Bürstadt

Mundart-Theater Proben im Riedroder Bürgerhaus laufen auch Hochtouren / Darsteller feilen an den letzten Feinheiten

„Aache zu un dorsch!“ vor der Premiere

Archivartikel

Riedrode.Bis zu den Aufführungen ist es nicht mehr lange hin. Und deshalb nimmt auch die Häufigkeit der Proben zu: Die Bürstädter Mundart-Truppe „Die Sainäwwel“ fiebert der Premiere für ihr neues Stück „Aache zu un dorsch!“ entgegen. Am Freitag, 5. April, ist es soweit. „Die Intensität steigt. Kurz vor den Vorstellungen treffen wir uns fast täglich im Riedroder Bürgerhaus“, erzählt die Vorsitzende Gabi Schäfer-Bauer.

Die Kulissen sind noch nicht ganz fertig, einige Details müssen noch eingearbeitet werden. Wie zum Beispiel das große Loch in der Wand, das sich in ein Hotelfenster verwandeln muss. Denn darin werden die Schauspieler immer wieder eingeklemmt. Auch sonst gibt es noch etliche Lücken, die Wände des Hotelzimmers sind kahl und ohne Tapete. Dafür haben die Darsteller den Platz vor der Bühne komplett belegt, und es ist alles da, was zarte Nerven zur Beruhigung brauchen. Unter anderem jede Menge Süßigkeiten. Die Schauspieler kommen nach ihrem Auftritt immer wieder von der Bühne in den Saal, gehen dort ihr Textbuch durch und warten auf ihren nächsten Auftritt. Das Textbuch sieht für normale Augen ungewöhnlich aus. Sämtliche Wortwechsel sind dort auf Bäschdädärisch abgedruckt. Und das macht das Lesen schwer, wenn man das nicht gewohnt ist. Das Hören hingegen macht keine Probleme, der Dialekt klingt vertraut. „Es ist wichtig, dass man das Stück von unten aus mitverfolgen kann“, erläutert Vorsitzende Schäfer-Bauer. Aber auch die Souffleuse Eleonore Röchner, die bereits auf ihrem Platz hinter dem Vorhang sitzt, hat das Geschehen voll im Blick und gibt Hinweise für die Auftritte der einzelnen Schauspieler. Manchmal geht es nur um Kleinigkeiten, beispielweise wie und wann durch die Tür eingetreten wird.

Diese kleinteilige Arbeit bemerken die Zuschauer später kaum mehr. Aber die Details sind enorm wichtig, um das Geschehen auf der Bühne noch plausibler zu machen. Regisseurin Roswitha Gebhardt kann beispielsweise den Schauspielern sagen, ob es besser ist auf der Couch zu sitzen oder den Text im Stehen zu sprechen. Der sitzt bei den meisten schon, aber ab und zu sorgen die Verwicklungen in der Geschichte für so manchen Versprecher – und alles endet mit lautem Gelächter.

Überhaupt wird viel gelacht bei den Proben und die Stimmung ist sehr gut. „Wir haben einen starken Zusammenhalt in der Truppe“, freut sich Gabi Schäfer-Bauer. Die Vorfreude darauf, endlich vor Publikum zu spielen, ist spürbar. Einen Tag vor der Premiere, am Donnerstag, 4. April, sind die Bürstädter Senioren bei Kaffee und Kuchen traditionell zur Generalprobe eingeladen. cid

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