Bürstadt

Gebäudesystemtechnik Drei neue Azubis bei GS in Bürstadt

Arbeit im Büro begehrter als auf der Baustelle

Archivartikel

Bürstadt.Carina Bitz aus Groß-Rohrheim ist eine von drei neuen Auszubildenden bei GS Gebäudesystemtechnik in Bürstadt. Die 16-Jährige lernt Kauffrau für Büromanagement. Viele ihrer Schulkameraden hätten sich aber nach der mittleren Reife entschieden, weiterhin die Schulbank zu drücken.

Den Vertrag hat Carina noch gar nicht so lange in der Tasche. Die Geschäftsführung um Timo Ofenloch hatte sich erst im Frühjahr überlegt, eine Lehrstelle in der Buchhaltung anzubieten. Ofenloch wandte sich daraufhin an seinen früheren Lehrer der Erich Kästner-Schule, der wiederum in ihrer Klasse fragte, ob Interesse bestehe. Die 16-Jährige bewarb sich – und wurde genommen.

„Im Handwerk ist es viel schwieriger, Ausbildungsstellen zu besetzen, obwohl wir aktiv auf die Schulen zugehen“, sagt Prokurist Thomas Engert. Derzeit bildet GS zwei Azubis für technische Systemplanung im zweiten Lehrjahr aus, drei weitere Azubis lernen Anlagemechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Sie arbeiten auf der Baustelle: Im Sommer, wenn es heiß ist, und im Winter, wenn es kalt ist. Das unterschätzen die meisten“, sagt Timo Ofenloch.

Etwa die Hälfte seiner Lehrlinge bricht die Ausbildung vorzeitig ab. „Früher war das anders“, meint Engert. „Da hat man das durchgebissen – auch auf Druck des Elternhauses hin.“ Problematisch ist das laut Ofenloch weniger für die Firma mit 80 Mitarbeitern. „Es geht um die Zukunft des Lehrlings. Für manche ist es schon der letzte Ausweg, weil sie nicht wissen, was sie machen sollen.“ Ofenloch findet das schade. „Im Handwerk gibt es tolle Berufe, und Azubis werden mit offenen Armen empfangen.“ cos

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional