Bürstadt

Erich Kästner-Schule Sascha Grandua und Tobias Schröder für ihre Experimentierfreudigkeit ausgezeichnet

Küche in ein Labor verwandelt

Archivartikel

Bürstadt.Der Ehrungsabend der Bürstädter Erich Kästner-Schule (EKS) war Corona zum Opfer gefallen, aber Sascha Granda und Tobias Schröder sollten trotzdem ausgezeichnet werden. Die beiden Schüler aus der sechsten Klasse hatten an der Reihe „Experiment des Monats“ teilgenommen, die sich die MINT-Beauftragte Dr. Elke Wagner-Pommerenke ausgedacht hat. Schulleiterin Stephanie Dekker lobte die Mappen, die die Schüler mit viel Fleiß ausgearbeitet hatten.

Dazu mussten sie nicht nur die Versuche selbst daheim durchführen. Sie dokumentierten auch die einzelnen Schritte in Texten und Bildern, wie es sich für echte Forscher gehört. Daraus entstanden aufwendige Forschermappen, die sie dann abgegeben haben. „Zu Beginn hatten rund zehn Sechstklässler teilgenommen, aber am Ende waren nur noch die zwei dabei“, berichtete die MINT-Beauftragte. Sie hatte die Aufgaben so gestellt, dass sie mit einfachsten Materialien zuhause bearbeitet werden konnten.

Aufgaben online verschickt

Jede Forschungsaufgabe lief ungefähr vier bis sechs Wochen. Durch die Pandemie bedingt war Dr. Elke Wagner-Pommerenke auch gezwungen, die neuen Experimente samt Abgabefristen online aufzugeben, was aber gut funktioniert hat. Entwickelt hat sich das „Experiment des Monats“ als schulinterner Wettbewerb aus der „Forscherpause“ heraus, die für die fünften Klassen angeboten wird. Weitere Angebote im Bereich Naturwissenschaften sind die MINT-AG und „Jugend forscht“, die immer nachmittags stattfinden.

Besonders spannend fand Sascha das Experiment mit Rotkohl. Dazu sollten aus dem Kohl und verschiedenen Flüssigkeiten Lösungen hergestellt werden. „Hier gab es viel zusammenzumischen und es haben sich viele Farben daraus ergeben“, erzählte er begeistert. Er hat sich sehr viel Mühe mit der Dokumentation gegeben und eine richtige Farbtabelle erstellt, die sogar aufklappbar war.

Tobias war begeistert vom Versuch, Tinte in ein Glas mit Öl und Wasser in verschiedenen Füllhöhen zu geben und zu beobachten, was genau passiert. Das Experiment hieß „Reise ins Blaue“.

Während Sascha oft mindestens zwei Stunden, manchmal auch einen ganzen Tag in die Forschung gesteckt hat, war es bei Tobias mindestens eine Stunde täglich. Manchmal war er auch mehrmals am Tag gefordert, beispielsweise wenn ein Ergebnis öfter kontrolliert werden musste, um zu sehen, ob und wie es sich ändert. Bei den Fotos hatten beide Hilfe von den Eltern. „Die Eltern hatten vorab einen Infobrief bekommen, falls sich die Küche in ein Labor verwandelt“, lachte die MINT-Beauftragte.

Eines der Materialien waren Kartoffeln, aus denen man prima Kleber herstellen konnte, der zum Beispiel bei Papier hervorragend funktioniert. Weniger gut klebte er dagegen bei Holz oder Plastik, wie die Jungen festgestellt hatten.

Beide hätten sich sonst nicht so viel Mühe mit der Dokumentation gegeben, wenn dies nicht ausdrücklich verlangt worden wäre, geben sie zu. Aber in Nachhinein sind sie froh, denn sie haben ein schönes Heft, das sie den anderen zeigen können. „Und das ist eine schöne Kindheitserinnerung“, meinte Sascha. Als Anerkennung gab es für die Schüler jeweils eine Urkunde und einen Forscherkasten.

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