Python-Funde in der Weikersheimer Goethestraße - Polizei hüllt sich wegen „laufender Ermittlungen“ weiter in Schweigen Schwarzmarkt für Schlangen groß

Von 
Michael Weber-Schwarz
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Suche nach dem Täter läuft: Im Bild eine der Pythonschlangen, die am Sonntag vor einer Woche in Weikersheim gefunden wurden. © Augenzeuge

Weikersheim. Drei Würgeschlangen im Bereich der Weikersheimer Goethestraße (wir berichteten) – und von Behördenseite gibt es immer noch keine Auskünfte. Lediglich die Tatsache der Tierfunde bestätigte die Pressestelle der Polizei in Heilbronn auf Anfrage der Redaktion. „Das hat Gründe, warum es so ist“, heißt es am Montag von dort; die betroffenen Anwohner wüssten um die Situation, die „Ermittlungen laufen“.

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Für die genannten Anwohner ist „die Situation“ weiter unbefriedigend, wie Gespräche der Redaktion mit Bürgern ergeben haben. Sie verstehen nicht, warum über die Fälle von Behördenseite nicht offiziell informiert worden sei.

Ob sich möglicherweise noch weitere Pythons in dem Wohn- und Gartenareal an der Vorbachmündung aufhalten, sei nicht bekannt. Eine gezielte Durchsuchung des Bereichs, und sei es nur, um den Bewohnern die Angst zu nehmen, habe nicht stattgefunden.

Ein Sprecher der Tierrettung Odenwald in Möckmühl – dorthin wurden alle drei Pythons aus Weikersheim gebracht – erklärte, dass zwischenzeitlich eine weiterer Python-Alarmierung stattgefunden habe. Ein Fehlalarm wie sich herausgestellt hat, denn die Schlange entpuppte sich als harmlose Blindschleiche. „Die Leute sind eben aufgeschreckt“, zeigt der Sprecher aber Verständnis.

Ratten und Hasen als Beutetiere

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Die gefundenen Tiere seien nicht unmittelbar gefährlich, gleichwohl sind sie bei den aktuellen Temperaturen überlebensfähig. „Die können sich durchschlagen“, so der Tierexperte. Als Wechselwarme nehmen die Pythons die Temperatur der Umgebung an, können also mit Wärmebildkameras nicht entdeckt werden. Als Beute kämen Tiere in der Größenordnung von Ratten bis hin zu Katzen oder Hasen in Frage. Eine Gefahr für Menschen bestehe deshalb nicht.

Problematisch bei der Recherche nach einem mutmaßlichen Besitzer sei der Umstand, dass es einen großen Schwarzmarkt für Schlangen gebe. Die Reptilien sind prinzipiell frei verkäuflich und je nach Preisofferte „auch ohne Papiere“ auf Börsen oder im Internet zu haben, weiß der Experte.

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Es scheint also weiter unklar zu sein, wer die drei Schlangen in der Goethestraße ausgesetzt hat. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich aktuell nicht auf die Schlangen-, sondern vor allem auf die Tätersuche – wenn man schlüssige Ergebnisse habe, werde man auch die Öffentlichkeit informieren, so die Polizei.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim