Lampertheim

Konzert Das Trio Cathrin Ambach, Benjamin Grundmann und Angela Elsaesser entführt in südliche Gefilde

Melodien zum Abheben

Neuschloss.Ein Flugzeug erhob sich am Sonntag über den Köpfen der Zuhörer im Gemeindesaal der evangelischen Johannesgemeinde beim Konzert des Trios Cathrin Ambach (Flöte), Benjamin Grundmann (Gitarre) und Angela Elsaesser (Cello). In „Assobio a Jato“, das übersetzt so viel heißt wie „Das Pfeifen eines Düsenjets“, machten sich Flöte und Cello auf eine weite Reise.

Zunächst jubilierte die Querflöte voller Vorfreude im beschwingten Walzertakt, bevor die Musik nach einem melancholischen Abschiedsteil immer mehr Fahrt aufnahm und sich einem Flieger gleich nach und nach in die Höhe schraubte.

Symbol für Freiheit

„Passend zu dem schönen Wetter haben wir südländische Musik mitgebracht“, begrüßte Ambach die Zuhörer. Entsprechend temperamentvoll begannen die drei Künstler ihr Konzert mit dem heiteren „Sambossa“ von Celso Machado und kreierten den charakteristisch brasilianischen Sound – leicht und beschwingt mit einer kleinen Prise Melancholie.

Cellistin Elsaesser lobte den Spanier Pablo Casals als „den Komponisten, der das Cello als Soloinstrument in das Bewusstsein gerückt hat“. Sein „Song of the Birds“ gelte heute noch in Katalonien als Symbol für Freiheit.

Gefühlvoll zupfte Grundmann die Saiten seiner Gitarre und Elsaesser folgte ihm mit weichem, fließendem Strich am Cello. Auch bei den spanischen Volksliedern von Manuel de Falla waren Cello und Gitarre eine wunderbare Kombination. Harte Anschläge und schnelle Läufe steigerten sich zu feurigen Flamencorhythmen.

Bei „D`un Aire d`una Mujer“ fühlten sich die Besucher fast in den Orient versetzt. Mit den Milonga-Rhythmen der Gitarre und dem lyrischen Ton der Querflöte erzeugte das Trio einen interessanten Mix verschiedener Stilrichtungen.

Komplizierte Laufkaskaden und überraschende Rhythmuswechsel prägten die mazedonischen Lieder des Gitarristen Miroslav Tadic. Ambach modellierte auf ihrer Flöte außergewöhnlich reine und farbige Töne, während Grundmann mit donnernden Gitarrenschlägen dagegenhielt. Nahezu sphärisch klang dagegen ihr Spiel bei „Canto de Ossanha“. Die sanfte Melodie der Querflöte harmonierte mit schmachtenden Gitarrenklängen.

Überhaupt hatten sich die Musiker vorwiegend unbekanntere Werke ausgesucht. Die Noten für „I am and I Watch The Drama of Works“ hatte ihnen der Komponist Lonnie Hevia direkt aus Amerika zugeschickt. „Wir bemühen uns, dreckig zu spielen“, kündigte Ambach scherzhaft an, bevor sie mit Cellistin Elsaesser das ungewohnte Rockstück anstimmte.

Die Besucher beklatschten ein kurzweiliges Konzert mit hervorragenden Musikern, raffinierten Arrangements und einer Menge Kreativität. Alle drei sind Profis auf ihren Instrumenten und zeigten neben individuellen virtuosen Fähigkeiten ein melodisches Zusammenspiel.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional