Tauberphilharmonie Weikersheim - Stargeigerin Isabelle Faust kommt mit dem Freiburger Barockorchester / Konzert würdigt großes Corona-Engagement Dankeschön mit Dornröschen-Stradivari

Von 
Michael Weber-Schwarz
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Die „Sleeping Beauty“ von 1704 ist auch bekannt unter dem Namen Dornröschen-Stradivari – und wird gespielt von Isabelle Faust. Der leidenschaftliche, frische und beherzte Ton der Musikerin wird von der Kritik immer wieder hervorgehoben. © Felix Broede

Erzieherinnen, Verkäuferinnen, Mitarbeiter der Sozialstation: Sie haben sich in der harten Corona-Zeit besonders engagiert. Jetzt gibt es ein „Dankeschönkonzert“ in der Tauberphilharmonie.

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Weikersheim. Ein musikalisches Gipfeltreffen steht in Weikersheim an: Das Freiburger Barockorchester kommt mit Stargeigerin Isabelle Faust in die Tauberphilharmonie und sagt engagierten Bürgerinnen und Bürgern „Danke“.

Es sei ein „Dankeschön für die Unterstützung in besonderen Zeiten“, so Elisa Heiligers vom Philharmonie-Team – mit einem außergewöhnlichen Orchester und einer Solistin von Weltrang. Die Tauberphilharmonie sei stolz, am 30. September um 19.30 Uhr das bekannte Barockorchester und Geigerin Isabelle Faust präsentieren zu können.

Pro Jahr 40 Millionen Euro

Die „Baden-Württemberg Stiftung“ ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürger. Sie investiert pro Jahr rund 40 Millionen Euro in ganz verschiedene Programme in den Bereichen Forschung, Bildung, Gesellschaft und Kultur.

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Jetzt fließen Gelder der BW-Stiftung in eine Konzert-Tour für Orchester und Solistin. Und diese Basis-Finanzierung macht das Konzert in Weikersheim erst möglich. Örtliche Institutionen und der Freundeskreis der Tauberphilharmonie engagieren sich finanziell ebenfalls, so dass ein großes Kontingent an freien Eintrittskarten für die örtlichen Corona-Engagierten bereitgestellt werden kann. Rund 200 Plätze können unter den aktuellen Hygieneregeln im großen Konzertsaal besetzt werden; aber auch jeder andere Interessierte kann noch reguläre Karten für das Konzert erwerben – allerdings gibt es nur noch wenige Tickets.

Wolfgang Amadeus Mozarts Jupiter-Sinfonie und Ludwig van Beethovens Violinkonzert in D-Dur sind zwei unerreichte Meisterwerke der Wiener Klassik. In einem Konzertprogramm vereint, spiegeln sie die unterschiedliche Genialität der beiden Komponisten wider und sind Ergänzung und Kontrast zugleich. Wenn sich dann noch Weltklassemusiker vereinen, kann dieses Spektakel aus Sicht der Veranstalter kaum überboten werden. Mit Isabelle Faust, Raphaël Pichon und den Musikern des Freiburger Barockorchesters kommt es also zu einem musikalischen Gipfeltreffen, bei dem sich herausragende Interpreten und epochale Kompositionen quasi die Hand geben.

Ganz besonderer Beitrag

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„Ich habe Isabelle Faust schon mehrfach gehört und war jedes Mal tief berührt von ihrer Ausdrucksstärke und Musikalität. Deshalb freue ich mich, dass sie nun nach Weikersheim kommt“, sagt Intendant Johannes Mnich, der besonders auf den Danke-Charakter des Konzerts verweist: „Unsere Gesellschaft erlebt in diesen außergewöhnlichen Zeiten außergewöhnliche Unterstützung, die wir würdigen möchten. Im Konzert werden daher Erzieher, Apothekerinnen, Supermarktpersonal und Pflegekräfte dabei sein, die vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie einen ganz besonderen Beitrag geleistet haben“, so Mnich.

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Der Überschuss aus dem Kartenverkauf gehe darüber hinaus an die Bürgerstiftung Weikersheim, die damit nachhaltige Projekte vor Ort realisiere.

Großes klangtechnisches Sahnehäubchen bei diesem besonderen Konzert: Isabelle Fausts Instrument ist eine Stradivari, die 150 Jahre lang nicht gespielt wurde. Ihr Ton wird als äußerst fein beschrieben, ihr Ausdruck als nach innen gekehrt. Die Stradivari trägt den blumigen Beinamen „Dornröschen“ oder „Sleeping Beauty“, weil sie so lange verschollen war.

Das Instrument stammt aus dem Jahr 1704 und ist eine Leihgabe der L-Bank an die Musikerin, die sechs Jahre mit der Geige arbeitete, bis sie deren Möglichkeiten voll ausreizen und das Dornröschen aus seinem Schlaf wecken konnte. Besonders mag die Stradivari offenbar Mozart und Beethoven, wie Faust der „FAZ“ einmal in einem Interview ganz hinreißend erklärt hat. Und genau mit diesen Komponisten kommt Faust nach Weikersheim, ganz nah ans (Märchen-) Schloss.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim