Leserbrief - Zu „Verwirrungstaktik” (FN 15. Oktober) Zeit für wichtige Dinge

Von 
Corinna Leupold
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Hallo Frau Haas, danke für Ihre Antwort. Ich würde gerne einige Dinge richtigstellen. Dieser Leserbrief stammt von mir, nicht von dem Aktionsforum. Sie verstehen nicht, warum man sich soviel Zeit für eine Thematik nimmt? Für Dinge, die einem wichtig sind, nimmt man sich Zeit. Dass ich damit bei weitem nicht alleine bin, sieht man daran, welche Wogen das Ganze bisher geschlagen hat. Auch ich bedaure, dass die Unterschriftenlisten leider verstauben müssen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass das Landratsamt diese einsieht und ggf. mit einer Einwohnerliste überprüft. Außer Ihrem Mann hat sich aber leider niemand dafür interessiert.

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Ich möchte betonen, dass die Aktion dazu gedient hat, die Meinung der Elpersheimer Bürger zu erfassen, nicht um zu spalten, und darum wäre die Einsicht nur dem Landratsamt vorbehalten gewesen.

Ich darf Ihnen aber versichern, die Unterschriften in Elpersheim gesammelt zu haben, ohne den Versuch Menschen zu manipulieren. Als auf der Bürgerversammlung im Februar noch zu hören war, dass die Substanz unserer Brücke eigentlich ganz gut wäre, sie jedoch nicht auf 40 Tonnen auflastbar sei – wurde sie während unserer Unterschriftensammlung seltsamerweise immer maroder. Da darf man sich dann schon mal fragen, warum die Brücke nicht sofort auf eine geringere Tonnage herabgelastet wird, während Fahrzeuge über 24 Tonnen mit Ausnahmegenehmigung trotzdem weiter passieren dürfen.

Bei der ursprünglichen Befragung ging es primär um den Erhalt beziehungsweise Neubau einer Bogenbrücke. Schon dort merkte ich, dass die Einwohner aus unterschiedlichsten Gründen unterschrieben. Richtig ist, ob Neubau Balken- oder Bogenbrücke bestehen keine Unterschiede in puncto Lärm, Schwerlastverkehr, Angst um die Kinder und Umfahrung.

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Dieses Problem besteht aber darin, dass die Bürger nicht mitgenommen werden und man gemeinsam versucht Lösungen zu finden, sondern sie vor vollendete Tatsachen stellt. So sollte man sich vor einem Neubau um eine vernünftige Verkehrsführung nach- und geeignete Umfahrungen während der Bauzeit kümmern. Wie bitte soll ein Landwirt auf einem vier Meter breiten Radweg mit einem drei Meter breiten Fahrzeug einen Mindestabstand von 1,5 Meter zu den Radfahrern halten?

Was ist mit der Gefährdung von Menschenleben, wenn Rettungsdienste die andere Seite nur verspätet erreichen können? Was passiert mit den ortsansässigen Geschäften (Friseur, Café), wenn sie während der Bauzeit schlecht erreichbar sind? Wie kann die Verkehrsführung oder -beruhigung danach aussehen?

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Wenn jedoch ein Neubau einer Brücke geplant ist, für den nichts ausgegeben werden darf, geht dies auf Kosten derer, die einen Sinn für das Ambiente eines Ortsbildes haben. Schließlich wird dieses seit 100 Jahren durch eine Bogenbrücke geprägt. Es ist richtig, dass die Ertüchtigung von Kreisstraßen und deren Brücken Aufgabe des Landkreises ist.

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Aber dieser unternimmt nichts, ohne vorher die Stimmungslage in den Kommunen abzufragen bzw. ohne sich mit den dortigen Vertretern abzustimmen (siehe Neubau Bogenbrücke in Markelsheim). Welchen Sinn hat der Bau einer Brücke mit unbegrenzter Tonnage, wenn die Anschlussstrasse zur Tauberhöhe diesen Verkehr nicht bewältigen kann? Zuerst gehört die Straße instandgesetzt, bevor Millionen in eine Brücke investiert werden.

Wie Sie selber schreiben, ist es für schwere Fahrzeuge nicht erstrebenswert, sich den Berg hoch- oder runter zu quälen. Da scheinen wir in einem wesentlichen Punkt übereinzustimmen!

Deshalb sollten wir eine andere Möglichkeit überdenken: Es gibt ein neuartiges Sanierungsverfahren, bei dem Brücken bei laufendem Verkehr in kürzester Zeit saniert werden können.

Wenn damit die Traglast unserer Brücke um einige Tonnen aufgelastet werden könnte, würde dies alle Interessen unter einen Hut bringen: es ist umweltfreundlich, das große Problem Umfahrung fällt weg, es ist extrem kostengünstiger als ein Neubau und vor allem könnte unsere wunderschöne Bogenbrücke für wenig Geld erhalten bleiben.

In diesem Sinn würde ich mich über eine konstruktive Zusammenarbeit wirklich freuen.