Konzert in Laudenbach - Katholische Kirchenchöre Laudenbach und Niederstetten mit abwechslungsreicher Darbietung Dynamisch bis zum allerletzten Ton

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pm
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Viel Beifall gab es für ein mitreißendes Gemeinschaftskonzert in der Laudenbacher Pfarrkirche. © Nico Neckermann

Ein ansprechendes und abwechslungsreiches Programm bescherten die katholischen Kirchenchöre Laudenbach und Niederstetten ihren begeisterten Zuhörern in der Laudenbacher Pfarrkirche.

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Laudenbach. Unter dem Thema „Halleluja, jauchzt dem Herrn alle Welt“ brachten die Chöre vor vollem Haus, in weitgespanntem Bogen, sowohl geistliche Musik des klassischen Repertoires, als auch modernes, rhythmisch geprägtes Liedgut zu Gehör.

Auch Werke der neuen geistlichen Musik setzten farbige Akzente in einem Programm, das durch Vielfalt glänzte.

Gemäß dem Motto hatten die musikalischen Leiter Hermann-Josef Beyer und Matthias Engel den Sängern Musik zahlreicher europäischer Komponisten vermittelt. Aber auch Musik amerikanischer Komponisten und Musik, die ihren lebendigen Impuls afrikanischen Elementen verdankt, waren zu hören.

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Dem großen Chor beider Kirchengemeinden, zahlreichen Projektsängern, den Solisten und Instrumentalisten gelang im Verlauf des Konzertes etwas durchaus Seltenes. Es entwickelte sich eine musikalische Eigendynamik, die aufhorchen ließ und die bis zum Ende des Konzertes anhielt.

Nach einem klassischen Beginn mit dem bekannten Chorsatz „Alles, was Odem hat“ erklang mit beiden Chören der berühmte achtstimmige Satz „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Mendelssohn-Bartholdy. Einen freudigen Impuls vermittelte die von Andrew Moore geschaffene Komposition „Singt dem Herrn das Lied der Freude.“ Wie vielfältig Musik sein kann, wurde in einem vom Salsa-Rhythmus geprägten Chorsatz „Cantar“ des amerikanischen Komponisten Jay Althouse deutlich, der dem gesungenen spanischen Text eine von Klavier, Gitarre, Bass und Conga geprägte Begleitgruppe beigab. Rhythmisch und differenziert gesungen brachte ein kleiner Chor aus Niederstetten dieses interessante Stück ins Programm ein.

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Dynamisch gestaltete der Kirchenchor Niederstetten das Stück „The Ground“ aus der Sunrise Mass (2008) des norwegischen Komponisten und Pianisten Ola Gjeilo. Deutlich war in der Mitte der Komposition der klangliche Höhepunkt des Stückes zu verspüren, vom Chor emotional vorgetragen, wie ein Gang durch eine Landschaft mit Frieden und Bodenstärke. Ganz anders dann das folgende „African Alleluia“ von Jay Althouse. Auch hier unterstützten Klavier und Cajon das von vielfältigen Einwürfen geprägte Loblied.

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Unter der Begleitung der Band mit H.J.Beyer (Klavier), Andreas Strasser (Gitarre), Christoph Herwarth (Bass) und Priska Hirsch (Percussion) schloss der Chorsatz „Father“, emotional gesteigert, diesen Block.

Instrumentalisten eingebunden

Der mit Melodie, Überchor und Begleitmusik gemeinsam musizierte Liedsatz „Wäre Gesanges voll unser Mund“ aus dem Gotteslob, gab den Zuhörern die Möglichkeit, sich ins Konzert einzubringen. Der aus England stammende John Rutter (* 1945) ist als Komponist neuer geistlicher Musik, aus dem Repertoire der Kirchenchöre nicht mehr wegzudenken. Stilistisch bewegen sich seine Kompositionen, teilweise instrumentiert, in einer sehr gut strukturierten und eingängigen musikalischen Form, und so waren in Laudenbach auch drei Werke von ihm vertreten: das „All things bright and beautiful“, danach das recht besinnlich klingende Stück „God be in my head“ und nachfolgend, das textlich umfangreichere Werk „Look to the day“. Schön, wie die Instrumentalisten Linda Ruess, Luisa Brändle (Querflöten) und Matthias Engel (Oboe), sowie Maria Miller Pflüger (Klavier) sich dort in einer kleinen Besetzung einbinden ließen. Hier ist auch zu erwähnen, dass die von Hermann-Josef Beyer und Matthias Engel verfassten Arrangements maßgeblich zur bemerkenswerten Qualität der Darbietungen beitrugen.

Mit drei Vokalwerken „Shine on me“, „Missa Afrikana“ und „Wasma Ajelile“ , arrangiert von Michael Schmoll, brachte der Kirchenchor Laudenbach ein neues, überraschendes Element mit rhythmischer Bewegung ins Konzertprogramm ein. Hier wurde der lateinische Messtext mit Elementen afrikanischer Rhythmik kombiniert und überzeugend dargeboten.

Sehr schön der Gospelsong „ Wasma Ajelile“ in ghanaischer Sprache, rhythmisch differenziert unterstützt mit Percussion durch Priska Hirsch.

Nach einer meditativen Zwischenmusik der Instrumentalgruppe erklang von Victor Johnson, solistisch gesungen von Anne Beyer, Janina Beyer und Nadja Dietz, das „Deo dicamus gratias“. Sehr schön musiziert und als Kontrast zum Klangvolumen der Chöre, gestaltete sich dieser solistische Beitrag nochmals als Steigerung des Konzerterlebnisses.

Gemeinsam zum Abschluss

Ausgehend von der Gesamtkonzeption erklangen abschließend, musiziert und gesungen in großer Besetzung, „Come together“ als gemeinsames Kirchenlied, das großartige „Adiemus“ von Karl Jenkins und „Erfreut euch im Herrn allzeit“ des Komponisten George Rathbone.

Die Erfahrung, wie sehr doch Musik zum Gotteslob beitragen kann, wurde in einem Impuls von Pfarrer Keck verdeutlicht.

Nach dem gemeinsamen Schlusslied „Jesus Christ, you are my life“ wurden die Musiker vom Publikum in der vollbesetzten Kirche mit viel Beifall bedacht. pm