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Im Test Der neue Range Rover Velar tritt betont reduziert auf / Innenraum lässt sich vegan ausstatten

Fürs Grobe und die Oper

Kronberg.SUVs sind „in“. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die soften Geländewagen verbinden die angenehm hohe Sitzposition mit einer guten Straßenlage, viel Platz und inzwischen auch einen vertretbaren Verbrauch. Warum sollte auf dieser Welle nicht auch einer der Erfinder dieser Fahrzeuggattung mitschwimmen? Range Rover hat mit seinem Urmodell schon in den 1970er Jahren gezeigt, dass es durchaus möglich ist, über holperige Wege zur Oper zu fahren – und in beiden Fällen eine gute Figur abzugeben.

Diese gute Figur zeigt auch die neueste und vierte Modellreihe aus dem britischen Hause. Velar heißt sie, der Name ist eine Reminiszenz an den ersten Range Rover, dessen Prototypen in den späten 1960er Jahren diesen Namen trugen. Herausgekommen ist eine Augenweide. Von der bulligen Front zieht sich eine feine Linie über die sich versenkenden Türgriffe zum schmalen Heck, das auch einem Jaguar gehören könnte. Mit dem F-Pace der Schwestermarke teilt sich der Velar auch die Alu-Plattform.

Der neue Range Rover zielt auf die Kunden des BMW X3 oder des Mercedes GLC ab und ist hausintern zwischen dem Evoque und dem Range Rover Sport platziert. Innen wirkt der Velar schön luftig, das zurückgesetzte Armaturenbrett lässt alles sehr großzügig erscheinen. Schalter und Bedieneinheiten sind im Velar auf ein Minimum beschränkt. Dafür gibt es zwei 10,2-Zoll-HD-Touchscreens, auf denen Radio und Navigation eingestellt – oder die Temperatur für den Innenraum und das Fahrprogramm gewählt werden können. Willkommen in der Zukunft!

Als erstes Modell seiner Klasse bietet der Velar für die Sitzbezüge eine Variante mit umweltverträglichen Textilien als Alternative zu Leder an. Der Stoff wurde mit dem dänischen Hersteller Kvadrat entwickelt. Wer will, kann sich sein Fahrzeug so vegan, also ohne tierische Bestandteile, zusammenstellen.

Erstaunlich leichtfüßig lässt sich der Velar durch den Straßenverkehr dirigieren. Selbst die Breite von mehr als zwei Metern tritt in den Hintergrund, so perfekt harmonieren die Lenkung und das Fahrwerk. Das ganze Konzept des Range Rovers animiert nicht zum Rasen, sondern vermittelt durch die schicke Atmosphäre im Innenraum eine Distanz zur Außenwelt, die selbst im Alltag alle Hektik vergessen lässt. Nebengeräusche filtert die Außenhaut nahezu perfekt.

Beachtliche Wattiefe

Die getestete Variante mit 300 PS weckt natürlich die Erwartung, nicht zu einem Verkehrshindernis zu werden. Unter sechs Sekunden auf Hundert sprechen Bände, auch im mittleren Drehzahlbereich verwöhnt der Zweiliter-Vierzylinder mit ordentlicher Schubkraft. Dass sich der Range Rover während des Tests elf Liter Benzin im Mittel genehmigte, bringt ihm allerdings ein Häkchen auf der Negativseite ein. Eine Wattiefe von 65 Zentimetern sowie exzellente Geländeeigenschaften beeindrucken dagegen. Der Velar macht sich somit hervorragend abseits der Straße – und als Hingucker vor der Oper.

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