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Im Test Seat hat den Leon überarbeitet und schickt ihn in die zweite Lebenshälfte

Geschmeidig durch die Kurve

Weiterstadt.Seat ist es in den vergangenen Jahren gelungen, aus dem Schatten der Mutter Volkswagen und der Schwester Skoda herauszutreten. Das liegt vor allem am schicken und sportlichen Auftreten der Modelle, die weitaus weniger betulich sind, wie die der Tschechen – und dennoch kaum dem Grundsoliden eines VW nachstehen. Ein gutes Beispiel für den Aufstieg ist das Erfolgsmodell Leon, der nun – ein wenig aufgehübscht – seinem großen Bruder Golf das Leben noch ein bisschen schwerer machen will.

Ob Fünftürer, Dreitürer, Kombi oder als Kraftpaket Cupra – an Varianten des Leon spart Seat nicht. Und das Gute an einer großen Familie ist, dass viele Modelle von der ausgereiften Technik profitieren können. Wie unser Testwagen von dem 150-PS-Benziner, der in Kombination mit dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ein Paket darstellt, das nahezu uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Kraftvoll schiebt der 1,4-Liter den Spanier, der in der Nähe von Barcelona produziert wird, an und lässt zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Mangelerscheinungen erkennen. Sowohl bei der gemütlichen Stadtfahrt, als auch bei forscheren Autobahnpassagen liefert er, wenn er muss – und hält sich dabei akustisch und in Sachen Verbrauch brav im Hintergrund. Rund sechs Liter genehmigt er sich im Mix, was vor allem im Blick auf die Stadtfahrten ein guter Wert ist. Das Doppelkupplungsgetriebe verrichtet dabei seine Arbeit unauffällig und verkneift sich beim Rangieren sogar das sonst bei seiner Gattung verbreitete etwas unkomfortable Gehopse. Das ist auch dem Fahrwerk fremd, das sich geschmeidig präsentiert, ohne ein Lustkiller in Kurven zu sein. Hier schafft Seat einen schönen Kompromiss aus Bandscheibenschonung und Sportlichkeit.

Der Testwagen war mit der neuen Top-Ausstattungsvariante „Xcellence“ bestückt, die beispielsweise auch Sport-Komfortsitze im Gepäck hat, die mit einer Mischung aus Kunstleder an den Seiten und Alcantara auf den Sitzflächen bezogen sind. Sie sind straff gepolstert, stützen aber auf längeren Strecken den Körper wirkungsvoll.

Viel Neues im Inneren

Die meisten Innovationen des überarbeiteten Leon stecken übrigens ebenfalls im Innenraum und sind digitaler Natur: Ein Acht-Zoll-Touchscreen thront nun in der Armaturentafel. Außerdem können Smartphones verlinkt werden, und es gibt auch eine Ablageschale fürs Handy, in der es während der Fahrt induktiv geladen wird. Ambientelicht in acht Farben ist ebenfalls verfügbar. Ein optionales Muss sind die Voll-LED-Schweinwerfer (1020 Euro). Sie leuchten bei Dunkelheit die Straße taghell aus.

Der neue Leon zeigt sich als sportliches Fahrzeug, das hochwertig verarbeitet ist und aus dem Einheitsbrei der Kompakten schön heraussticht. Nun kann er – ab 15 490 Euro im Handel – dem Golf das Leben noch schwerer machen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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