Lampertheim

Gesundheitsforum Ärzte referieren über Nervenkrankheiten

Hoffnung für Patienten mit Parkinson, MS und ALS

Lampertheim.Beim 94. Lokalen Gesundheitsforum referierten im Stadthaus Dieter Herb (Bild oben), Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie Lampertheim und Dr. Joachim Wolf (Bild unten), Chefarzt der Klinik für Neurologie am Diakonissenkrankenhaus Mannheim. Die Themen Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (MS) und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) standen im Mittelpunkt der Veranstaltung des Gesundheitsnetzes der Ärzteschaft in Lampertheim und Umgebung (GALA) sowie der VHS. Es handelt sich um entzündliche und das Gehirn abbauende Erkrankungen, die fortschreitend verlaufen.

Heute stünden den Ärzten verbesserte diagnostische Verfahren und neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Parkinson gehöre zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems, die Hauptsymptome seien das auffällige Zittern der Hände, die Muskelsteifheit und Unbeweglichkeit des Bewegungsapparates, außerdem sei das Gangbild instabil. Das Riechempfinden und Schlucken sei gestört, das Schriftbild werde immer kleiner, die Mimik werde starrer, die Stimme leiser und der Erkrankte sei sturzgefährdet. Die meisten Menschen erkrankten zwischen dem 55. und dem 65. Lebensjahr. Bei den Betroffenen sterben im Gehirn Nervenzellen ab, die für die Erzeugung des erforderlichen Botenstoffes Dopamin verantwortlich sind. Eine Parkinsonbehandlung müsse gut geplant werden, betonte Herb. Vieles sei möglich, wie eine medikamentöse Behandlung und Physiotherapie.

Sein Kollege Wolf erklärte, dass eine Kernspintomographie besonders wichtig sei, um andere Erkrankungen ausschließen zu können. „Wir gehen davon aus, dass Parkinson im Darm beginnt“, hob Wolf hervor. Eine Verbindung von Darm und Hirn stehe schon länger im Visier. Heutzutage könne den Patienten gut geholfen werden. Und in den nächsten Jahren würden noch weitere Therapieformen dazu kommen.

„Multiple Sklerose ist eine Erkrankung von jungen Menschen“, betonte der Lampertheimer Neurologe Herb. Es gebe verschiedene Verlaufsformen. Ein erstes Anzeichen von MS, einer chronisch, entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems, könne sein, dass der Patient verschwommen sieht. Das Immunsystem greife die sogenannte Myelinschicht der Nerven an. Wenn die Diagnose abgeklärt sei, dann könne gegen einen akuten Schub eine hoch dosierte Kortison-Stoß-Therapie erfolgen, empfahl Herb. Wichtig für die Diagnostik von MS sei, eine Magnet-Resonanz-Therapie (MRT) durchführen zu lassen. Auf den Bildern könne der Fachmann Entzündungsherde sehen. Somit könne meistens im frühen Stadium eine Veränderung festgestellt werden. „Mittlerweile haben wir tolle Präparate, die das Ausbreiten der MS abbremsen können. Und die lassen hoffen“, erklärte Herb.

Dagegen sei die ALS eine Krankheit, die nicht heilbar sei. Es komme zu einer zunehmenden Lähmung. Deshalb seien die Betroffenen auf einen Rollstuhl angewiesen, die Lebenserwartung reduziere sich. Über weitere neue Erkenntnisse in der Neurologie konnte Wolf berichten. Es gebe Hoffnung durch neue Medikamente und Behandlungen, die die Lebensqualität der Patienten verbessern könnten. roi

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