Theater - Proben der „Doredräwer“ für „Und alles auf Krankenschein“ laufen auf Hochtouren / Vorverkauf startet am 26. Februar Passgenau, damit die Pointen zünden

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ibra
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Leslie (Henri Wolfarth) vermutet zum Entsetzen von Doktor Mortimore (Lukas Schäfer, rechts) seinen Vater im Ärztezimmer. Bonney (Frank Dimler, links ) und Connolly (Ringo Wunderlich) versuchen, den jungen Mann zu beruhigen. © Inge Braune

Schäftersheim. Im alten Schulhaus geht’s rund: Die Doredräwer proben für ihr neues Stück. Boulevardtheater! Schnell muss das sein, spritzig und hundert Prozent passgenau, damit Pointen zünden können. Je leichter es wirkt, desto mehr Arbeit steckt dahinter.

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Wenn Profischauspieler an Boulevardstücken feilen, gibt es während der Proben meist wenig zu lachen, weiß Regisseurin Stefanie Schnitzler. Ganz so radikal läuft es in Schäftersheim nicht: Trotz minutiöser Planung auch kleinster Gesten, Wegführungen und Blickwechseln gibt sie den Darstellern Zeit, die Situationskomik zu genießen. Seit Januar laufen Wochenende für Wochenende mehrstündige Proben.

„Und alles auf Krankenschein“, heißt Ray Cooneys turbulente Komödie. Der Uraufführung 1987 folgte zwei Jahre später die deutsche Erstaufführung in der Kleinen Komödie Wien. Seither wurde der Boulevard-Klassiker zum Dauerbrenner für Profi- und Amateurbühnen. Die Komödie Düsseldorf, das Ohnsorg-Theater und im vergangenen Sommer das Würzburger Chambinzky haben mit der abgedrehten Farce Erfolge gefeiert, zahlreiche Amateurbühnen sorgten mit Dialektinszenierungen für kräftige Beanspruchung der Lachmuskulatur.

In Schäftersheim steht Lukas Schäfer als Doktor David Mortimore auf der Bühne. Gleich – die Uhr tickt bereits mächtig in Richtung Startschuss – hat er vor einem hochkarätig besetzten Neurologenkongress einen Vortrag zu halten, der über seine künftige Karriere entscheiden wird. Doch nichts wird’s mit der Konzentration, denn im Ärztezimmer geht es angesichts vorweihnachtlicher Vorbereitungen zu wie im Taubenschlag: Kollege Mike Connolly (Ringo Wunderlich) sucht die Kostüme für die Krankenhaus-Theateraufführung, bei der neben Doktor Hubert Bonney (Frank Dimler) natürlich auch Doc Mortimore mitspielen soll.

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Die Oberschwester (Jutta Gromes) organisiert umtriebig bereits die Geschenkvergabe für die Patienten. Krankenhaus-Chef Sir Willoughby Drake (Klaus Richter) will unbedingt noch das Redemanuskript mit Mortimore durchsprechen, während sich Bill Lesley, ein leicht seniler Patient (Kurt Immel), häuslich im Ärztezimmer einquartiert und Mortimores Ehefrau Rosemary (Sonja Hein) dem Herrn Gemahl kurz vor dem so wichtigen Termin noch schnell den Rücken stärken möchte.

Und dann taucht auch noch eine Unbekannte auf: Jane Tate (Marlene Herrmann), Ex-Krankenschwester im Haus, mutmaßlicher One-Night-Stand Mortimores und Mutter eines gerade volljährig gewordenen Sohnes. Leslie (Henri Wolfarth) heißt das Ergebnis des längst vergessenen Waschraum-Gerangels zwischen Arzt und Krankenschwester – und der Jüngling will so unbedingt endlich seinen Vater kennenlernen, dass zur Beachtung von Verkehrsregeln nun wirklich keine Zeit blieb, was Sergeant Tom Connolly (Michaela Dietz) auf den Plan ruft. Das Wörtchen Chaos drückt nur ansatzweise aus, was sich zusammenbraut.

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Autor Ray Cooney verglich die in der Farce-Darstellung geforderte Schauspielkunst mit einem Tennismatch: Statt langer Monologe sind Dialoge wie rasante Ballwechsel gefordert. In „Und alles auf Krankenschein“ verwandelt sich das Ärztezimmer in ein exzentrisches Absurdistan, aus dem zwar Türen, für Doktor Mortimore aber keine Rettungswege hinausführen.

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Für den Besuch im Tollhaus gibt es ab Dienstag, 26. Februar Karten bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Weikersheim (Buch und Papier, Hauptstraße 30, Telefon 07934/994688) und Schäftersheim (montags, dienstags, donnerstags und freitags ab 13.30 Uhr bei der Volksbank-Außenstelle, Telefon 07934/1533). Die Premiere in der Schäftersheimer Bauernhalle steigt am Freitag, 29. März (20 Uhr), weitere Vorstellungen finden an den beiden folgenden Abenden statt.

In der Folgewoche gibt es von Donnerstag bis Sonntag (4. bis 7. April), in der letzten Auftrittswoche von Mittwoch bis Samstag (10. bis 13. April) Aufführungen. Die Doredräwer machen darauf aufmerksam, dass es in diesem Jahr keine Chance für eine Zusatzvorstellung gibt.

Die Sonntags-Vorstellungen beginnen um 18 Uhr, alle anderen um 20 Uhr. Die Türen zur Bauernhalle werden jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. ibra