Veranstaltungsreihe "Fabrikkultur" - Zwei Shows der "Physikanten" begeistern jeweils das Publikum Physik witzig und spannend erklärt

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Begeistert verfolgen die Kinder bei der Schülershow der "Physikanten" einen Rauchring, der mehrere Meter weit über ihnen hinweg schwebt.

© Veranstalter

Weikersheim. Einmal im Jahr öffnet das Weikersheimer Unternehmen CeraCon seine Türen und bietet an zwei Abenden im Rahmen des Kulturprogrammes der Stadt Weikersheim der Öffentlichkeit die Möglichkeit, Kultur im Umfeld einer industriellen Fertigungsumgebung zu erleben. So kamen in diesem Jahr unter anderem die "Physikanten" mit ihrer Experimente-Show, zudem gab sich das "GlasBlasSing"-Quintett ein Stelldichein (wir berichteten).

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Doch anders als die Jahre zuvor, startete die "Fabrikkultur" zum Auftakt nicht mit einer Abendshow. Bereits am Nachmittag wurde eine Show speziell für Kinder angeboten. Mehr als 250 Zehn- bis 15-Jährige aus den Schulen im Umkreis waren gekommen, um sich Physik witzig und mit spannenden Versuchen näherbringen zu lassen.

Einstündige Show

In einer knapp einstündigen Show gelang es Herrn Tobi und Frau Professor Doktor Liebermann, die Schüler auf eine erlebnisreiche, lustige, aber auch lehrreiche Reise mit physikalischen Phänomen mitzunehmen. So erklärten die beiden Moderatoren etwa das Phänomen "Statik". Hierzu holten sie vier freiwillige Erwachsene und Lehrer auf die Bühne, die sich auf vier im Quadrat aufgestellte Stühle setzen und sich jeweils auf den Oberschenkel des Hintermannes lehnen mussten.

Als schließlich nach und nach die Stühle unter den Erwachsenen entfernt wurden, ging ein Raunen durch die Schülerschar. Verständlich erklärte Professor Liebermann jedoch, dass diese selbsttragende Konstruktion so lange bestehen bleibe, so lange alle "Elemente" an ihrem Ort verbleiben.

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Mit Herrn Tobi wollte sie sich sogar in eine längere Pause zurückziehen und das "statische Experiment" verweilen lassen. Doch bevor die Schüler Angst um ihre Lehrer bekamen, setzten sie ihr Programm fort und zeigten weitere Versuche, wie das zerknautschte Fass, das zum Implodieren gebracht wird, oder Rauchnebelringe, die über die Köpfe der Schüler hinweg viele Meter weit gepustet werden.

Schüler begeistert

Witzig führten die beiden Moderatoren durchs Programm und zogen die begeisterte Schülerschaft von der ersten Minute in ihren Bann. So kam nicht nur der Feuervulkan gut an, sondern auch ein gängiger Schulversuch mit Helium wurde so präsentiert, dass die Schüler begeistert waren: "Das Experiment, bei dem die Stimme durch Helium bzw. Schwefelhexafluorid höher bzw. tiefer wurde, hat mir am besten gefallen", so einer der Schüler.

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Sicherlich, einige der Versuche werden auch im Physikunterricht gemacht, doch so prickelnd und ausgefallen wie sie hier auf der Bühne präsentiert wurden, werden sie den Schüler sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Eine weitere Neuheit in diesem Jahr war das "After-Show-Programm". Bereits seit längerem arbeitet CeraCon mit der Jugendtechnikschule Taubertal zusammen, um Kindern und Jugendlichen aus der Region Technik begreifbar zu machen.

Praktische Versuche

Damit die Schüler auch an diesem Nachmittag nach der "Physikantenshow" praktische Versuche selbst machen durften, entstand in Zusammenarbeit zwischen CeraCon und der Jugendtechnikschule die Erlebniswelt "Wissenschaft und Technik".

An verschiedenen Stationen durften in einem 60-minütigen Rundgang die physikalischen Naturgesetze ausprobiert, technische Zusammenhänge erforscht, selbst gelötet, geschraubt oder gar programmiert werden. 20 Stationen zu unterschiedlichen Themenbereichen wurden von CeraCon selbst, der Jugendtechnikschule, der DHBW Bad Mergentheim und dem Deutschen Amateur-Radio-Club angeboten. So durfte man zum Beispiel Versuche mit der Wärmebildkamera machen, eine Wasserrakete testen, Elefantenzahnpasta herstellen, einen elektronischen Würfel bauen oder spannende Versuche im Mechanikzirkel erleben.

Die Resonanz der Schüler war einhellig. "Das hat viel Spaß gemacht und man gewann neue Einblicke", war von einem 13-jährigen Realschüler zu hören. "Wir haben mit der Wärmebildkamera Sachen getestet und dann gesehen, was tatsächlich warm und kalt ist. Das war klasse." Sicherlich wird dieser erlebnisreiche Nachmittag vielen Kindern noch lange im Gedächtnis bleiben bzw. mancher Versuch im Unterricht noch einmal nachgestellt.

Nach diesem lehrreichen und unterhaltsamen Schülernachmittag hieß es schließlich umbauen für die Abendshow. Nach der Begrüßung durch den geschäftsführenden Gesellschafter von CeraCon, Andreas S. Kreissl, und einer kurzen Einführung durch Astrid Hackenbeck vom Kulturamt der Stadt Weikersheim traten noch einmal die Physikanten auf die Bühne.

Angepasst auf das Abendpublikum, wurden diesmal für Erwachsene erneut Versuche und Experimente auf lustige Art und Weise erklärt. So bat etwa Herr Tobi auch hier ein paar Freiwillige auf die Bühne, um dem Publikum effektvoll zu zeigen, wie ein echter Stromkreis gebaut werden kann. Aufgeregt standen die Probanden, darunter auch ein junger Schüler, nebeneinander und hielten sich an den Händen, als Herr Tobi sie besänftigte und darauf hinwies, dass keine Gefahr bestehe.

Musik durch Menschenkette

Über diese Menschenkette wurde Musik geleitet, die, sobald die Hände losgelassen wurden, verstummte. Frau Professor Doktor Liebermann erklärte in Anschluss daran für alle das Experiment und machte klar, dass Menschen zu etwa 60 Prozent aus Wasser bestehen und durch den Salzanteil im Körper Strom gut geleitet werden könne. Anschaulich wurde die "Leitung" noch ein paar Mal präsentiert und so erklangen die musikalischen Klänge im On-Off-Wechsel.

In der Pause der "Physikanten"-Darbietung hatten die Besucher, ebenso wie bereits vor der Show, Gelegenheit, sich die Fertigungsbereiche der CeraCon anzusehen und sich von Mitarbeitern des Unternehmens die verschiedenen Anlagen erklären zu lassen. Darüber hinaus waren auch Exponate von der Erlebniswelt "Wissenschaft und Technik", die am Nachmittag durchgeführt wurde, ausgestellt, die so mancher Gast interessiert begutachtete. Auch die zweiten 45 Minuten der Wissenschaftsshow vergingen wie im Flug und mit Feuereffekten, fliegenden Plastikflaschen und Stickstoff-Versuchen wurde noch so manches naturwissenschaftliche Phänomen verblüffend einfach erklärt. Amüsante Comedy gepaart mit wissenschaftlichen Erklärungen - zurück bleibt im Gedächtnis auf jeden Fall mehr als in einer nüchternen Physikstunde.

Auch im kommenden Jahr geht die Veranstaltungsreihe weiter. So heißt es am 21. und 22. September 2018 erneut: Bühne frei für die "Fabrikkultur".