Im Test - Nissan zeigt mit dem Micra ein komplett neues Fahrzeug, das mit einer sehr guten Ausstattung glänzt Agil, gutmütig und extrovertiert

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Stephan Eisner
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Völlig anders, mutiger und aggressiver, tritt der neue Nissan Micra auf. Trotzdem bleibt der in Frankreich gebaute Japaner ein sehr guter Stadtwagen.

© Nissan

Köln. Groß ist er geworden. Und richtig extrovertiert. Haben die Vorfahren des Nissan Micra eher als Kleinwagen mit Unscheinbarkeit geglänzt, steht jetzt ein ganz anderer Vertreter gegenüber: mit mutigem Design, tief heruntergezogenem, V-förmigem Grill, schmalen Scheinwerfern, einer markanten, ansteigenden Seitenlinie und einem flachen Dach. Die hinteren Türgriffe des Fünftürers verstecken sich in den C-Säulen, Alfa Romeo und Suzuki lassen grüßen.

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In der Länge legt der Micra um über 17 Zentimeter zu, streckt sich nun auf 3,99 Meter und befindet sich auf Augenhöhe mit dem Ford Fiesta und dem VW Polo. Und hier braucht sich der Nissan in vielerlei Hinsicht nicht zu verstecken. Etwa bei der Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten. Für 1000 Euro Aufpreis sind nicht nur die Sitze mit Leder bezogen, sondern auch Teile der Türverkleidung und das Cockpit. Hier hält die Oberklasse Einzug. Der Micra bietet eine Menge Assistenten, die das Fahren und Rangieren leichter machen. Eine 360-Grad-Rundumkamera (500 Euro) beispielsweise zeigt das Umfeld, der radarbasierte Notbremsassistent mit Fußgängererkennung schützt vor Kollisionen (Serie in der Ausstattungsvariante Tekna). Der Spurhalteassistent bremst beim Verlassen der Straße sanft die Räder ab und bringt den Kleinen wieder auf Spur, beim Überholen hilft der Totwinkelwarner (Serie beim Tekna).

Nissan Micra Tekna 1.5 dCi

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1461 ccm

Leistung: 66 kW/ 90 PS

Max. Drehmoment: 220 Nm

Antrieb: Vorderrad, Fünfgang-Schaltgetriebe

Höchstgeschw.: 179 km/h

Beschleunigung: 0-100 km/h in 11,9 Sekunden

Verbrauch pro 100 Kilometer (Werksangaben): innerorts: 3,8 l, außerorts: 3,4 l, gesamt: 3,5 l

CO2-Emission: 92 g/km

Abgasnorm: Euro 6b

Länge: 3999 mm, Breite: 1734 mm, Höhe: 1455 mm

Leergewicht: 1140 kg

Kofferraum: 300 bis 1004 Liter

Preis: 21 990 Euro

Serienausstattung: ABS, ESP, Notbremsassistent, Berganfahrhilfe, Klimaautomatik, Bose-Audiosystem, Navigationssystem, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkelassistent, Leichtmetallfelgen. se

Fahrer und Beifahrer werden sich im Nissan nicht über Enge beschweren, er bietet reichlich Bewegungsfreiheit. Die keilförmige Linie des Micra hat allerdings zur Folge, dass größere Erwachsene auf der Rückbank etwas den Kopf einziehen müssen. Die schmalen Seitenscheiben tragen hier auch nicht zu mehr Luftigkeit bei.

Der Kofferraum, der über eine Ladenkante beladen werden muss, reicht mit den 300 Liter an Volumen locker für den Wochenendeinkauf - allerdings klappert beim Testwagen die billig wirkende Abdeckung, die nicht fest verankert ist. Der Micra, der im französischen Renault-Werk in Flins vom Band läuft, erlaubt sich im Innenraum einen Gag, der für die Liebe zum Detail spricht. Im Ablagefach vor dem Schaltknauf ist der Boden von vielen kleinen, weißen LED-Punkten beleuchtet. Das sieht so hübsch aus, dass man dort eigentlich gar nichts reinlegen mag. Als Stadtflitzer überzeugt der Micra mit all den von ihm erwarteten Tugenden. Er ist agil, gutmütig und beeindruckt mit einem sehr kleinen Wendekreis. Was er nicht wirklich kann, ist geschmeidig abrollen, Stöße gibt das Fahrwerk direkt weiter.

Zum Preis ab 12 990 Euro

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Das Fünfgang-Getriebe lässt sich sehr fluffig bedienen, vierter und fünfter Gang sind aber sehr lange übersetzt. Dass der Micra dadurch etwas kraftlos wirkt, lässt sich durch den niedrigen Verbrauch von 4,2 Litern verschmerzen. Nissan bietet den Neuen ab 12 990 Euro an - als Basisvariante mit dem 1-Liter-Dreizylinder-Benziner und 73 PS.

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Autor Nach dem Volontariat bei den "Fränkischen Nachrichten" seit dem Jahr 2000 beim "Mannheimer Morgen". Über viele Jahre hinweg im Ressort Chef vom Dienst unter anderem für die Seite 3, die Aus-aller-Welt-Seiten und das "Wochenende" zuständig. Daneben über 10 Jahre lang als Ausbildungsredakteur für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. Ab 2013 zusätzlich Testredakteur der Auto-Seiten. Seit Oktober 2015 Projektredakteur des "Mannheimer Morgen". Der Kontakt zu den Lesern, das Bearbeiten der Leserbriefe, Sonderhefte, Serien und alle Projekte rund um die Redaktion sowie der enge bereichsübergreifende Kontakt in der Dr-Haas-Mediengruppe gehören heute zu seinen Aufgaben.