendynamik Der kleine Kombi für alle Fälle

Von 
Stephan Eisner
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Mannheim. Wie viel Auto nötig ist, darüber kann man abendfüllend diskutieren. Den einen reicht der kleine Stadtflitzer, die nächsten brauchen Platz für Hobby und Familie und die dritten wollen komfortabel auf der Langstrecke gleiten. Einen sehr tragbaren Kompromiss bieten die Kompakten – denn sie sind fast die eierlegenden Wollmilchsäue. Ein sehr edler Vertreter dieser Gattung ist der Audi A3. Er feiert in diesem Jahr sein 25-Jähriges – und auch die vierte Generation soll an der Erfolg der Vorgänger, die mehr als drei Millionen mal verkauft wurden, anknüpfen.

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Die Basis des A3 ist ein „Modularer Baukasten“, auf dem verschiedene Modelle des Volkswagen-Konzerns aufgebaut werden. Der Golf zum Beispiel, aber auch der Seat Leon oder der Skoda Octavia. Dem in Ingolstadt produzierten A3 hat Chefdesigner Marc Lichte auffällig pausbackige Kotflügel verpasst, die den Kompakten bullig und sportlich erscheinen lassen.

Aufgeräumt und geradlinig zeigt sich das Cockpit. © AUDI AG

Der Testwagen rollte als Sportback auf den Hof, als kleiner Kombi sozusagen. Wer will, kann auch eine Stufenhecklimousine ordern. Innen erwartet die Passagiere ein sehr aufgeräumtes, ja schon nüchternes Interieur. Das digitale Cockpit passt hier ebenso so gut, wie der Touchscreen, über den sich sowohl alle fahrzeugrelevanten Einstellungen, als auch Radio oder Navi steuern lassen. Dennoch gibt es auch klassische Schalter, über die – ohne umständliche Suche im System – beispielsweise die Temperatur oder die Sitzheizung verändert oder bedient werden kann.

Hoher Spaßfaktor

Was nicht ganz zum Premiumanspruch und zum stattlichen Preis passen will, ist die Wahl der Materialien, die hartplastiklastig ist. Sehr gut wiederum ist die Verarbeitungsqualität. Die Sitze sind straff bespannt, trotzdem bequem und absolut langstreckentauglich.

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Das Fahren hat im A3 einen hohen Spaßfaktor. Komfortbewussten mag das Fahrwerk vielleicht ein bisschen zu knackig abgestimmt sein. Doch gerade das lässt den Audi zum Kurvenkönig werden. Sehr spät drängt es ihn zum Äußeren der Kehre – fast schon wie bei einem Sportwagen. Schub verleiht dem Testwagen dabei der spritzige Diesel, der keine Mühe mit den knapp 1,5 Tonnen Gewicht hat. Die 360 Newtonmeter an Kraft spülen den Sportback nett nach vorne und lassen nie eine Mangelerscheinung aufkommen. Dabei gibt sich der Vierzylinder sehr genügsam und bleibt im Test unter der Fünflitermarke beim Spritverbrauch. Das würde eine Fahrt nach Südfrankreich mit einer Tankfüllung bedeuten.

Der Vorteil der Kompakten bringt schon der Name mit sich. Parkplatzsuche, rangieren oder enge Gassen sind für sie kein Problem. Dass der A3 Sportback auch mehrere Taschen oder einen Großeinkauf am Wochenende mühelos wegschluckt, kommt noch auf die Haben-Seite. Die Passagiere vorne können sich breitmachen – in alle Richtungen. Auf der Rückbank sollten allerdings die Ansprüche nicht zu hoch sein. Alles geht halt auch nicht – wobei der Schritt zur eierlegenden Wollmilchsau nicht groß ist. Ein preislich anspruchsvolles Auto für alle Fälle.

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Info: Fotostrecke unter morgenwe.de/auto

Audi A3 Sportback

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1968 ccm

Leistung: 110 kW / 150 PS

Max. Drehmoment: 360 Nm

Antrieb: Vorderradantrieb, Sieben-Gang S tronic

Höchstgeschw.: 222 km/h

Beschleunigung: 8,3 Sekunden von 0-100 km/h

Verbrauch pro 100 Kilometer (lt. Hersteller): 4,1 l, Testverbrauch: 4,9 l

CO2-Emission: 102 g/km

Länge: 4343 mm, Breite: 1816 mm, Höhe: 1449 mm

Schadstoffeinstufung: Euro 6d-ISC-FCM

Leergewicht: 1490 kg

Kofferraum: 380 bis 1200 Liter

Preis: 34 900 Euro

Serienausstattung: Leichtmetallfelgen, Multifunktionslederlenkrad, Klimaanlage, digitales Kombiinstrument, Bluetooth-Schnittstelle, getönte Scheiben, LED-Scheinwerfer, LED-Heckleuchten, diverse Assistenzsysteme. se

Autor Nach dem Volontariat bei den "Fränkischen Nachrichten" seit dem Jahr 2000 beim "Mannheimer Morgen". Über viele Jahre hinweg im Ressort Chef vom Dienst unter anderem für die Seite 3, die Aus-aller-Welt-Seiten und das "Wochenende" zuständig. Daneben über 10 Jahre lang als Ausbildungsredakteur für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. Ab 2013 zusätzlich Testredakteur der Auto-Seiten. Seit Oktober 2015 Projektredakteur des "Mannheimer Morgen". Der Kontakt zu den Lesern, das Bearbeiten der Leserbriefe, Sonderhefte, Serien und alle Projekte rund um die Redaktion sowie der enge bereichsübergreifende Kontakt in der Dr-Haas-Mediengruppe gehören heute zu seinen Aufgaben.