Biblis

Tradition Brandschützer und SG NoWa feiern in Wattenheim mit zahlreichen Gästen / Schausteller hat kurzfristig abgesagt / Weder Kranz noch Rede

Mehr Feuerwehrfest als Kerwe

Archivartikel

Wattenheim.„Es waren schöne Tage, die Besucher haben das kühlere Wetter zum Weggehen und Verweilen genutzt“, freute sich Boris Morew, Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Wattenheim. Die Brandschützer haben schon vor einigen Jahren ihr Feuerwehrfest mit „Tag der offenen Tür“ und die örtliche Kerwe kombiniert. Drei Tage bot die Feuerwehr nun wieder Bewirtung und Unterhaltung an, an zwei Abenden öffnete zudem die SG NoWa ihre Bar. Sie laden auch am heutigen Kerwemontag zum Frühschoppen ein.

Von der eigentlichen Kerwetradition war in diesem Jahr allerdings nichts zu spüren. Boris Morew bedauerte die Entwicklung sehr: Lange hatten die Aktiven gehofft, die Kerwe im Ort wiederbeleben zu können, und verschiedene Konzepte ausprobiert. „Wir haben uns sehr engagiert. Auch die Organisation der Schausteller für die Kerwe kostet immer viel Arbeit, Zeit und Nerven“, sinnierte er verärgert. In diesem Jahr sei wieder alles frühzeitig mit dem Schausteller abgesprochen worden, doch dann habe dieser kurzfristig abgesagt. Schon im vergangenen Jahr hatte die „Reitschul“ gefehlt, weil ein anderer Schausteller nicht gekommen war. Die Einnahmen seien zu gering, die Schausteller verlangen deshalb finanzielle Unterstützung.

Künftiges Konzept noch offen

Die Suche nach einem Kerwevadder gestaltete sich ebenfalls schwierig. Deshalb haben die Organisatoren erst gar nicht für heute zum Aufhängen des Kranzes mit Kerwerede eingeladen. Den dazugehörigen Frühschoppen bietet die SG NoWa aber an. „Wir werden uns überlegen müssen, ob das momentane Konzept für uns als Feuerwehr weiterhin Bestand hat“, sagte Morew. Letztlich sei es dieses Jahr wirklich mehr ein Feuerwehrfest gewesen und nur vom Namen her die „Kerb“. Wobei dies den Besuchern anscheinend nicht viel ausgemacht hat. Denn die Gäste kamen zahlreich, um es sich bei der Feuerwehr und abends bei der SG NoWa gemütlich zu machen.

Freitags ging es – in Anlehnung an die Kerwe – wie gewohnt mit dem Koteletteessen los. Innerhalb einer halben Stunde waren alle Plätze belegt, und die Bedienungen kamen gar nicht mehr nach. „Wir danken den Besuchern für ihre Geduld, wir konnten den Engpass schnell kompensieren und alle Gäste bedienen“, sagte Morew. Am Ende war das Essen ausverkauft.

Gleiches galt für den zweiten Tag: Wieder sorgte ein Ansturm für „leere Pfannen“. Am Samstagabend gab es zudem Livemusik mit der Band The Footprint. Ihre Rock- und Blues-Lieder kamen sehr gut an beim Publikum. Die Band trat zum ersten Mal in Wattenheim auf. Boris Morew hatte die Gruppe in Ludwigshafen in einem Irish Pub gehört und sie gleich engagiert.

Gestern ging das Fest mit einem erlebnisreichen „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr Wattenheim weiter. Zahlreiche Feuerwehrkameraden aus der Region kamen über das Wochenende in Wattenheim vorbei. „Wir versuchen, das Fest immer attraktiv zu halten, für Unterhaltung und Informationen zu sorgen“, erklärte Morew. So gab der Musikzug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim wieder ein Platzkonzert für die Gäste.

Zum ersten Mal bauten die Ehrenamtlichen der Rettungshundestaffel des DRK Bensheim ihren Schau-Parcours auf. Mit acht, vorwiegend jungen Hunden in Ausbildung zeigten sie, wie die Tiere trainiert werden. Dabei wurden auch Gäste eingebunden.

Im Anschluss präsentierte sich erstmals die Jugendfeuerwehr aus Wattenheim mit einer klassischen Standardübung. Selbst wer nicht zur Jugendfeuerwehr gehörte, konnte ein Feuer löschen. Jugendwart Marcel Otwarko hatte einen Stand mit Bildern aufgebaut und das Brandhaus von der Bibliser Wehr ausgeliehen. Nun galt es, den Dachstuhl zu löschen. Von den Kollegen aus Groß-Rohrheim stammte der Fire-Trainer, mit dem verschiedene Brände nachempfunden werden können. So konnten die Aktiven zeigen, welche Technik jeweils angesagt ist. Zudem gab es ein Schätzspiel zugunsten des Kinderhospiz Sterntaler.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional