Bürstadt

Absichtserklärungen aus der Politik

Zur Bürgermeisterwahl in Bürstadt:

Die Medien und Wahlsieger sprechen von einer Schlacht. Diese Bürgermeisterwahl war ein bürgerliches Armutsbeispiel. Nicht mal die Hälfte der Wahlberechtigten geht wählen, doch es gibt trotzdem eine Siegerin. Normalerweise sollte eine solche Wahl als ungültig erklärt werden, Wahlsieger sind in diesem Falle die Nichtwähler, doch sie stellten keinen Kandidaten zur Wahl auf.

Scheinbar herrscht überall Resignation, weil man nichts ändern kann. Man hat keine Stimme im Parlament, so der Tenor. Jetzt gibt es wieder Absichtserklärungen der Politiker wie Bürgerbeteiligung, Prozessteilnahme, manche haben sich abgehängt gefühlt, Gang zurück schalten. Enttäuschung herrscht auf der Sieger-Seite, weil das Ergebnis nicht höher ausfiel.

Die Satelliten der Kernstadt hatten den einzigen Durchblick bei der Wahl und drückten ihre Enttäuschung gegenüber den Regierenden auf dem Wahlzettel aus. So wurden die Messplatzbebauungsgegner als unsachliche Sprechblasen bezeichnet, die Wohn- und Lebensqualität wurde den Anwohnern wegen 14 Wohnungen genommen. Ein beliebter Teil des Spielplatzes wurde zubetoniert. Die ehemalige Kirchweihe wird auf der Straße gefeiert, es gibt ja keinen Messplatz mehr.

Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes wurden alle Mittel für die Genehmigung gegen die Anwohner ausgereizt, sogar bestehende Straßen unzulässigerweise in die Bebauungsfläche einberechnet. Gescheitert ist eine Klage der Gegner an den hohen, gewollten finanziellen Hürden des Gesetzgebers.

Neuen Unmut und negative Enttäuschung gab es einen Tag vor der Wahl. Ein alter prächtiger Laubbaum fiel der Kettensäge zum Opfer, obwohl alle Bäume als erhaltenswert angesehen wurden, wenn sie dem Bauvorhaben nicht im Wege stehen. Warum die Abholzung stattfand, war nicht nachvollziehbar.

Leider sieht die Zerstörung unserer Lebensqualität in unserer Umgebung nach der Vorstellung der neuen und alten Bürgermeisterin nicht besser aus. Der Bahnübergang in Bobstadt soll durch einen kleinen Tunnel nur für Fußgänger und Radfahrer ersetzt werden. Die Kleintierzüchter müssen dann sechs Kilometer Umweg mit ihrem Auto fahren, um ihre Hühner zu füttern, ebenso die dortigen Anwohner und Gewerbebesucher. Weitere große Lagerhallen sind geplant. Das Gebiet im Langgewann auf wertvollen Äckern wird bebaut. Und nicht zuletzt: Es gibt ja auch noch die Biogasruine. Alle freuen sich schon, der Bauhof und der ZAKB bekommt dort ein neues Zuhause mit weiteren neuen Umweltproblemen der Anwohner und Betriebe.

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