Lampertheim

Konzert Egerländer Musikanten spielen traditionsreiche Volkslieder in der fast ausverkauften Hans-Pfeiffer-Halle

Musik weckt Heimatgefühle

Archivartikel

Lampertheim.Wer kennt es nicht, das erfolgreichste Blasorchester der Welt – die Egerländer Musikanten? Ursprünglich gegründet von Ernst Mosch hat nach dessen Tod vor 20 Jahren Ernst Hutter das Ruder übernommen und führt seither die musikalische Tradition erfolgreich fort. Seit über 60 Jahren geht das Orchester auf Tournee und hat dabei schon die halbe Welt mit Egerländer Volksmusik bekannt gemacht.

Unter dem Arbeitstitel „Musikantenstolz“ ist das Orchester seit Oktober 2018 in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz unterwegs. Am Freitagabend spielte es in der Lampertheimer Hans-Pfeiffer- Halle in Lampertheim. Die Halle war fast ausverkauft, viele Fans waren von weither gekommen – zumindest den vielen auswärtigen Nummernschildern auf dem Parkplatz zufolge. Auch die Publikumsreaktionen bei vielen Melodien ließen erkennen, dass der Wiedererkennungswert hoch und viele treue Fans gekommen waren.

In Tracht

Moderator Edi Graf führte durchs Programm und sorgte gleich bei der Begrüßung durch launige Worte für gute Stimmung. In Egerländer Tracht präsentierten sich die über 20 Musiker. Ernst Hutter dirigierte und war auch am Tenorhorn zu hören. Schon beim ersten Stück, dem Egerländer Musikantenmarsch, wurde deutlich: Hier spielt ein professionelles Orchester, das in seinem Zusammenspiel und in seinem Sound unverwechselbar ist. Das Publikum honorierte das sofort mit rhythmischem Klatschen. Das Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris verstärkten mit ihren Stimmen den speziellen Sound des Orchesters. Wenn das Duo sang, wurden die Texte im Hintergrund auf eine Leinwand projiziert und bei Melodien aus dem Egerland wurden Bilder aus der Region gezeigt.

Das Heimatgefühl wurde im Programm öfters angesprochen, die Wurzeln der böhmischen Musik immer wieder hervorgehoben. Ein besonderes Merkmal der Egerländer ist, dass die meisten Melodien von Mitgliedern des Orchesters komponiert und arrangiert wurden. Auch Gründer Ernst Mosch stand immer wieder im Mittelpunkt, sowohl als Komponist als auch mit seinen Verdiensten um die Gründung und Entwicklung des Orchesters. Seit Hutter den Taktstock übernommen hat, ist immer noch fast ein Dutzend Musiker dabei, die schon bei Mosch gespielt haben, berichtete Hutter dem Publikum. Der Orchesterchef spielte auch immer mit, nur gelegentlich gab er sparsame Takthinweise. Auch das ist als ein Zeichen für ein eingespieltes Orchester zu werten.

Bunter Stilwechsel

Weiter ging es im Programm mit der bekannten „Eddi-Polka“ und den gesanglich begleiteten „Grubenpferden“, wobei im bunten Wechsel so- wohl Polka, Walzer und Marschmusik gespielt wurden. Das Repertoire umfasste Melodien sowohl aus der Mosch-Zeit als auch neue Arrangement. Unzweifelhaft der musikalische Höhepunkt war das Stück Memory Ernst Mosch, bei dem das Orchester an den musikalischen Beginn des früheren Dirigenten im Tanzorchester von Erwin Lehn erinnerte. Big-Band Sound erklang, und die Musiker zeigten dabei die musikalische Vielfalt ihrer Spielweise. Das stehend klatschende Publikum entließ die Egerländer erst nach mehreren Zugaben.

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