Jubiläum - Weikersheimer Unternehmer und langjähriger Stadtrat Bruno Brenner feiert heute seinen 80. Geburtstag Auch im Ruhestand immer in Bewegung bleiben

Von 
Michael Weber-Schwarz
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Weikersheim. Der tägliche Gang in die Firmenräume ist für ihn seit vielen Jahrzehnten ganz normal: Obwohl er längst im Ruhestand ist – seine große Erfahrung und seine Expertisen sind immer noch gefragt. Unternehmer Bruno Brenner feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag.

Trotz Ruhestand täglich hinterm Schreibtisch: Die Betreuung langjähriger Kunden ist für Bruno Brenner noch immer „Chefsache“. © Michael Weber-Schwarz
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Er wirkt aktiv wie eh und je. Und wenn er von seiner Arbeit und seinem Lebensweg erzählt, dann blitzen seine Augen auf. Doch da ist auch eine Überlegtheit, eine innere Ruhe zu entdecken. Und ein freundliches Draufschauen auf die Zeiten, die nicht so einfach waren.

Bruno Brenners Familie kam von Bessarabien ins Taubertal nach Weikersheim – dort baute Brenner erfolgreich ein mittelständisches Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau auf.

Brenners Sohn hat die Firma mittlerweile übernommen; die Tochter führt ein Blumen- und Floristikgeschäft.

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„Das ist heutzutage nicht selbstverständlich“, hält der Jubilar fest – dass es mit einem selbst aufgebauten Unternehmen über die Kinder weitergeht. Zufrieden macht einen das, sagt Brenner.

Mit 24 Jahren schon hat sich Bruno Brenner in der Gartenbau-Branche selbstständig gemacht. Seine „Reise“ an die Tauber war aber unfreiwillig: Im bessarabischen Lichtental stand sein Elternhaus, der Vater war Kaufmann und Landwirt. In früher Kindheit wurde Brenner mit seiner Familie umgesiedelt – ins damalige „Warthegau“. Dort wurde sein Bruder Edmund, der ehemalige Sparkassendirektor, geboren. Der Weg führte die Familie weiter über Brandenburg und 1946 in den Ort Honsbronn, damals noch unabhängige Klein-Kommune.

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Es ist wegen der heutigen „Überschaubarkeit“ des Dorfs kaum zu glauben (damals lebten in Honsbronn aber noch deutlich mehr Menschen) – doch Brenners Mutter richtete dort einen Gemischtwarenladen ein und versorgte den Ort. Sie zog die Söhne groß; der Vater kam erst drei Jahre später aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück.

Auch politisch engagiert

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Ein gewisser Wagemut scheint der Familie Brenner eigen: 1960 gründete sie ein Lebensmittel- und Milchgeschäft „unten“ im Hauptort an der Alten Steige. Die Zeit auf dem Dorf hat Bruno Brenner aber in guter Erinnerung behalten. Jahre, die den Heranwachsenden geprägt haben – mit einer Schulzeit, in der es noch Klassen gab, in der ein einziger Lehrer ganze Altersstufen gleichzeitig unterrichtet hat.

1965 die Heirat, zwei Kinder hat das Ehepaar, später kommen noch Enkel – das Unternehmen (mit einem Umzug samt Erweiterung vom „Egelsee“ in die Industriestraße), phasenweise Engagement im Gesangverein und zwei Jahrzehnte Mitglied der CDU-Fraktion im Weikersheimer Gemeinderat – den Spagat zwischen Unternehmensführung, Familie und Einsatz fürs Gemeinwohl hat Brenner mit einer verbindenden Grundhaltung gemeistert. „Miteinander statt gegeneinander“ ist bis heute seine Devise, nur so könne eine Gemeinschaft gedeihen.

Zum Blick auf Brenners ehrenamtliches Engagement gehört auch die Arbeit in der Weikersheimer Gutachterkommission, sein Einsatz als Schöffe am Amtsgericht Bad Mergentheim, im Vorstand des Roten Kreuzes und die Arbeit als stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Seine Aufgaben hat er bei guter Gesundheit bewältigt – man müsse immer in Bewegung und aktiv bleiben, erklärt er.

Wichtig für einen Menschen sei vor allem dies: eine Aufgabe zu haben, so Bruno Brenner. Auch im so genannten Ruhestand.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim