Lampertheim

Insektenplage Lampertheimer leiden unter stechlustigen Schnaken / Nicht nur die Nachtruhe ist getrübt

Kleine Biester – großer Ärger

Archivartikel

Lampertheim.Arbeiten im Garten, Relaxen auf der Terrasse oder ein Fest in Wassernähe veranstalten: Die Freude am Sommer ist derzeit in Lampertheim getrübt. Viele Spargelstädter klagen über die Schnakenplage, nur wenige scheinen abgehärtet zu sein. Nicht nur ein abendlicher Aufenthalt im Freien ist kaum möglich, auch tagsüber flieht so mancher Bewohner aus seinem Garten.

Mittel gegen die tag- und nachtaktiven Biester sind heiß begehrt: ob Schnakenfenster oder Sprays zum Auftragen auf die Haut. Auch nachts werden die Plagegeister verflucht, wenn sie nervtötend sirren und den Schlafenden stechlustig angreifen. Dann ist es erst einmal vorbei mit der Nachtruhe, und die Jagd auf das stechende Monster beginnt. Noch dazu stellen sich an der Einstichstelle bald Juckreiz und Schwellung ein. Gabriele Gilbers wohnt in der Nähe des Schulzentrums und sagt über die nervigen Biester: „Ich habe im Umfeld auch tagsüber jede Menge Schnaken, das feuchtwarme Wetter gefällt den Insekten.“

Sie betritt ihren Garten nur, nachdem sie sich mit Anti-Mückenmittel eingeschmiert hat. Sie vermeidet vor allem, in die Nähe von Sträuchern zu kommen. Denn sie weiß, Schnaken fliegen meistens nicht weit über freie Flächen, sondern sitzen im Gebüsch und warten auf ihre Opfer. Sofort sind sie dann auch da, um Menschen zu piesacken. „Ich mache zum Lüften nur die Fenster auf, an denen ein Schnakengitter ist“, erklärt Gilbers: „Aber sobald ich die Haustüre öffne, ist sofort eine Stechmücke drin.“

Auch Erika Kögel klagt über eine Vielzahl der lästigen Viecher. Sie wohnt unweit der Biedensand-Bäder. „Ich habe als Schutz an allen Fenstern im Haus Fliegengitter. Allerdings muss ich aufpassen, wenn ich die Haustüre aufmache. Denn die Biester drücken sich draußen überall rum“, sagt Kögel und schimpft: „Am Nachmittag bin ich raus auf die Terrasse, um meine Pflanzen zu gießen. Ich war ruck-zuck wieder drin. Innerhalb von drei Minuten waren rund 30 Schnaken um mich herum.“

Bloß nicht stehen bleiben

Rosemarie Münch geht gerne auf dem Althreindamm spazieren. Dort halte sich ein Schnakenübergriff noch in Grenzen. Zu Hause hält sie sich die Stechmücken mit Insektenschutz an den Fenstern fern. „Wo ein Lüftchen weht, geht es gerade noch, aber man darf nicht stehen bleiben. Da kommen die Schnaken angeflogen“, sagt eine Frau, die mit einer Gruppe Walkerinnen im Lampertheimer Wald sportlich unterwegs war. Die Frauen flüchten in ihre parkenden Autos und sagen kurzerhand ihren geplanten Grillabend im Garten ab. „Wir sind eigentlich täglich auf dem Biedensand mit unserer Hündin Maya unterwegs“, erklärt Jutta Lauzait: „Aber derzeit sind solche Ausflüge fast unmöglich. Wir wurden von Schnaken übelst angegriffen, und unsere Hündin bekommt durch die Schnakenstiche am ganzen Körper Pusteln. Deshalb meiden wir jetzt das Naturschutzgebiet. Aber auch in der Stadt kann man ab den Abendstunden nicht mehr draußen sitzen.“

Auch wenn die Hubschrauber der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) defekt gewesen seien, hätten sich die Schnakenbekämpfer ein Fluggerät ausleihen können, um gegen die Schnakenlarven vorgehen zu können, meint Jutta Lauzait. Viele Spargelstädter seien über das Nichtstun verärgert.

Walter Seelinger, der Sprecher der Lampertheimer Ärzteschaft, bestätigt, dass sich in diesen Wochen mehr Patienten mit Schnakenstichen in der Hausarzt-Praxis behandeln lassen.

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