Leserbrief - Zu einer Baumfällaktion zwischen Bieberehren und Reinsbronn Bahnhof Blinden Technokraten in die Arme fallen

Von 
Helmut Fehler
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Der Zeitgenosse, der an die Wirkung der gültigen Gesetze zum Schutz von Umwelt und Natur glaubt, wird wieder eines besseren belehrt. Dieses mal fielen zwei dutzend große Laubbäume am Nordufer des Radweges von Bieberehren nach Bahnhof Reinsbronn der Motorsäge zum Opfer.

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Dieser Ort, vor der Aktion einer der schönsten und idyllischsten zwischen Lauda und Rothenburg, wurde auf einer Strecke von mehreren hundert Metern von fast allem Holz befreit. Schattenspendende Riesen von teilweise mehr als 100 Zentimeter Durchmesser wurden zu Biomasse zersägt.

Weder das Landschaftsbild, noch der viel genutzte, überall beworbene Radweg, noch Tier- und Pflanzenschutz haben offenbar eine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt.

Man fragt sich schon, was in dieser Gesellschaft eigentlich los ist: obwohl der Biber unter strengen Schutz steht, schafft es eine Kommune unter dubiosen Begleitumständen sechs Biberbauten abzuräumen, eine andere ist so stolz auf ihren gelobten Landstrich zwischen drei Flüssen, dass sie vergisst, welchen Anteil daran intakte Natur, Erholung und Kultur eigentlich haben. Nachvollziehbare Erklärungen: Keine.

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Es scheint der nicht vorhandene Respekt gegenüber der Natur und der eigenen Spezies zu sein, der solches Fehlverhalten erst ermöglicht. Oder ist es das Gesetz für erneuerbare Energien, das finanziell klammen Gemeinden einen Freibrief zur Landschaftspflege an die Hand gibt, der via Hackschnitzel bare Münze bringt?

Die Verlierer stehen jedenfalls fest: Erholungssuchende, Radler, Tiere, Pflanzen.

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Es wird Zeit, den blinden Technokraten in die Arme zu fallen, wenn diese das Augenmaß verlieren und den Interessenausgleich vergessen. Die Gemeinderäte vor Ort haben diese Möglichkeiten. Sie sollten sie angesichts der massiven und nicht verzeihbaren Eingriffe in die Natur auch nutzen. In Bayern und Württemberg.