Kommunalwahl in Weikersheim - Fraktionen nehmen Stellung zum Wahlergebnis / Bürgermeister Klaus Kornberger würdigt den Einsatz aller Kandidaten „Es wird keine Langeweile aufkommen“

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Michael Weber-Schwarz
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Die Würfel für den Einzug ins Weikersheimer Rathaus sind gefallen – jetzt ziehen die politischen Gruppierungen ein erstes Fazit. © Stadt/Karl-Heinz Schmid

Die CDU ist die Gewinnerin der Kommunalwahl in Weikersheim – sie kratzte an der absoluten Mehrheit. Einen Sitz-Zuwachs verbucht auch die FWV. SPD/UB behalten ihre Sitze bei minus 2,6 Prozent.

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Weikersheim. Freude bei der Weikersheimer CDU nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Montagabend: Mit 47 Prozent der Stimmen (2014: 45,8) bewegte man sich auf die 50 Prozent-Marke zu. Fraktionssprecher Peter Rösch telefonisch in einer ersten Stellungnahme: „Unser informativer Wahlkampf hat sich ausgezahlt.“

Die Strategie, mit „kompetenten Kandidaten aus allen Alterschichten“ in die Kampagne zu gehen, habe Früchte gezeigt: Man sehe deutlich, „wir sind verwurzelt in der Stadt.“ Die CDU hatte auch ein Quartett junger Bewerber ins Rennen geschickt. Ins Gremium geschafft hat es zwar „nur“ der bisherige Stadtrat Marcel Bauer, aber auch die übrigen Kandidaten hätten sich beachtlich platziert.

Peter Rösch betrachtet das gute Abschneiden und die „Steigerung des Ergebnisses“ als klaren Auftrag des Wählers zur Kontinuität, der ihn auch dankbar mache. „Es war in den vergangenen fünf Jahren eine intensive Gemeinderatsarbeit, in die wir uns stark eingebracht haben.“ Betrachte man den allgemeinen Trend, dass die klassischen Parteien an Rückhalt verlören, sei das Plus für die örtliche CDU ein Ergebnis, das „sehr zufrieden“ mache. Jetzt „stehen wir in der Verantwortung und in der Pflicht.“ In Elpersheim habe man zwei Direktsitze errungen (Hans-Joachim Haas, Bernd Nagel), der bisherige Rat Eberhard Ehrmann wird nicht mehr im Gremium sein. „Das ist so in der Demokratie“, hält Rösch fest, „jeder muss mit dem Ergebnis umgehen.“

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Zum hervorragenden Abschneiden von Norbert Beck sagte Peter Rösch: „Er macht eine sehr gute Arbeit, auch als Bürgermeisterstellvertreter. Deshalb hat Norbert Beck einen hohen Bekanntheitsgrad – und er ist authentisch.“

An einem runden Tisch werde man sich demnächst zusammensetzen und sich zusammen mit den Neugewählten besprechen. Der „Umweltgedanke“ solle in der kommenden Amtsperiode deutlicher fokussiert werden. Wichtig sei, dass man bei den Bürgern als „Gruppe mit Profil“ wahrgenommen werde. Das sei auch eine „Performance“-Strategie im Wahlkampf gewesen – die sich offensichtlich ausgezahlt habe.

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Satte 4,4 Prozent hat die Weikersheimer Freie Wähler Vereinigung (FWV) hinzugewonnen: „Wir haben künftig einen Sitz mehr im Gemeinderat. Das bestätigt unsere politische Arbeit und die Zusammenarbeit mit der Verwaltung“, so Fraktionssprecherin Christiane Geier. Man sei auf Wahlkampftour in acht Ortschaften präsent gewesen und habe das persönliche Gespräch gesucht, aber „nicht das große Getrommel“. Dabei habe man die „klare Haltung“ der Fraktion zu kommunalen Entwicklungen wie Infrastrukturmaßnahmen und dem Finanzhaushalt vermitteln können; auch zur Tauberphilharmonie und zum geplanten Hotelbau, der im Zuge des „Westlichen Tauberufers“ schon früh Teil des Gesamtprojekts gewesen sei. „Wir gehen mit einer guten Mischung aus Frauen und Männern“ in die kommende Amtsperiode. „Ich glaube, die Wähler haben unsere klare und ehrliche Haltung honoriert“, so Christiane Geier.

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„Über 65 Prozent Wahlbeteiligung in unserer Stadt zeigen das deutliche Interesse an der Kommunalpolitik“, so die SPD/UB in einem schriftlichen Statement. Die Fraktion „konnte das Ergebnis mit fünf gewählten Gemeinderäten von 2014 wiederholen“. Auf „unserer Liste haben einige unserer neuen Kandidaten starke Stimmenzahlen eingefahren“. Es gelte „unsere Themen in den Gemeinderat einzubringen und durchzusetzen“.

Die Podiumsdiskussion im Gymnasium Weikersheim habe gezeigt, dass junge Bürger eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft haben. „Die Denkanstöße haben wir zu respektieren, aufzuarbeiten und umzusetzen. Denn unsere Heranwachsenden benötigen Rahmenbedingungen, um unsere ländliche Region Weikersheim auch in den kommenden Jahrzehnten lebenswert und attraktiv zu halten. Einseitige Außendarstellung, ein aufgestülptes Kulturverständnis und Projekte, die große finanzielle Risiken für Weikersheim bergen, sind nicht zielführend“, so die SPD/UB.

„Freizeitgestaltungsmöglichkeiten für unsere Jugend, Digitalisierung, der schonende Umgang mit unserer Natur, regenerative Energiekonzepte, Erhalt und Pflege der Infrastruktur, Sicherung der ärztlichen Versorgung, höhere Geldmittel für unsere Schulen, gezielte Unterstützung der gewachsenen Vereinsstrukturen, aber auch die Stärkung unserer Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind Aufgaben, die von uns umgesetzt werden müssen.“

Kornberger: „Feines Gespür“

Bürgermeister Klaus Kornberger bewertete die Gemeinderatswahl als „sehr spannend“, man blicke ja auf „fünf bewegte Jahre“ zurück. Der Wähler habe jetzt „ein feines Gespür“ gezeigt und eine gute Mischung „aus Erfahrung und Neulingen“ gekürt. Kornberger wörtlich: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, die in eine „gute Zukunft“ für die Stadt führen werde. Es stünden weiter Projekte an, deshalb würde sicherlich „keine Langeweile“ aufkommen. Der Bürgermeister würdigte ausdrücklich den Einsatz „aller Kandidaten“, die sich mit ihrem guten Namen in den demokratischen Prozess eingebracht hätten. Für ihn gebe es deshalb „keine Verlierer“.

In Weikersheim und den Ortschaften waren insgesamt (Rathausmitarbeiter und Wahlhelfer) rund 80 Personen im Wahl-Einsatz, so Klaus Kornberger auf Nachfrage.

Der Bürgermeister war selbst als Kreistagskandidat angetreten. Als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler mache es ihn „stolz, dass wir dazugewonnen haben“, dies zeige, dass „unsere Arbeit nicht umsonst war. Erfahrene und neu Gewählte bedeuteten auch in der Kreispolitik Kontinuität. „Ich bin froh, dass ich Weikersheim weiter vertreten darf“, sagte Kornberger, die Arbeit zur „Entwicklung des Landkreises“ mache ihm auch persönlich Spaß.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim