Viernheim

Bauausschuss Planer stellt Entwürfe für das Neubaugebiet Bannholzgraben II vor / Zufahrt über Schwester-Paterna-Allee bereitet Sorgen

Politik legt Wert auf bezahlbaren Wohnraum

viernheim.Mitte August haben die Stadtverordneten beschlossen, auf eine externe Erschließungsstraße zum Baugebiet Bannholzgraben II zu verzichten. Stattdessen soll das neue Quartier über Michael-Ende-Weg sowie Dina-Weißmann- und Schwester-Paterna-Allee angebunden werden. Der Plan sieht vor, zwei Stichstraßen in das Gebiet zu führen, die den Verkehr zu einem beziehungsweise zwei Dritteln aufnehmen. Basierend auf dieser politischen Entscheidung präsentierte Ulrich Villinger vom Planungsbüro Piske nun dem Bau- und Umweltausschuss zwei Konzepte zur möglichen Aufteilung des Areals.

Kurzzeitparkplätze für Eltern

Variante 1 verfolgt nach Angaben des Stadtplaners das Ziel, das künftige Baugebiet unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen optimal zu nutzen. Sämtliche Bauformen – von Einfamilienhäusern über Reihen- und Doppelhäuser bis hin zu Mehrfamilienhäusern – kommen dabei zum Tragen. Bei diesem Konzept rücken die mehrstöckigen Gebäude näher an den südlichen Rand. Die kleineren Einheiten, die einen Schwerpunkt bilden, sind vornehmlich in Richtung Natur ausgerichtet.

Die Struktur des bereits vorhandenen Stadtteils Bannholzgraben I mit seinen „fünf Grünfingern“ greift Stadtplaner Villinger zufolge der zweite Entwurf auf. Das östliche Teilgebiet, das die künftigen Bewohner über den Michael-Ende-Weg erreichen, würde dann etwas größer. Diese Variante setzt insbesondere auf Reihenhäuser. In beiden Konzepten sind die Stichstraßen durch Querverbindungen miteinander verknüpft, nutzen dürfen diese aber nur Entsorgungsfahrzeuge und Rettungsdienst. Diplom-Ingenieur Ulrich Villinger kalkulierte mit 34 bis 36 Wohnungen pro Hektar. „Die bauliche Dichte ist im unteren Level“, erklärte der Planer. Am bereits bebauten Bannholzgraben lägen die Zahlen bei etwa 45 Wohnungen und 100 Einwohnern pro Hektar.

Um die Sicherheit vor der Kindertagesstätte und den Verkehrsfluss zu gewährleisten, soll die Zufahrt über die Schwester-Paterna-Allee ausgeweitet werden. Der Wendehammer bleibt nach Vorstellung der Planer bestehen, vor der Kita sind Kurzzeitparkplätze für Eltern vorgesehen.

Manfred Winkenbach, Fraktionsvorsitzender der Grünen, bezeichnete die Verkehrsführung am Kindergarten vorbei als „schwer verdaulichen Brocken“. Bernhard Kammer (FDP) sieht die geplanten Parkplätze sogar als zusätzliche Gefahr, weil Kinder von dort aus überraschend auf die Straße laufen könnten.

SPD-Fraktionschef Daniel Schäfer äußerte den Wunsch seiner Partei, „möglichst viel bezahlbaren Wohnraum für Familien mit mittleren und geringen Einkommen“ zu schaffen. In Viernheim herrsche in diesem Bereich „ein erheblicher Mangel, da sollte nachgesteuert werden“. Schäfer regte deshalb an, über ein bis zwei zusätzliche Stockwerke bei den Mehrfamilienhäusern nachzudenken. Die Entwürfe beinhalten momentan drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Auch Rolf Nordmann von der UBV plädierte dafür, bezahlbare Wohnungen zu errichten und den Flächenanteil für Mehrfamilienhäuser auszudehnen.

Erster Stadtrat Jens Bolze erinnerte an die „ambitionierte Zeitachse“. Im Oktober sollen die Stadtverordneten über den „beschlussreifen Entwurf“ für den Bebauungsplan „Erweiterung Bannholzgraben“ beraten. Anschließend werden die Pläne für Stellungnahmen offengelegt.

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