Lampertheim

Ehren und fördern

Uwe Rauschelbach über die Verleihung des Kulturpreises

Keine Frage: Joachim Sum ist ein würdiger Kulturpreisträger. Die Kulturkommission hat richtig entschieden. Zum einen, weil mit Kirchenmusikerin Heike Ittmann im vergangenen Jahr in der Tat Maßstäbe gesetzt wurden und der hohe Anspruch an einen neuerlichen Kandidaten nunmehr eingelöst werden konnte. Zum anderen, weil Sum die institutionellen Grenzen der Musikschule weit ausgedehnt hat und damit tief in die unterschiedlichen Bevölkerungskreise hineinwirkt. Seine Haltung als Kulturtreibender ist ebenso bescheiden wie ehrenhaft: Kultur gehört nicht den Profis, sie ist vielmehr für alle da. Weil die städtische Kulturarbeit unter Fachbereichsleiter Rolf Hecher ebenso gemeinwesenorientiert ist, lief die Entscheidung der Kulturkommission nahezu zwangsläufig auf Joachim Sum zu.

Er ist nach Heike Ittmann der zweite Musiker, der diese Auszeichnung bekommt. Damit will sich die Kommission keineswegs festlegen; sie hatte die Wahl unter Kandidaten aus allen kulturellen Bereichen – sowohl der darstellenden als auch der literarischen und der filmischen Kunst –, sie hat sich gleichwohl abermals für einen prominenten Namen aus dem Musik-Genre entschieden. Und damit natürlich auch für die sicherste (also unanfechtbare) Lösung. Heike Ittmann wie Joachim Sum dürfen sich durch diese Auszeichnung in ihren Ambitionen bestätigt sehen, ihre Fähigkeiten für ein breit gefächertes Publikum einzusetzen. Nicht zu unterschätzen mögen auch Effekte sein, die sich mit der Reputation dieses Preises verknüpfen. Wie man hört, sorgt die Auszeichnung in kulturellen Kreisen der Region für erhöhte Aufmerksamkeit.

Vielleicht aber ließe sich der dritte Kulturpreis mit dem Gedanken der Förderung eines jüngeren, weniger namhaften Künstlers verbinden, der ein nichtmusikalisches Genre bedient. Ohnehin dürfte es schwierig sein, die zweimal hintereinander hoch gelegte Messlatte in absehbarer Zeit nicht doch zu reißen.

 
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