Leserbrief

Straßenbaupläne sind ökologischer Wahnsinn

Zu den Themen Flächenverbrauch und Städte- und Verkehrswegeplanung:

Neben dem Thema „Ackerflächen erhalten“ geht es auch um die besorgniserregende Verkehrswegeplanung in Bürstadt. So die geplante Ortsumfahrung als Tangente von Bürstadt-Ost zum jetzigen Anschlusskreisel der B 44, offensichtlich zugunsten des Schwerverkehrs.

Neubau einer Tank- und Rastanlage für den LKW, Pendlerverkehr aus Richtung Biblis über die Osttangente, Umwelt- und Lärmbelastung Tag und Nacht. Sieht so eine umweltverträgliche und bürgernahe Verkehrsplanung aus? Zwei hervorragend ausgebaute Bundesstraßen führen den Verkehr schon heute. Würde ein Durchfahrtsverbot für das Stadtgebiet nicht ausreichen?

Riedrode ohne Rettungsweg

Nach dem jetzigen Planungsstand soll Riedrode über eine neue Straße entlang des jetzigen Feldweges nach Bürstadt angeschlossen werden. Dadurch müssten alle Riedroder einen Umweg von 800 000 Kilometer pro Jahr fahren. Passt das zur heutigen Diskussion über Luftschadstoffe und Dieselaffäre? Was für ein ökologischer Wahnsinn.

Nicht nur, dass diese neue Straße den Ort quasi in die Abgeschiedenheit einer Sackgasse führen würde und diese auch noch am örtlichen Kindergarten entlang liefe, wäre Riedrode nur über eine einzige Straße zu erreichen, auch im Notfall für Rettungskräfte.

Vom Sonneneck soll eine neue Anbindung über die Äcker zum Krieglachring führen und von dort der Verkehr über die Gartenstraße oder Vincenzstraße abgeleitet werden.

Aber wozu das Ganze? Muss Bürstadt mit allen Mitteln wachsen? Rechtfertigt das die Ausgaben in Millionenhöhe für neue Straßen? Bürstadt ist wegen der ausgezeichneten Infrastruktur attraktiv für Berufspendler und auch deshalb von Zuzug gekennzeichnet. Aber kann Bürstadt durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben von einer „Auspendlerstadt“ zur Arbeitsmetropole werden? Das vermögen nicht einmal eifrige Kommunalpolitiker zu beantworten, die uns glauben lassen wollen, dass riesige Lagerhallen Arbeitsplätze schaffen. Wo sollen zukünftig unsere Bauern die Lebensmittel anbauen? Auf den Dächern von Lagerhallen, Rast- und Tankanlagen oder asphaltierten Umgehungsstraßen?

Die IG „Ackerflächen erhalten“ ist die Stimme vieler, die den momentanen Flächenverbrauch in Bürstadt mit Besorgnis wahrnehmen. Wir sollten nicht tatenlos zuschauen, und uns hinterher beschweren, wenn es mal wieder zu spät ist.

Mit der Unterschriftenaktion der IG besteht die Möglichkeit, die Stimme gegen die ungezügelte Ackerflächenvernichtung durch unbesonnene Städteplaner zu erheben. Beim Frühlingsfest am 13. und 14. April liegt eine Liste bei der „Brillenschlange“ Mike Kronauer aus.

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