Lampertheim

Bürgermeisterwahl Noch kein Gegenkandidat für Gottfried Störmer / Spekulationen über Bewerbung Stefan Nickels unbestätigt

Verzicht und Zurückhaltung der Parteien

Archivartikel

Lampertheim.2013 musste er sich noch gegen drei Mitbewerber durchsetzen. Sechs Jahre später scheint die Wiederwahl von Bürgermeister Gottfried Störmer nur noch eine Formalie zu sein. Bislang hat sich kein Gegenkandidat geregt. Die Parteien wollen sich an einer möglichen Niederlage gegen den politisch unabhängigen Amtsinhaber offensichtlich nicht die Finger verbrennen.

Für die Lampertheimer CDU erklärt Parteichef Aidas Schugschdinis auf Anfrage, „dass wir selbst keinen Kandidaten ins Rennen schicken werden, weil es die personelle Situation in der Partei nicht zulässt“. Mögliche Bewerber müssten demnach erst gefunden und aufgebaut werden, was Schugschdinis für eine Bürgermeisterwahl nach dem Ende der zweiten Amtszeit Gottfried Störmers ins Auge fasst.

Die CDU hatte Störmers Erstkandidatur seinerzeit unterstützt. Für 2019, schwächt Schugschdinis ab, wollen die Christdemokraten lediglich eine Empfehlung aussprechen. Zum einen weil es diesmal keinen SPD-Kandidaten aus dem Feld zu schlagen gilt wie 2013 Jens Klingler; zum anderen weil in den Reihen der CDU durchaus Enttäuschungen darüber kursierten, dass sich der seinerzeit unterstützte Bürgermeister nicht kooperativer zeigt. „Der eine oder andere in unseren Reihen hat sich da mehr erhofft“, räumt Schugschdinis ein.

SPD: Sachpolitik vor Parteitaktik

Nachdem SPD-Fraktionschef Marius Schmidt, die Niederlage bei der hessischen Landtagswahl noch im Rücken, auf eine Bürgermeisterkandidatur verzichtet hat, besteht auch für die SPD definitiv Klarheit in der Frage. Schmidt sieht in der Zusammenarbeit mit dem Verwaltungschef – „Wir kommen im Großen und Ganzen miteinander aus“ – durchaus Vorteile für die sozialliberale Mehrheitskoalition im Stadtparlament. Eine eigene Kandidatur mit dazugehörigem Wahlkampf hätte die Umsetzung von Beschlüssen lediglich verzögert. „Sachpolitik ist uns wichtiger als Parteitaktik“, macht Schmidt glaubhaft.

Dass es in der Vergangenheit zwischen dem Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat hin und wieder geknirscht hat, erscheint Marius Schmidt weniger problematisch als die Tatsache, dass es der sozialdemokratische Erste Stadtrat mit einem politisch unabhängigen Bürgermeister zu tun hat. Hätte der Verwaltungschef ein Parteibuch der SPD, würde sich das hilfreich auf die Abstimmung zwischen Politik und Verwaltung auswirken, meint Schmidt. „Wir erwarten eine professionelle und sachliche Zusammenarbeit“, appelliert er in Richtung Verwaltungsspitze. Diese sieht er gleichwohl voll in Funktion, ansonsten hätten die Koalitionäre weit größere Probleme in der Durchsetzung ihrer politischen Ziele.

FDP: „Diesmal nicht“

Koalitionspartner Thomas Bittner, Fraktionsvorsitzender der FDP, antwortet zur Frage eines möglichen liberalen Bürgermeisterkandidaten: „Diesmal nicht.“ Und auch der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Lampertheimer Grünen, Helmut Rinkel, beteuert: „Ich kenne keine Pläne.“ Zu Spekulationen, Grünen-Fraktionschef Stefan Nickel, der zu Beginn der Amtszeit Gottfried Störmers als Hauptamtsleiter vom Lampertheimer Rathaus zum Rechnungshof nach Darmstadt wechselte, könne ein Interesse an einer Kandidatur haben, war gestern nichts Konkretes zu erfahren.

Nickel selbst gab auf mehrfache Anfragen der Redaktion keine Antwort. Als Nickel vor einem Jahr den Fraktionsvorsitz von Helmut Rinkel übernommen hatte, wurde dies mit einer einjährigen Befristung verknüpft. Ab 2019 soll Rinkels Fraktionskollegin Carmen Kunz das Ruder übernehmen.

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