Bürstadt

Wohnen Ausschuss strebt Verdichtung im Bobstädter Neubaugebiet an – aber im Maßen / Streit um Ortsbeirat

Keine Blocks im Langgewann

Bürstadt.Keine Wohnblocks im neuen Bobstädter Baugebiet Langgewann – darüber waren sich die Mitglieder des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses einig. Allerdings soll die Bebauung auch nicht allzu großzügig ausfallen: Sowohl SPD als auch CDU sprachen sich für Häuser mit bis zu drei Wohnungen aus. Die Grundstücksgröße sollte eher bei 450 als bei 600 Quadratmetern liegen.

Im nordwestlichen Eck von Bobstadt, zwischen Friedhof und Tennisplatz, entsteht Platz für junge Familien. Die Vorgabe lautete dabei: die Bebauung verdichten, wie André Göbel vom Planungsbüro Schweiger und Scholz erläuterte. Zur Debatte standen zwei Vorschläge: Einer sieht parallel zur Rheinstraße kleinere Einfamilienhäuser vor, dahinter drei Blocks mit jeweils 15 Wohneinheiten. In der zweiten Version sind die Blocks durch größere Einfamilienhäuser ersetzt.

Schon allein der Parkplätze wegen lehnten die Politiker die erste Variante ab: Bei 15 Wohneinheiten würden dringend Tiefgaragen unter den Gebäuden gebraucht. Angesichts der Grundwasserstände wollten viele Investoren die hohen Kosten dafür aber nicht tragen. Boris Wenz (SPD) führte den Bobstädter Messplatz als Beispiel an: Auch hier habe der Bauträger aus Kostengründen auf eine Tiefgarage verzichtet.

Ursula Cornelius (CDU) sah das erhöhte Verkehrsaufkommen bei drei mal 15 zusätzlichen Wohnungen kritisch. „Der Verkehr muss komplett über die Frankensteinstraße laufen. Das wird den Anwohnern nicht gefallen“, sagte sie.

Wohnungen vermieten

„Verdichtung ja, aber keine Blocks“, sprach sich auch Franz Siegl (SPD) gegen eine Klötze in Großformat aus. Stattdessen regte er an, eine dreigeschossige Bebauung zu erlauben. „Dann können die Besitzer zwei Wohnungen vermieten. Das ist dann zwar kein sozialer Wohnungsbau, aber bezahlbar“, meinte er. Jürgen Eberle (CDU) wollte allerdings keine drei Geschosse, dafür aber drei Wohneinheiten zu erlauben. Auch so könne zusätzlicher Platz geschaffen werden.

Auf wenig Gegenliebe stieß allerdings der Vorschlag der SPD, eine Einbahnstraße zwischen den bestehenden und den neuen Häusern vorzusehen. Bislang verläuft dort nur ein Feldweg, der eigentlich dem Bauland zugeschlagen werden soll, so dass Garten an Garten grenzt. Der Vorteil: „Die Rückseiten der Grundstücke könnten bebaut und dann über die Einbahnstraße erschlossen werden – auch das ist Verdichtung“, argumentierte Siegl. Der Nachteil: „Alle Anwohner müssten an den Kosten beteiligt werden“, gab Bauamtsleiter Frank Lindemann zu bedenken. Weiterer Knackpunkt: Um das Gelände in einem vereinfachten Verfahren zügig überplanen zu können, darf eine bestimmte Zahl von künftigen Benwohnern nicht überschritten werden.

Sowohl die rückwärtige Bebauung der Grundstücke als auch die zulässige Anwohnerzahl sollen zunächst überprüft werden, bevor der Ausschuss sein endgültiges Votum abgibt. Fest steht allerdings schon jetzt: Die Bebauung soll kleinteilig ausfallen – aber passend für junge Familien.

Baugebiet im Zwerchhaag

Bezahlbare Wohnungen sieht Bürgermeisterin Bärbel Schader eher im Bobstädter Zwerchhaag in der Nähe der Bahnlinie. Ein Mix aus größeren und kleineren Einheiten soll hier entstehen, berichtete sie. Allerdings sei kein sozialer Wohnungsbau vorgesehen. Wegen der Mietpreisbindung seien hier kaum Investoren zu finden.

Abgestimmt hatten bei der Sitzung lediglich die Ausschussmitglieder, obwohl auch der Ortsbeirat eingeladen war. Anwesend waren allerdings nur die CDU-Ortsbeiräte. Ortsvorsteher Uwe Metzner (Grüne) war wegen Krankheit verhindert. „Da kein Stellvertreter da ist, kann der Ortsbeirat ohnehin nicht abstimmen“, schlussfolgerte Siegl. „Er kann aber durchaus gehört werden“, widersprach Ausschussvorsitzende Luciana Catalani-Wilhelm (SPD). „Ungehörig“, nannte CDU-Ortsbeirätin Ursula Cornelius das Verhalten ihrer SPD-Kollegen.

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